Neuer Entwurf der EU für das KI-Gesetz: Bedenken bleiben bestehen

EU veröffentlicht neuen Entwurf der AI Act-Regeln: „Es gibt weiterhin erhebliche Bedenken“

Die Europäische Union hat einen neuen Entwurf von Regeln für Unternehmen veröffentlicht, die allgemeine Künstliche Intelligenz-Modelle wie OpenAI’s GPT-4 oder Mistral’s Large verwenden. Kritiker warnen jedoch, dass die Vorschläge weiterhin „erhebliche Bedenken“ für Technologieunternehmen, die auf dem Kontinent tätig sind, aufwerfen.

Umfassendes Regelwerk zur Künstlichen Intelligenz

Der AI Act stellt die umfassendste Gesetzgebung zur Regulierung dieser Technologie weltweit dar. Er führt eine lange Liste neuer Regeln für Organisationen ein, die die Technologie in der EU nutzen, mit einem besonderen Fokus auf Ethik, Sicherheit und Transparenz.

Code of Practice für allgemeine Künstliche Intelligenz

Seit Ende letzten Jahres haben Experten aus der Industrie, Akademia und Non-Profit-Organisationen über ein zentrales Dokument verhandelt: den Code of Practice für allgemeine Künstliche Intelligenz (GPAI).

Im Hintergrund haben Lobbyisten aller Seiten debattiert, wie große Sprachmodelle (LLMs) wie die von OpenAI, Google und Mistral reguliert werden sollen.

Neueste Entwicklungen und Vorschläge

Am Dienstag veröffentlichte die Europäische Kommission den dritten Entwurf des Codes. Zu den Vorschlägen gehört unter anderem, dass AI-Unternehmen ihre Trainingsdaten offenlegen müssen, um mögliche Urheberrechtsverletzungen zu überprüfen, und dass externe Experten die Modelle zur Sicherheitsprüfung inspizieren dürfen.

Wirtschaftliche Bedenken

Boniface de Champris, ein leitender Politikmanager bei der CCIA (Computer & Communications Industry Association) Europa, die Unternehmen wie Amazon, Google und Meta zu ihren Mitgliedern zählt, äußerte, dass der Entwurf weiterhin „erhebliche Bedenken“ für Technologieunternehmen aufwerfe.

„Erhebliche Probleme bleiben bestehen, einschließlich weitreichender Verpflichtungen hinsichtlich Urheberrecht und Transparenz, die Geschäftsgeheimnisse gefährden könnten, sowie belastenden externen Risikoanalysen, die weiterhin Teil dieser neuesten Iteration sind“, sagte er.

Fazit

„Der neue Entwurf macht nur begrenzte Fortschritte im Vergleich zu seinem hochproblematischen Vorgänger, doch der GPAI-Code bleibt weiterhin hinter den Erwartungen zurück, um Unternehmen die rechtliche Sicherheit zu bieten, die zur Förderung von Künstlicher Intelligenz-Innovationen in Europa erforderlich ist. In seiner aktuellen Form besteht das Risiko, dass der Code die digitale Wettbewerbsfähigkeit der EU direkt untergräbt.“

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