KI-Integration in Unternehmen: Compliance im Fokus

Wie man KI in sein Unternehmen integriert, ohne die Compliance zu gefährden

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen verspricht, Prozesse zu beschleunigen, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Effizienz zu erhöhen. Dennoch scheitern die meisten Projekte an den Herausforderungen, die mit der Integration von KI in bestehende, starre Prozesse verbunden sind.

Herausforderung der KI-Integration

Die Cloud Security Alliance (CSA) stellt fest, dass KI-Adoptionsprojekte in der Geschäftswelt und der Fertigung mindestens doppelt so häufig scheitern wie sie erfolgreich sind. Der Hauptgrund hierfür ist, dass Unternehmen versuchen, KI in veraltete, unflexible Prozessstrukturen zu integrieren, die mangelnde Transparenz, Anpassungsfähigkeit und Echtzeit-Datenintegration aufweisen.

Das Modell des dynamischen Prozesslandschaft (DPL)

Ein Lösungsvorschlag der CSA ist das Modell der Dynamic Process Landscape (DPL). Dieses Framework fördert die KI-Einführung, indem es von fragmentierter Automatisierung weg und hin zu strukturierten, compliant und strategisch ausgerichteten Arbeitsabläufen lenkt.

Die Governance-Lücke

Ein häufiges Problem bei Automatisierungsinitiativen ist die fehlende Prozess-Transparenz. Die DPL erfordert, dass Teams ihre Kernarbeitsabläufe verstehen, bevor sie KI einführen. Dazu gehört das Mapping von Abhängigkeiten, die Definition von menschlichen Überwachungsrollen und das Verständnis der Datenflüsse.

Für Chief Information Security Officers (CISOs) sind die Governance-Anforderungen hoch. Eine unsachgemäße Implementierung von KI kann sensible Daten gefährden, Compliance-Regeln verletzen und die operationale Sicherheit untergraben. Das DPL-Framework ist darauf ausgelegt, Erklärbarkeit und Überprüfbarkeit in jede KI-Entscheidung einzubetten.

Die drei Wege zur Implementierung

Die CSA skizziert drei strategische Optionen für die Einführung des DPL-Modells:

  • Greenfield: Ideal für neue Geschäftseinheiten oder Startups, in denen die DPL von Grund auf ohne Altlasten aufgebaut werden kann.
  • Parallel-Sandboxing: DPL wird neben bestehenden Prozessen in einer Schattenumgebung betrieben, was besonders für stark regulierte Branchen wie das Gesundheitswesen oder die Finanzwirtschaft geeignet ist.
  • Event-triggered adoption: DPL wird in gezielten Bereichen implementiert, wenn bereits Veränderungen aufgrund von Compliance-Updates oder Wettbewerbsdruck im Gange sind.

Alle drei Methoden erfordern strenge Kontrollen, einschließlich vordefinierter KPIs und Eskalationswege, bevor KI-Systeme in die Produktion überführt werden.

Die Grundlage zuerst schaffen

Viele Organisationen verfügen nicht über die digitale Reife, die für das Gedeihen von KI erforderlich ist. Dazu gehören zuverlässige Datenpipelines, Prozesssichtbarkeit und die Unterstützung durch die Unternehmensführung. Das Auslassen dieser Grundlagen kann jede KI-Initiative sabotieren.

Wichtigkeit der Compliance

Neue Vorschriften, wie der EU AI Act und die NIS2-Richtlinie, machen Organisationen und deren Führungskräfte zunehmend für die Systeme verantwortlich, die sie einführen. Die CSA betont diesen Trend und weist darauf hin, dass gerade die persönliche Verantwortung des oberen Managements immer wichtiger wird.

Wenn ein KI-System eine Fehlentscheidung trifft, wird nicht der Anbieter diesen Fehler gegenüber den Prüfern erklären, sondern die verantwortliche Führungskraft selbst.

More Insights

Verantwortungsvolle KI: Ein unverzichtbares Gebot für Unternehmen

Unternehmen sind sich der Notwendigkeit von verantwortungsvollem KI-Betrieb bewusst, behandeln ihn jedoch oft als nachträglichen Gedanken oder separates Projekt. Verantwortliche KI ist eine vordere...

Neues KI-Governance-Modell gegen Schatten-KI

Künstliche Intelligenz (KI) verbreitet sich schnell in den Arbeitsplatz und verändert, wie alltägliche Aufgaben erledigt werden. Unternehmen müssen ihre Ansätze zur KI-Politik überdenken, um mit der...

EU plant Aufschub für AI-Gesetzgebung

Die EU plant, die Anforderungen für risikobehaftete KI-Systeme im KI-Gesetz bis Ende 2027 zu verschieben, um Unternehmen mehr Zeit zu geben, sich anzupassen. Kritiker befürchten, dass diese...

Weißes Haus lehnt GAIN AI-Gesetz ab: Nvidia im Fokus

Das Weiße Haus hat sich gegen den GAIN AI Act ausgesprochen, während es um die Exportbeschränkungen für Nvidia-AI-Chips nach China geht. Die Diskussion spiegelt die politischen Spannungen wider, die...

Ethische KI als Beschleuniger für Innovation

Unternehmen stehen heute unter Druck, mit künstlicher Intelligenz zu innovieren, oft jedoch ohne die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Indem sie Datenschutz und Ethik in den Entwicklungsprozess...

KI im Recruiting: Verborgene Risiken für Arbeitgeber

Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Arbeitgeber Talente rekrutieren und bewerten. Während diese Tools Effizienz und Kosteneinsparungen versprechen, bringen sie auch erhebliche...

KI im australischen Kabinett: Chancen und Sicherheitsbedenken

Die australische Regierung könnte in Betracht ziehen, KI-Programme zur Erstellung sensibler Kabinettsanträge zu nutzen, trotz Bedenken hinsichtlich Sicherheitsrisiken und Datenverletzungen...