AI-Rechte: Ein Leitfaden für sichere Technologien

Das AI-Gesetz der Rechte erklärt

Das AI-Gesetz der Rechte ist ein Rahmenwerk zur Entwicklung und Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz (KI), das die grundlegenden Bürgerrechte der Menschen in den Vordergrund stellt. Es wurde 2022 vom Büro für Wissenschaft und Technologieforschung des Weißen Hauses (OSTP) als Reaktion auf den weit verbreiteten Einsatz automatisierter Systeme eingeführt.

In vielerlei Hinsicht ähnelt das AI-Gesetz der Rechte der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz. Zusammen mit anderen kürzlich eingeführten KI-Gesetzen und Leitlinien ist es Teil eines Bestrebens, sicherzustellen, dass der Erfolg von KI nicht auf Kosten der Sicherheit und Privatsphäre der Bürger geht. Es ist jedoch zu beachten, dass das AI-Gesetz der Rechte als ein Satz von Best Practices für die KI-Governance in den USA dient, während die EU-Verordnung rechtlich verbindliche Verpflichtungen für KI-Entwickler und -Nutzer auferlegt.

Das AI-Gesetz der Rechte ist das Ergebnis der Zusammenarbeit vieler Akteure aus verschiedenen Bereichen, darunter multinationaler Unternehmen wie Google und Microsoft, akademischer Forscher, Privatpersonen, Politiker und Menschenrechtsorganisationen. Ziel ist es, die sichere, verantwortungsvolle und demokratische Nutzung dieser radikalen Technologie zu gewährleisten.

Welche automatisierten Systeme fallen unter das AI-Gesetz der Rechte?

KI ist mittlerweile in fast allen Aspekten unseres Lebens präsent. Das AI-Gesetz der Rechte behandelt automatisierte Systeme, die die grundlegenden Rechte der Bürger betreffen oder als Zugang zu kritischen Dienstleistungen dienen können. Dazu gehören alles von der Kontrolle über das elektrische Stromnetz bis hin zu KI-gestützter Kreditbewertung, Einstellungsalgorithmen, Plagiaterkennungswerkzeugen, Überwachungsmechanismen und Wahlsystemen. Jedes automatisierte System, das potenziell die grundlegenden Rechte wie Chancengleichheit, Meinungsfreiheit oder Datenschutz beeinträchtigen könnte, fällt darunter.

Ein Beispiel für einen Einstellungsalgorithmus ist die Möglichkeit, dass Vorurteile in diesen Algorithmen dazu führen können, dass Organisationen Kandidaten aufgrund irrelevanter Faktoren wie Geschlecht, Rasse oder Alter auswählen. Die Beschwerde der Federal Trade Commission gegen den Einstellungsdienstleister Aon im Mai 2024 illustriert den unethischen oder verantwortungslosen Einsatz von KI, den das AI-Gesetz der Rechte verhindern möchte.

Was sind die grundlegenden Prinzipien des AI-Gesetzes der Rechte?

Das AI-Gesetz der Rechte umfasst fünf Kernprinzipien. Auch wenn der Umfang des Gesetzes breit gefächert ist, gibt es eine klare Struktur:

1. Sichere und effektive Systeme

Das erste Prinzip besagt, dass beim Bau automatisierter Systeme eine diverse Gruppe von Stakeholdern, Gemeinschaften und Experten einbezogen werden muss, um potenzielle KI-Sicherheitsrisiken und ethische Bedenken zu verstehen.

2. Schutz vor algorithmischer Diskriminierung

Automatisierte Systeme können ohne eine Grundsatzanweisung, die als KI-Algorithmus bekannt ist, nicht funktionieren. Das zweite Prinzip verlangt von den Entwicklern, proaktive Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um Menschen vor KI-gestützter Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu schützen.

3. Datenschutz

Das dritte Prinzip betont, dass die Entwickler automatisierter Systeme die Entscheidungen der Personen über die Verwaltung, Speicherung, Sammlung und Verarbeitung ihrer Daten respektieren und priorisieren müssen.

4. Benachrichtigung und Erklärung

Das vierte Prinzip dreht sich um die Transparenz. Es ist wichtig, dass Personen informiert werden, wenn ein automatisiertes System in Betrieb ist, und dass ihnen die Rolle der KI und deren Auswirkungen klar erklärt werden.

5. Menschliche Alternativen, Berücksichtigung und Rückfall

Das fünfte Prinzip stellt sicher, dass Personen immer die Möglichkeit haben, automatisierte Systeme abzulehnen und sich stattdessen mit einem Menschen zu interagieren, sofern dies angemessen ist.

Wie kann die Einhaltung des AI-Gesetzes der Rechte Organisationen unterstützen?

Die Einhaltung des AI-Gesetzes der Rechte bringt zahlreiche Vorteile:

1. Erhöhtes Vertrauen: Die Öffentlichkeit beobachtet, wie verantwortungsvoll KI genutzt wird. Durch die Einhaltung der Prinzipien kann eine Organisation ein ethisches Image aufbauen.

2. Stärkere Compliance: Die Einhaltung von Vorschriften kann mit Hilfe des AI-Gesetzes der Rechte erleichtert werden, da es dazu beiträgt, die Vielzahl an regulatorischen Anforderungen zu navigieren.

3. Verbesserte Risikominderung: Automatisierte Systeme bergen zahlreiche Risiken, und die Prinzipien des AI-Gesetzes helfen Organisationen, diese proaktiv zu identifizieren und zu mindern.

Die Herausforderungen des AI-Gesetzes der Rechte

Das AI-Gesetz der Rechte wurde auch kritisiert, insbesondere in Bezug auf die Überlappungen mit bestehenden Rahmenwerken und Verpflichtungen. Unternehmen müssen verstehen, wie das Gesetz mit bestehenden Standards interagiert, um rechtliche Unsicherheiten zu vermeiden.

Der Diskurs über die KI-Governance

Im Januar 2025 erlebte die US-Politik eine bedeutende Wendung, als ein neues Exekutivdekret unterzeichnet wurde, das darauf abzielte, regulatorische Hürden abzubauen, um die KI-Innovation zu fördern. Dennoch bleibt das AI-Gesetz der Rechte bestehen und ist eine freiwillige Richtlinie für die Sicherheit, Fairness und Verantwortlichkeit von KI.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das AI-Gesetz der Rechte einen wichtigen Schritt in Richtung einer verantwortungsvollen Nutzung von KI darstellt, indem es grundlegende Prinzipien für den Schutz der Rechte der Bürger aufstellt. Die Einhaltung dieser Prinzipien kann Organisationen nicht nur helfen, ihre Reputation zu stärken, sondern auch rechtliche und ethische Standards zu wahren.

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