KI und Diskriminierung: Gefahren für die Demokratie in Indien

Rechtegruppen warnen: KI fördert Hass in Indien

Während Regierungsbeamte in der Hauptstadt zur KI-Impact-Summit 2026 zusammentrafen, veröffentlichten zwei zivilgesellschaftliche Organisationen einen Bericht, der warnt, dass das Governance-Modell für künstliche Intelligenz in Indien Diskriminierung verfestigen und die demokratische Erosion beschleunigen könnte.

Regulatorischer Ansatz und Mängel

Der Bericht mit dem Titel „KI-Governance am Rand des demokratischen Rückschritts“ argumentiert, dass der regulatorische Ansatz von Neu-Delhi stark auf freiwilliger Einhaltung und Selbstregulierung der Industrie beruht und bindende Rechenschaftspflichtsmechanismen vermeidet. Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie hatte im November 2025 erklärt, dass derzeit kein separates KI-Gesetz erforderlich sei. Stattdessen wird erwartet, dass potenzielle Schäden unter bestehenden Gesetzen wie dem Informationstechnologiegesetz von 2000 und dem neuen Strafgesetzbuch Indiens, der Bharatiya Nyaya Sanhita 2023, behandelt werden.

Der Bericht stellt fest, dass dieses Rahmenwerk an verbindlichen Transparenzstandards, unabhängigen Audits und klaren Haftungsregeln mangelt. Während die offizielle Summit-Botschaft „Demokratisierung der KI“ betont, bleiben verletzliche Gemeinschaften – einschließlich Muslime, Dalits, Adivasis und sexuelle Minderheiten – in der politischen Gestaltung weitgehend unberücksichtigt.

Algorithmische Intransparenz und Propaganda

Die Autoren warnen, dass die algorithmische Intransparenz es marginalisierten Gruppen schwer macht, automatisierte Entscheidungen vor Gericht anzufechten. Der Bericht dokumentiert Fälle, in denen generative KI-Tools verwendet wurden, um gemeinschaftliche Propaganda zu verbreiten. Es werden KI-generierte Videos und Bilder angeführt, die sich gegen muslimische Gemeinschaften und Oppositionsführer richten, einschließlich Materialien, die von staatlichen Einheiten einer politischen Partei verbreitet wurden.

In einem weithin kritisierten Fall teilte die Assam-Einheit der Partei ein KI-generiertes Video, das den Ministerpräsidenten zeigte, der auf zwei sichtbar muslimische Männer schoss, mit der Bildunterschrift „Keine Gnade“, bevor es später gelöscht wurde. Forscher verbinden solche synthetischen Inhalte mit größeren Hindutva-Erzählungen wie „Liebes-Jihad“ und „Land-Jihad“, Verschwörungstheorien, die häufig herangezogen werden, um Muslime zu stigmatisieren.

More Insights

Verantwortungsvolle KI: Ein unverzichtbares Gebot für Unternehmen

Unternehmen sind sich der Notwendigkeit von verantwortungsvollem KI-Betrieb bewusst, behandeln ihn jedoch oft als nachträglichen Gedanken oder separates Projekt. Verantwortliche KI ist eine vordere...

Neues KI-Governance-Modell gegen Schatten-KI

Künstliche Intelligenz (KI) verbreitet sich schnell in den Arbeitsplatz und verändert, wie alltägliche Aufgaben erledigt werden. Unternehmen müssen ihre Ansätze zur KI-Politik überdenken, um mit der...

EU plant Aufschub für AI-Gesetzgebung

Die EU plant, die Anforderungen für risikobehaftete KI-Systeme im KI-Gesetz bis Ende 2027 zu verschieben, um Unternehmen mehr Zeit zu geben, sich anzupassen. Kritiker befürchten, dass diese...

Weißes Haus lehnt GAIN AI-Gesetz ab: Nvidia im Fokus

Das Weiße Haus hat sich gegen den GAIN AI Act ausgesprochen, während es um die Exportbeschränkungen für Nvidia-AI-Chips nach China geht. Die Diskussion spiegelt die politischen Spannungen wider, die...

Ethische KI als Beschleuniger für Innovation

Unternehmen stehen heute unter Druck, mit künstlicher Intelligenz zu innovieren, oft jedoch ohne die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Indem sie Datenschutz und Ethik in den Entwicklungsprozess...

KI im Recruiting: Verborgene Risiken für Arbeitgeber

Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Arbeitgeber Talente rekrutieren und bewerten. Während diese Tools Effizienz und Kosteneinsparungen versprechen, bringen sie auch erhebliche...

KI im australischen Kabinett: Chancen und Sicherheitsbedenken

Die australische Regierung könnte in Betracht ziehen, KI-Programme zur Erstellung sensibler Kabinettsanträge zu nutzen, trotz Bedenken hinsichtlich Sicherheitsrisiken und Datenverletzungen...