Gegensätzliche Ansätze zur Regulierung von KI in den USA

Demokratische und republikanische Gesetzgeber führen zwei gegensätzliche KI-Gesetze ein

Am 23. September 2025 haben zwei Gesetzgeber aus entgegengesetzten Parteien konkurrierende Gesetzentwürfe zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Vereinigten Staaten eingebracht. Diese Initiativen verdeutlichen die tiefen politischen Gräben hinsichtlich der Regulierung von KI-Technologien.

Gegensätzliche Ansätze zur KI-Regulierung

Die Abgeordnete Yvette Clarke (D-N.Y.) und der Abgeordnete Michael Baumgartner (R-Wash.) haben jeweils Gesetzentwürfe vorgelegt, die unterschiedliche Ansätze zur Regulierung von KI-Systemen verfolgen. Clarke fordert strenge Vorgaben für automatisierte Entscheidungsfindungen in sensiblen Bereichen, während Baumgartner einen nationalen Rahmen vorschlägt, um regulatorische Hürden abzubauen.

Clarke’s Gesetz: Algorithmic Accountability Act

Clarke’s Vorschlag, das „Algorithmic Accountability Act von 2025“, würde die Federal Trade Commission (FTC) beauftragen, Unternehmen dazu zu verpflichten, Wirkungsanalysen von KI-Systemen vor und nach deren Einsatz durchzuführen.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Unternehmen mit Mitarbeitern, Ethikteams, externen Experten und Interessenvertretern betroffener Gruppen zusammenarbeiten müssen, um die Auswirkungen ihrer Algorithmen zu bewerten. Unternehmen müssten jährlich zusammenfassende Berichte über diese Bewertungen an die FTC senden.

Die FTC hätte dann zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes Zeit, um detaillierte Regelungen zur Erstellung dieser Berichte zu erarbeiten. Zudem müsste die FTC eine öffentliche Datenbank einrichten, in der die Unternehmensberichte veröffentlicht werden, damit Verbraucher und Forscher die verwendeten Algorithmen und deren Risiken einsehen können.

Unternehmen, die gegen diese Bestimmungen verstoßen, könnten mit Strafen wegen unlauterer oder irreführender Praktiken rechnen, wobei die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten befugt wären, Klagen im Namen der Bürger einzureichen.

Clarke betont, dass die Amerikaner im digitalen Raum die gleichen Bürgerrechte haben wie im restlichen Leben. Sie warnt davor, dass ohne Aufsicht KI-Systeme bestehende Ungleichheiten verstärken könnten.

Baumgartner’s Gesetz: National Framework and State Preemption

Baumgartner’s Gesetz, das „American Artificial Intelligence Leadership and Uniformity Act“, verfolgt einen gegensätzlichen Ansatz. Es zielt darauf ab, die KI-Strategie von Präsident Trump zu kodifizieren, indem ein nationaler KI-Rahmen geschaffen wird und die Bundesstaaten für fünf Jahre daran gehindert werden, eigene KI-Regulierungen zu erlassen.

Das Gesetz betont, dass die Vereinigten Staaten im Bereich KI weltweit führend sind, dank eines blühenden Innovations- und Investitionsumfelds sowie eines flexiblen, branchenspezifischen regulatorischen Rahmens.

Es würde den Präsidenten auffordern, innerhalb von 30 Tagen nach Inkrafttreten einen Aktionsplan für KI vorzulegen, einschließlich jährlicher Aktualisierungen. Dieser Plan soll Barrieren für die KI-Entwicklung auf allen Regierungsebenen abbauen und Ziele für die Bundesforschung, Adoption und Risikomanagement festlegen, um sichere und vertrauenswürdige KI in Bundesmissionen zu gewährleisten.

Baumgartner argumentiert, dass ein „Patchwork aus unterschiedlichen staatlichen KI-Regeln“ Investitionen abschrecken und unnötige Compliance-Belastungen schaffen würde. Sein Gesetz erlaubt Ausnahmen für Strafverfolgung und staatliche Beschaffungsrichtlinien, untersagt jedoch ansonsten den Bundesstaaten, KI-Systeme im zwischenstaatlichen Handel während der fünfjährigen Moratoriumsphase einzuschränken.

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