Mein Weg von der Meeresbiologie zur praktischen KI-Governance in einer globalen Anwaltskanzlei
In den letzten Jahren hat sich künstliche Intelligenz (KI) von einem Schlagwort zu einer täglichen Realität in der Rechtspraktik entwickelt. Viele Kanzleien haben diesen Wandel angenommen, insbesondere eine, die einen speziellen Fokus auf die Integration von KI in die rechtliche Arbeit gelegt hat.
Karriereweg und Perspektive
Ein Partner in der Kanzlei beschreibt, wie sein Weg über die Meeresbiologie und den Militärdienst zu einem Interesse am Rechtsstaat führte und ihn letztlich dazu brachte, sich zum Anwalt umzuqualifizieren. Diese nicht-traditionelle Route hat ihm eine einzigartige Perspektive auf den Einsatz von Technologie in der Rechtspraktik gegeben.
Ansatz der Kanzlei zur KI
Die Kanzlei hat sich nicht erst mit dem Aufkommen generativer KI beschäftigt, sondern arbeitet bereits seit Jahren mit KI-Technologien, insbesondere im Bereich des maschinellen Lernens. Diese schnelle Entwicklung hat zu einem wachsenden Druck von Klienten geführt, KI schnell zu adaptieren, während gleichzeitig Bedenken hinsichtlich der Risiken dieser Technologie bestehen.
Ein zentrales Element der KI-Strategie ist die KI-Governance, die Organisationen dabei hilft, sicherzustellen, dass ihre Nutzung von KI mit gesetzlichen Anforderungen und ethischen Grundsätzen übereinstimmt. Dies umfasst die Analyse von Anwendungsfällen durch verschiedene Perspektiven, einschließlich der Einhaltung von Gesetzen und der verantwortungsvollen Nutzung von KI.
Experimentieren mit KI-Tools
Intern hat die Kanzlei eine kontrollierte Umgebung geschaffen, in der Anwälte mit KI-Tools experimentieren können. Ein Beispiel hierfür ist eine unternehmenseigene KI-Plattform, die speziell für die Arbeit der Kanzlei konzipiert ist. Das Ziel ist, die Nutzung von KI zu normalisieren und gleichzeitig das Bewusstsein für die damit verbundenen Risiken zu schärfen.
Ausbildung der nächsten Generation von Juristen
Das KI-Praktikum der Kanzlei, das im April seine erste Kohorte begrüßen wird, ist darauf ausgelegt, den Praktikanten praktische Erfahrungen im Umgang mit KI in der Rechtspraktik zu vermitteln. Die Praktikanten werden in verschiedenen Bereichen der Kanzlei rotieren und direkt mit KI-Tools arbeiten, während sie die rechtlichen und kommerziellen Herausforderungen, denen die Klienten gegenüberstehen, untersuchen.
Implikationen und Risiken
Trotz der Begeisterung für KI werden die damit verbundenen Risiken offen angesprochen, insbesondere die potenzielle Erosion des kritischen Denkens. Es besteht die Gefahr, dass Anwälte Schwierigkeiten haben, den Inhalt ihrer Arbeit richtig zu erfassen, während die Geschwindigkeit der Arbeit zunimmt und KI-generierte Ergebnisse häufiger angenommen werden.
Diese Entwicklungen werfen grundlegende Fragen zur Funktionsweise von Kanzleien auf, insbesondere hinsichtlich der traditionellen Abrechnung nach aufgewendeter Zeit. Während Bedenken über Arbeitsplatzverlust häufig geäußert werden, wird angenommen, dass Technologie eher einzelne Aufgaben als gesamte Rollen ersetzen wird.
Fazit
Für zukünftige Anwälte ist die Botschaft klar: KI ist kein Thema, das ignoriert oder gefürchtet werden sollte, aber es ist auch nicht etwas, über das man nicht nachdenken sollte. Die Empfehlung ist, kritisch und neugierig zu sein und weiterhin die Kernfähigkeiten zu üben, die die juristische Arbeit untermauern.