Über die Regulierung hinaus: 4 KI-Trends, die die Technologie der Lebenswissenschaften im Jahr 2026 transformieren
Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend in Qualität, Compliance und Produktionssysteme integriert und prägt, wie Teams mit Software interagieren, wie Prozesse verwaltet werden und wie Arbeit geliefert wird.
Die Ära der Experimentation weicht einer Phase der Unternehmensintegration, in der Skalierung, Sicherheit und die Einhaltung von Vorschriften wichtiger sind als Neuheiten. Vier Trends stechen hervor, die wahrscheinlich die Evolution der Technologie in den Lebenswissenschaften im Jahr 2026 prägen werden.
1. Größere Akzeptanz von KI und agentischen Prozessen
Im kommenden Jahr werden Organisationen in den Lebenswissenschaften von der KI mehr verlangen – es wird nicht mehr ausreichen, dass Systeme lediglich reagieren; die Benutzer werden erwarten, dass sie agieren. Mit der Verbreitung von KI-Tools für Verbraucher kommen Mitarbeiter mit Erwartungen an Reaktionsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Entscheidungsfindung in Labor oder Produktionslinie, die den persönlichen Geräten entsprechen.
Organisationen müssen daher auf agentische Fähigkeiten umsteigen – Systeme, die planen, entscheiden und Arbeitsschritte innerhalb klar definierter Governance- und Compliance-Rahmen ausführen können. Gleichzeitig bringt dieser Wandel neue Anforderungen an die Governance mit sich, die stärkere Aufsichtssysteme, rigorose Prüfpfade und robuste Sicherheitskontrollen erfordert, um sicherzustellen, dass autonomes Verhalten konform und nachverfolgbar bleibt.
2. Robotik im Unternehmensumfeld
Während Softwareautomatisierung in pharmazeutischen Arbeitsabläufen bereits etabliert ist, wird 2026 ein Wendepunkt für die physische Automatisierung im Unternehmensumfeld der Lebenswissenschaften darstellen. Robotik tritt zunehmend in Produktions-, Logistik- und Laborumgebungen auf und schafft eine wirklich hybride Arbeitskraft, in der Menschen, Roboter und KI-gesteuerte Systeme koexistieren.
Diese Konvergenz bringt neue Herausforderungen für Konnektivität, Datensicherheit und Infrastrukturdesign mit sich. Das Netzwerk wird zur Produktionslinie, und jeder Sensor oder Aktuator muss die gleichen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Herkunft und Nachverfolgbarkeit erfüllen wie ein kritisches IT-System.
3. Plattformübergreifende KI ersetzt Einzellösungen
Im Jahr 2026 wird KI in den Lebenswissenschaften nicht mehr auf eine einzige Anwendung oder Abteilung beschränkt sein. Sie wird mehrere Bereiche umfassen und Daten über klinische, regulatorische, qualitative, Produktions- und Lieferketten-Systeme hinweg abrufen und Prozesse auslösen. Organisationen erwarten, dass Agenten fließend zwischen Umgebungen operieren und Aufgaben übernehmen, die ERP, LIMS, QMS, CRM und mehr umfassen.
Diese Bewegung von Ein-Plattform-Silos zu plattformübergreifenden Ökosystemen stellt sowohl Architektur als auch Compliance vor Herausforderungen. Daten, die einmal sicher in einem System waren, müssen nun sicher über mehrere Plattformen hinweg geteilt werden, was Zugriffskontrolle, Verschlüsselung und Nachverfolgbarkeit zu strategischen Imperativen erhebt.
4. KI verändert die Softwareentwicklung durch Vibe-Coding
Die Art und Weise, wie Software in den Lebenswissenschaften entwickelt wird, unterliegt einem erheblichen Wandel. Generative KI, kombiniert mit agentischen Entwicklungsumgebungen, verändert, wie Anwendungen erstellt, bereitgestellt und gewartet werden. Anstatt jede Zeile Code zu schreiben, werden Entwickler zunehmend Absichten festlegen und die „Vibes“, Logik oder Ergebnisse definieren, die sie benötigen, und die KI wird maßgeschneiderte Komponenten in Echtzeit generieren.
Diese beschleunigte Entwicklung ermöglicht eine rasche Anpassung und schnellere Markteinführung von Tools, die auf einzigartige klinische oder regulierte Produktionsabläufe zugeschnitten sind. Gleichzeitig wird die Rolle der menschlichen Ingenieure auf Aufsicht, Governance und Risikoversicherung verschoben.
Ausblick auf 2026
Der Sektor der Lebenswissenschaften tritt in eine Phase ein, in der Innovation Hand in Hand mit Compliance arbeiten muss. Während KI zunehmend in Qualität, Produktion und regulatorische Systeme integriert wird, verlagert sich der Fokus von Experimentation auf Zuverlässigkeit und Validierung. Der Erfolg im Jahr 2026 wird davon abhängen, wie effektiv Organisationen neue Technologien innerhalb bewährter, transparenter und konformer Prozesse anwenden.