Utah testet KI für routinemäßige Medikamentenauffüllungen im Rahmen eines regulativen Entlastungsprogramms
Der Bundesstaat Utah hat mit einem Test begonnen, der künstliche Intelligenz (KI) als autonomen klinischen Entscheidungsfinder unter einem regulativen Entlastungsparadigma einsetzt. Anstatt Tage oder Wochen auf einen Termin beim Arzt warten zu müssen, um ein routinemäßiges Rezept aufzufüllen, können die Bürger von Utah online mit einem KI-Agenten chatten, um ihre Rezepte nahezu sofort zu erneuern.
Das Unternehmen und der Bundesstaat setzen darauf, dass dieses Problem für Patienten, Apotheker und Ärzte in Utah einen erheblichen Schmerzpunkt darstellt, sodass sie bereit sind, mit KI zusammenzuarbeiten, um das Problem zu lösen. Die Automatisierung der Auffüllungen soll die Medikamenteneinhaltung verbessern und nachfolgende medizinische Probleme verhindern.
Regulatorischer Sandbox-Ansatz
Utah hat im Jahr 2024 eine KI-regulatorische Sandbox geschaffen. Diese ermöglicht es, bestimmte Gesetze auszusetzen, um ein neuartiges Programm zu testen, oft in Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen. Ziel ist es, Daten zu sammeln, um das Konzept zu validieren und die Ergebnisse den Gesetzgebern zu präsentieren.
In diesem Fall macht der Staat Ausnahmen von seinen Gesetzen bezüglich Berufslizenzen, Tätigkeitsbereichen, beruflichem Verhalten und telemedizinischen Verschreibungen.
Um für das regulative Entlastungsprogramm in Frage zu kommen, hat das Unternehmen eine Vereinbarung mit dem Bundesstaat getroffen und ein Programm mit Sicherheitsüberprüfungen, fortlaufenden Berichten an den Staat und Anforderungen an den Datenschutz entworfen.
Medikamentenauffüllung durch KI
Die KI wird zunächst auf 191 häufig verschriebene Medikamente beschränkt, während riskante Medikamente wie Betäubungsmittel, Stimulanzien, Injektionspräparate und Antibiotika ausgeschlossen sind. Die Verschreibungen müssen zuvor von einem lizenzierten Arzt verordnet worden sein und der Patient muss das Medikament bereits eingenommen haben.
Der Rollout des Programms erfolgt in mehreren Phasen, in denen die KI schrittweise mehr Autonomie erhält. Die ersten 250 Auffüllungen werden von einem menschlichen Kliniker überwacht. Danach wird 10 % der Fälle stichprobenartig überprüft. In der dritten Phase erfolgt eine zufällige Stichprobe von Fällen.
Monatlich wird das Unternehmen die Anzahl der Nutzer der KI-Technologie, Auswirkungen, Technologiebewertungen sowie Informationen zu Nutzerbeschwerden berichten. Zudem werden die Anzahl der genehmigten und abgelehnten Auffüllungen sowie Trends und Beobachtungen von Klinikern dokumentiert.
Ausblick und Zusammenarbeit
Das Unternehmen hat bereits Gespräche mit Regulierungsbehörden in anderen Bundesstaaten geführt, um die Best Practices für den Einsatz von KI in der Medizin zu erarbeiten. Der Ansatz der regulatorischen Sandbox ist entscheidend, um innovative Lösungen in einem traditionell geschützten Bereich voranzutreiben.
Insgesamt bietet dieses Testprogramm die Möglichkeit, die Rolle von KI im Gesundheitswesen neu zu definieren und zu zeigen, wie Technologie die Patientenversorgung effizienter und zugänglicher gestalten kann.