Was hinter den US-Angriffen auf EU-Technologieregeln steckt? Nationale Sicherheit und KI-Waffen
Die USA unter der Regierung Trump sind zunehmend feindlich gegenüber dem digitalen Regelwerk der EU eingestellt und kritisieren Vorschriften, die ihrer Meinung nach ihren Unternehmen schaden.
Dieser regulatorische Konflikt kann jedoch nicht nur als Handels- oder Konsumproduktstreit gesehen werden, sondern muss durch die Linse der nationalen Sicherheitspläne der USA betrachtet werden.
Seit Amtsantritt hat die Trump-Administration die Versuche der EU angegriffen, amerikanische Tech-Plattformen zu regulieren, und dies als Zensur und Angriff auf die Meinungsfreiheit bezeichnet.
Kurz vor Weihnachten kündigte Washington Visabeschränkungen gegen eine EU-Kommissarin an, die als Architektin des Digital Services Act (DSA) gilt, sowie gegen vier andere europäische digitale Aktivisten.
Nationale Sicherheitsstrategie
Die USA veröffentlichten im November 2025 ihre neueste nationale Sicherheitsstrategie, in der sie erklären: „Wir [die USA] wollen sicherstellen, dass US-Technologie und US-Standards – insbesondere in den Bereichen KI, Biotechnologie und Quantencomputing – die Welt vorantreiben.“
Ein Experte für internationale Beziehungen und EU-Politik hat untersucht, wie technologische Veränderungen die politischen Entscheidungen von Ländern beeinflussen.
Regulierung von Technologie als nationale Sicherheitsfrage
Die USA haben die Regulierung von Technologie von einem Handelsproblem zu einer nationalen Sicherheitsfrage erhoben. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines als sicher empfundenen Wettbewerbs zwischen den USA und China, insbesondere im Rennen um die allgemeine künstliche Intelligenz (AGI) und autonome Waffen.
Die USA betrachten Technologie-Regulierungen, die die Kapazität ihrer Unternehmen einschränken, als nationale Sicherheitsprobleme, da diese Unternehmen die Treiber der AI- und Digitalisierungsfortschritte in den USA sind.
Kritik an der EU-Regulierung
Die Hauptbeschwerde der USA ist, dass der DSA und die EU-Vorschriften die Meinungsfreiheit zensieren. Es wird jedoch bezweifelt, dass dies das zugrunde liegende Problem ist. Vielmehr könnten kommerzielle Interessen die Möglichkeiten amerikanischer Unternehmen einschränken und somit deren Innovationskraft gefährden.
Der ‚Brussels Effect‘
Der ‚Brussels Effect‘ beschreibt, dass aufgrund der Größe des EU-Marktes Unternehmen, die in der EU tätig sind, gezwungen sind, die strengeren Vorschriften zu befolgen. Es ist oft zu teuer, unterschiedliche Systeme zu unterhalten, was dazu führt, dass Unternehmen europäische Vorschriften weltweit anwenden.
Konsequenzen der US-Sanktionen
Die Sanktionen gegen die Architektin des DSA und andere digitale Aktivisten sind Teil einer Strategie, den Druck auf die EU zu erhöhen. Diese Angriffe sind diplomatische Maßnahmen, um Staaten zu beeinflussen, die als störend für die westlichen Normen angesehen werden.
Zukünftige Angriffe auf KI-Vorschriften
Es ist zu erwarten, dass die USA auch künftig gegen die KI-Vorschriften der EU vorgehen werden, insbesondere im Hinblick auf autonome Waffensysteme. Die Angst besteht, dass Staaten, die in diesem Bereich zurückbleiben, im zukünftigen Konflikt erheblich benachteiligt sind.
Die Bedenken, dass Vorschriften die Innovationskraft amerikanischer KI-Unternehmen einschränken, werden als Bedrohung angesehen, die es zu adressieren gilt.
Schlussfolgerung
Der AI Act der EU wird als vernünftig angesehen, da er darauf abzielt, schädliche Anwendungen von KI zu regulieren und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Es bleibt zu hoffen, dass die EU an ihren Vorschriften festhält.