Urheberrechtliche Herausforderungen im Zeitalter der generativen KI

Urheberrecht und Generative KI: Ein Überblick

Am 19. Juni 2025 erhielt das Gesetz über Daten (Nutzung und Zugang) (das „DUA-Gesetz“) die königliche Zustimmung und trat im Vereinigten Königreich in Kraft, nachdem es am 11. Juni 2025 vom britischen Parlament verabschiedet wurde. Das DUA-Gesetz reformiert hauptsächlich die allgemeine Datenschutzverordnung im Vereinigten Königreich (die „UK GDPR“) sowie die Datenschutz- und Kommunikationsverordnung 2003 („PECR“).

Dieser Artikel konzentriert sich auf die aktuellen Urheberrechtsfragen im Vereinigten Königreich, die im Zusammenhang mit generativer KI stehen.

Hintergrund der Gesetzgebung

Vor der Verabschiedung des DUA-Gesetzes durch das britische Parlament gab es einen intensiven Austausch zwischen den beiden Kammern des Parlaments bezüglich der Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke zum Trainieren von KI-Tools. Der House of Lords schlug eine geänderte Fassung des DUA-Gesetzes vor, die eine Verbesserung der Position der Urheberrechtsinhaber vorsah, die befürchteten, dass ihre Werke ohne deren Zustimmung zur Schulung von KI-Modellen verwendet werden.

Dieser Änderungsantrag wurde vorgeschlagen, um die Bedenken der Inhaltsanbieter zu adressieren, die während einer separaten, umstrittenen Debatte über die Regierungskonsultation zu KI und Urheberrecht Ende 2024 geäußert wurden. Die Regierung hatte vorgeschlagen, die bestehenden Ausnahmen für Text- und Datenanalysen im Urheberrecht auszuweiten und eine neue Pflicht für Urheberrechtsinhaber einzuführen, sich aktiv abzumelden, wenn sie nicht möchten, dass ihre Werke zur Schulung generativer KI-Modelle verwendet werden.

Änderungen und deren Ablehnung

Der Änderungsantrag des House of Lords hätte die britische Regierung verpflichtet, Vorschriften zu erlassen, die Organisationen, die Webcrawler und allgemeine KI-Modelle betreiben, zur Veröffentlichung von Transparenzberichten verpflichten. Darin sollten die Tools identifiziert werden, die sie zum Crawlen des Internets verwenden, sowie Informationen, wie geistige Eigentümer sie bezüglich der Nutzung ihrer Werke kontaktieren können. Diese Regelung hätte es Inhaltsanbietern erleichtert, zu erkennen, welche Werke zur Schulung von KI-Modellen verwendet wurden, und möglicherweise Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Rechte zu wahren.

Das House of Commons lehnte den Änderungsantrag ab und argumentierte, dass die Regierung weiterhin die Antworten auf ihre Konsultation zu KI und Urheberrecht prüfe und dass Gesetze nicht verabschiedet werden sollten, bevor dieser Prozess abgeschlossen sei. Darüber hinaus argumentierte die britische Regierung, dass die Einbeziehung von Transparenzanforderungen für KI-Modelle im DUA-Gesetz das Gesetz unnötig komplizieren würde, was separate legislative Maßnahmen erfordere. Die Bedenken der Regierung standen im Kontext laufender Rechtsstreitigkeiten vor dem britischen Obersten Gerichtshof, deren Ausgang erhebliche Auswirkungen auf die Verwendung urheberrechtlich geschützter Materialien beim Training von KI-Modellen haben wird. Das Urteil des Gerichts wird noch in diesem Jahr erwartet.

Zukünftige Maßnahmen der Regierung

Schließlich einigte sich die britische Regierung innerhalb von neun Monaten nach der königlichen Zustimmung des DUA-Gesetzes darauf, Folgendes zu tun:

  1. Ein Bericht über die Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke bei der Entwicklung von KI-Systemen zu veröffentlichen.
  2. Eine wirtschaftliche Bewertung der Auswirkungen jeder Option auf Urheberrechtsinhaber sowie Entwickler oder Nutzer von KI-Systemen, die von der Regierung im Konsultationspapier zu Urheberrecht und KI beschrieben wurden, zu veröffentlichen.

Die Regierung muss innerhalb von sechs Monaten einen Fortschrittsbericht zu beiden Punkten vorlegen.

Kommentar

Die Schulung generativer KI-Modelle anhand urheberrechtlich geschützter Werke und anderer geistiger Eigentumsrechte ist ein global heiß diskutiertes Thema. Es gibt laufende Rechtsstreitigkeiten und Debatten über regulatorische Reformen in diesem Bereich, die die letztendliche Position im Vereinigten Königreich und international beeinflussen könnten.

Die letzte Konsultation der britischen Regierung zu Urheberrecht und KI zielt darauf ab, sowohl den kreativen als auch den KI-Sektor zu schützen und zu stärken. Es wird erwartet, dass der Bericht über KI-Urheberrecht, die wirtschaftliche Bewertung und die Regierungsmaßnahmen im Frühling 2026 veröffentlicht werden und dass neue Entwürfe für KI-Urheberrechtsgesetze bis Ende 2026 vom Parlament verabschiedet werden könnten.

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