Künstliche Intelligenz in der Bekämpfung von Finanzkriminalität: Der Unterschied zwischen KI-Agenten und agentischer KI
Wenn Sie im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) tätig sind, haben Sie wahrscheinlich schon von den neuesten Tools der künstlichen Intelligenz (KI) gehört, die Ihre Arbeit revolutionieren sollen.
KI-Agenten und agentische KI – zwei verwandte, aber nicht austauschbare Begriffe – gehören zu den neuesten Schlagwörtern im Compliance-Bereich. In einer Rede im September 2025 lobte ein führender Vertreter die Fähigkeit der agentischen KI, eine schnellere und kostengünstigere Risikobewertung für Finanzinstitute zu ermöglichen. Ein Bericht von McKinsey zur gleichen Zeit hob das Management von Finanzkriminalitätsrisiken als eines der vielversprechendsten Anwendungsgebiete für agentische KI hervor.
Der Unterschied zwischen KI-Agenten und agentischen Systemen
Finanzinstitute erkennen schnell das transformative Potenzial der agentischen KI. In einer Umfrage unter über 600 Compliance-Leitern gaben 73 % an, dass sie bereits Lösungen für die Kundenüberprüfung nutzen, testen oder evaluierten, während 70 % dies für die Transaktionsüberwachung taten.
Allerdings kann der Begriff „agentische KI“ entweder individuelle KI-Agenten oder fortschrittlichere, koordinierte agentische Systeme beschreiben. KI-Agenten sind autonome Software-Systeme, die in einem engen Bereich eigenständig Aktionen ausführen können und dabei Werkzeuge und Gedächtnis nutzen. Sie ermöglichen die Automatisierung spezifischer, diskreter Aufgaben. Diese Agenten müssen gegen strenge, verwaltbare Arbeitsabläufe orchestriert werden, um eine klare Audit-Trail zu gewährleisten.
Agentische KI im eigentlichen Sinne bezieht sich auf eine KI-Systemarchitektur mit:
- Multi-Agenten-Kollaboration, bei der mehrere spezialisierte Agenten zusammenarbeiten.
- Dynamische Aufgabenzerlegung, die komplexe Arbeitsabläufe in kleinere Aufgaben unterteilt.
- Koordinierte Autonomie, die es mehreren KI-Systemen ermöglicht, in einem von Menschen gestalteten Compliance-Programm zusammenzuarbeiten.
- Persistentes Gedächtnis, das die langfristige Speicherung von Informationen ermöglicht.
Die Bedeutung von Daten für die Einführung agentischer KI
Der Übergang zu einem wirklich agentischen System erfordert einen konsistenten Zugang zu großen Datenmengen, was zu Systemen führt, die intelligenter und autonomer sind als einzelne KI-Agenten. Agentische Fähigkeiten sind nicht nur eine Ergänzung bestehender Software-Systeme, sondern eine grundlegende Neugestaltung der Compliance-Arbeit.
Eine AI-Roadmap für zukünftige Compliance-Teams
Die KI-Adoption jedes Unternehmens sollte auf dessen spezifisches Profil und Anforderungen abgestimmt sein. Im Allgemeinen wird jedoch die Realität der menschlichen KI-Zusammenarbeit in drei Phasen fortschreiten:
- Compliance-Analysten weisen gelegentlich einfache, sich wiederholende Aufgaben KI-Tools zu.
- Compliance-Analysten werden von Agenten als „digitale Kollegen“ unterstützt.
- Mit vollständiger Automatisierung führen agentische Systeme mehrere wesentliche Arbeitsabläufe durch, während menschliche Compliance-Teams die strategische Ausrichtung festlegen.
Die geschäftlichen Vorteile von agentischer KI in der AML-Compliance
In der Umfrage wurden erhöhte Effizienz, verbesserte Kundenerfahrungen und schnellere Lösungszeiten als häufigste Vorteile genannt, die Unternehmen durch die Einführung agentischer KI erwarten. Diese Vorteile haben signifikante Auswirkungen auf breitere Geschäftsziele und machen Compliance zu einem strategischen Wachstumstreiber.
Unternehmen, die agentische KI für die Compliance einführen, sollten erwarten:
- Regulatorische und reputationsbezogene Risiken zu reduzieren.
- Schnelleres Wachstum durch skalierbare und flexible Systeme zu erreichen.
- Die Effizienz zu optimieren, indem weniger falsche Positivmeldungen die Systeme überfluten.
Wenden Sie agentische KI für die Fallbearbeitung in der Compliance an
Die kontinuierliche Überwachung umfasst agentische Fallbearbeitungsfähigkeiten, die rund um die Uhr arbeiten, um die Compliance-Teams von überflüssigem Lärm zu befreien. Dies geschieht durch:
- Automatisierung der Risikominderung bei geringem Risiko in Sekundenschnelle.
- Bereitstellung von klaren, prüfbaren Gründen für jede Entscheidung.
- Die Eskalation nur der wirklich mehrdeutigen Fälle.
Diese Verschiebung zielt darauf ab, Compliance-Teams zu stärken, damit sie die wertvollsten Arbeiten verrichten können. Der Beweis ist klar: erhebliche Kostensenkungen und die Beseitigung von Rückstaus sind zu erwarten.
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