Umwelt-AI-Governance: Die USA und China verfolgen unterschiedliche Wege zur Entwicklung grüner KI-Systeme
Mit der rasanten Expansion der künstlichen Intelligenz stehen sowohl die Vereinigten Staaten als auch China vor ähnlichen Herausforderungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit, doch ihre Reaktionen unterscheiden sich erheblich – was den langfristigen ökologischen Fußabdruck der KI prägt.
Einführung
Im ersten Teil dieser Serie über Umwelt-AI-Governance wurde festgestellt, dass Energie und Wasser durch den übermäßigen Verbrauch von Rechenzentren gefährdet sind und möglicherweise mit lokalen Gemeinschaften um Elektrizität und Wasser konkurrieren. Umfragen zeigen, dass 4 von 10 Amerikanern „äußerst“ oder „sehr“ besorgt über die Umweltauswirkungen der KI sind.
Reaktionen der USA
Die US-Politik hinsichtlich der Umweltauswirkungen von Rechenzentren war bisher unzureichend. Es gibt weitgehend keine bundesstaatlichen Vorschriften zur Begrenzung des Energie- oder Wasserverbrauchs von Rechenzentren; stattdessen spielen Marktkräfte und lokale Behörden eine entscheidende Rolle. In den letzten Jahren haben steuerliche Anreize der Bundesstaaten große Technologiefirmen angezogen, um hochtechnologische Arbeitsplätze in ihre Städte zu bringen. Umweltschutz war nicht im Vordergrund, bis Luftverschmutzung und Wasserreserven für Bürger in Frage gestellt wurden.
Einige Technologieunternehmen treffen eigene Vereinbarungen, um saubere Energie zu sichern. Dennoch gibt es auch Projekte, die potenziell negative Klimaauswirkungen haben. Der Großteil der politischen Maßnahmen in den USA konzentriert sich derzeit auf lokale Beschwerden über den übermäßigen Verbrauch von Energie und Wasser.
Reaktionen Chinas
Im Gegensatz dazu verfolgt China einen zentralisierten, politikgetriebenen Ansatz zur Verwaltung des ökologischen Fußabdrucks der KI. Chinesische Analysten prognostizieren, dass Rechenzentren jährlich 400 TWh verbrauchen werden, was etwa 3,2 % des gesamten Strombedarfs Chinas ausmacht. Die Regierung hat bedeutende Initiativen gestartet, um zu steuern, wo und wie Rechenzentren betrieben werden.
Ein herausragendes Beispiel ist die „Ost-West-Datenressourcentransmission“, die neue Supercomputing- und Rechenzentrumsanlagen in Regionen mit kühleren Klimazonen und reichlich erneuerbaren Energien leitet, um den Energieverbrauch zu optimieren und den ökologischen Fußabdruck zu verbessern.
Implikationen und Risiken
Die divergierenden Modelle – die anpassungsfähige Bottom-up-Strategie der USA und die zentralisierte Top-down-Planung Chinas – zeigen unterschiedliche Stärken: Die Flexibilität der USA fördert technologische Experimente, während die Zentralisierung Chinas systemische Effizienz ermöglicht. Beide Nationen sollten letztlich darauf abzielen, das schnelle Wachstum der KI mit umwelttechnischen Anforderungen in Einklang zu bringen.
Fazit
Die Herausforderungen im Zusammenhang mit der KI-Entwicklung und den Umweltvorschriften erfordern ein Umdenken in beiden Ländern. Eine mögliche Lösung könnte die Schaffung eines bilateralen „Green Compute Accord“ sein, um Wettbewerb in Co-Innovation zu verwandeln und global abgestimmte Wege zur Dekarbonisierung der digitalen Infrastruktur der KI zu schaffen.