Überarbeitung des Colorado AI-Gesetzes
Die Gesetzgebung von Colorado verabschiedete 2024 eines der ersten umfassenden Gesetze für künstliche Intelligenz (KI) in den USA, das „Consumer Protections for Artificial Intelligence“ (auch bekannt als Colorado AI Act). Nun hat eine von der Gouverneurin einberufene Arbeitsgruppe am Dienstag einen nahezu vollständigen Entwurf zur Überarbeitung dieses Gesetzes vorgeschlagen.
Dieser Vorschlag stellt keine technische Bereinigung dar – er verändert erheblich, wie KI reguliert wird und wo rechtliche Risiken auftauchen.
Wesentliche Bestimmungen des Vorschlags
Der Vorschlag schränkt den Anwendungsbereich ein, um bedeutendere Anwendungen von KI abzudecken, und verlagert die Compliance-Anforderungen von präventiven Bewertungen auf nachteilige Entscheidungen. Wichtige Punkte umfassen:
- Der Anwendungsbereich wird auf automatisierte Werkzeuge eingegrenzt, die „wesentlichen Einfluss“ auf bedeutende Entscheidungen haben.
- Die Compliance-Verpflichtungen werden von präventiven Bewertungen auf nachteilige Entscheidungen verschoben.
- Der Vorschlag betont die Ausführung (klare Regeln) über papierbasierte Verteidigungen (Bewertungen und Risikorahmen).
Hintergrund
Im Mai 2024 wurde Colorado der erste Bundesstaat, der ein umfassendes KI-Gesetz verabschiedete, das sich auf Hochrisiko-KI-Systeme konzentriert. Unternehmen sind verpflichtet,:
- angemessene Sorgfalt zu walten lassen, um algorithmische Diskriminierung zu vermeiden,
- Informationen über KI-Systeme, einschließlich Zweck und bekannte Risiken, zu teilen,
- Wirkungsbewertungen für Hochrisiko-KI-Anwendungen durchzuführen,
- ein Risikomanagementprogramm aufrechtzuerhalten,
- Verbraucher vor und nach der Nutzung detaillierte Hinweise zu geben.
Der Gesetzesentwurf wurde als Beginn einer Welle von KI-Gesetzgebungen gefeiert, jedoch gab es sofortige Rufe zur Reform. Mehrere Versuche, Änderungen vorzunehmen, scheiterten. Die Arbeitsgruppe hat nun ihren Vorschlag veröffentlicht.
Was der Vorschlag streicht
Im Vergleich zum Colorado AI Act vereinfacht der Vorschlag die Compliance, indem unklare Standards und Anforderungen zur KI-Governance entfernt werden:
- Die Pflicht zur Sorgfalt wird gestrichen.
- Die Verpflichtung zur Durchführung jährlicher Wirkungsbewertungen wird aufgehoben.
- Alle Verweise auf algorithmische Diskriminierung werden entfernt.
Was der Vorschlag einführt
Der Vorschlag führt geschäftsfreundlichere Bestimmungen ein, die Klarheit für Unternehmen schaffen, um potenzielle Haftung zu verstehen und zu mindern:
- Eine 90-tägige Frist zur Behebung von Verstößen wird eingeführt.
- Die Haftung wird auf Ansprüche beschränkt, die aus den beabsichtigten Verwendungen des Entwicklers resultieren.
- Die Aufbewahrung von Unterlagen wird für drei Jahre vorgeschrieben.
Modifikationen des Vorschlags
Der Vorschlag modifiziert einige bestehende Bestimmungen, um Unternehmen mehr Zeit zur Vorbereitung auf das engere Gesetz zu geben:
- Der Anwendungsbereich wird durch gezielte Ausnahmen für Werbung und triviale Entscheidungen eingegrenzt.
- Die Offenlegungspflichten werden reduziert und nur bei wesentlichen Entscheidungen gefordert.
Ausblick
Ein Gesetzgeber in Colorado muss den Vorschlag als Gesetzesentwurf einbringen. Dies ist wahrscheinlich eine Formsache. Der Vorschlag hat eine hohe Erfolgschance, da er von einer breiten Palette von Interessengruppen unterstützt wird. Die Zeit drängt, da die Gesetzgebung am 13. Mai schließt.
Eine potenzielle Herausforderung könnte eine Exekutivverordnung sein, die darauf abzielt, die KI-Vorschriften der Bundesstaaten zu benennen und anzuprangern. Sollte Colorados Gesetz betroffen sein, könnte dies zusätzliche Komplikationen verursachen.