Ein kurzer Leitfaden zu Präsident Trumps Exekutivbefehl: „Sicherung eines nationalen Politikrahmens für Künstliche Intelligenz“
Am 11. Dezember 2025 unterzeichnete Präsident Trump einen Exekutivbefehl, der darauf abzielt, die Befugnisse der Bundesstaaten zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) zu beschränken.
Weniger Regulierung bedeutet nicht weniger Risiko
Mit einem zweiten Exekutivbefehl verstärkt die US-Regierung ihre Deregulierung von KI und verfolgt einen „hands-off“-Ansatz, der Geschwindigkeit und Innovation über Schutzmaßnahmen stellt. Der Exekutivbefehl zur Sicherung eines nationalen Politikrahmens für Künstliche Intelligenz soll die staatliche Regulierung von KI einschränken und vorwegnehmen.
Der Exekutivbefehl schafft die Grundlage dafür, dass die Bundesregierung gegen staatliche KI-Gesetze vorgeht, neue vorweggenommene Vorschriften und Gesetze verfolgt und staatliche Maßnahmen beeinflusst, indem sie Bundesmittel von Staaten zurückhält, die KI-Gesetze erlassen, die mit der Politik des Exekutivbefehls unvereinbar sind.
Der erklärte Zweck dieses Exekutivbefehls
Der Exekutivbefehl behauptet, dass ein 50-staatliches „Patchwork unterschiedlicher Regulierungsregime“ Compliance-Herausforderungen schafft und Innovation erstickt. Zudem wird argumentiert, dass Antidiskriminierungsbestimmungen in einigen staatlichen Gesetzen „ideologische Vorurteile innerhalb von Modellen einbetten“. Die staatlichen KI-Gesetze würden gegen die Handelsklausel verstoßen, indem sie „unerlaubt über die Grenzen der Staaten hinaus regulieren“.
Handlungsanweisungen für die Exekutive
Der Exekutivbefehl fordert folgende Maßnahmen von den Behörden der Exekutive:
- Der Generalstaatsanwalt soll innerhalb von 30 Tagen eine KI-Rechtsstreitgruppe einrichten, die damit beauftragt ist, staatliche Gesetze anzufechten, die mit der Politik des Exekutivbefehls unvereinbar sind.
- Der Handelsminister soll innerhalb von 90 Tagen eine Bewertung bestehender staatlicher KI-Gesetze veröffentlichen, die dem Exekutivbefehl widersprechen.
- Der Handelsminister soll innerhalb von 90 Tagen eine Mitteilung erlassen, die Staaten mit „belastenden KI-Gesetzen“ von verbleibenden Bundeszuschüssen ausschließt.
- Die Federal Communications Commission (FCC) muss innerhalb von 90 Tagen ein Verfahren einleiten, um zu bestimmen, ob ein bundesstaatlicher Bericht- und Offenlegungsstandard für KI-Modelle angenommen werden sollte, der staatliche Gesetze außer Kraft setzt.
- Die Federal Trade Commission (FTC) muss innerhalb von 90 Tagen eine politische Erklärung erstellen, um zu erläutern, wann staatliche Gesetze außer Kraft gesetzt werden, weil sie „Änderungen an den wahren Ausgaben von KI-Modellen erfordern“.
- Präsidentielle Berater müssen legislative Empfehlungen zur Schaffung eines einheitlichen bundesstaatlichen Politikrahmens für KI vorbereiten.
Konkretes Beispiel
Der Exekutivbefehl zitiert das „algorithmische Diskriminierungsgesetz“ von Colorado als konkretes Beispiel für ein staatliches Gesetz, das im Widerspruch zur Politik des Exekutivbefehls steht. Es wird argumentiert, dass dieses Gesetz die Modelle dazu drängen könnte, „falsche Ergebnisse“ zu produzieren, um eine differenzierte Behandlung zu vermeiden.
Was bedeutet das?
Exekutivbefehle, die von der US-Regierung erlassen werden, setzen bestehende staatliche Gesetze zur Regulierung von KI nicht außer Kraft. Alle staatlichen und lokalen Gesetze bleiben durchsetzbar. Es ist wahrscheinlich, dass Staaten die Maßnahmen der zuständigen Exekutivbehörden anfechten werden.
Risiken und Implikationen
Organisationen sollten Deregulierung nicht mit einem reduzierten Risiko verwechseln. Risiken im Zusammenhang mit KI werden nicht als „KI-Anspruch“ oder „KI-Problem“ auftreten, sondern durch vertraute rechtliche Wege, wie z.B. Produkthaftung, IP-Verletzungen, professionelle Haftung, Verbraucherschutzfragen oder Datenschutzbeschwerden. Es gibt bereits gut etablierte rechtliche Rahmenbedingungen, die zur Durchsetzung von Sanktionen oder Maßnahmen genutzt werden können.
Fazit
Die anhaltende Unsicherheit in der Regulierung von KI beseitigt nicht die rechtlichen Risiken; bestehende Regulierungsbehörden und private Kläger können weiterhin Durchsetzungsmaßnahmen oder Klagen anstreben. Die Abwesenheit spezifischer Regeln für KI schützt Unternehmen nicht vor Haftung.