Indien stellt techno-rechtlichen Rahmen zur Einbettung von Governance in KI-Systeme vor
Indien hat einen neuen Ansatz zur Governance von künstlicher Intelligenz (KI) skizziert, der im Januar 2026 in einem Weißbuch mit dem Titel „Stärkung der KI-Governance durch einen techno-rechtlichen Rahmen“ veröffentlicht wurde.
Der techno-rechtliche Rahmen
Das Weißbuch präsentiert ein als „techno-rechtlich“ bezeichnetes Modell für die KI-Governance, das rechtliche Schutzmaßnahmen, technische Kontrollen und institutionelle Mechanismen direkt in das Design und die Bereitstellung von KI-Systemen integriert. Anstatt ein eigenständiges KI-Gesetz vorzuschlagen, basiert der Rahmen auf bestehender Gesetzgebung, während er die Einhaltung in die Systemarchitektur von Anfang an einbettet.
Ziele und Ansätze
Der Hauptwissenschaftliche Berater betont, dass dieser Ansatz sicherstellen soll, dass Governance nicht als nachträglicher Gedanke behandelt wird. Stattdessen sollen rechtliche Anforderungen und technische Durchsetzungswerkzeuge – wie datenschutzfördernde Technologien, Modellprüfungen und KI-Wirkungsbewertungen – über den gesamten Lebenszyklus der KI hinweg funktionieren, von der Datenerhebung über das Modelltraining bis zur Inferenz und agentischen KI-Systemen.
Lebenszyklus und Risikomanagement
Das Dokument betont „Verantwortungsvolle KI by Design“ und skizziert fünf Lebenszyklusphasen: Datenerhebung, Schutz von Daten in Nutzung, KI-Training und Modellbewertung, sichere KI-Inferenz und vertrauenswürdige Agenten. In jeder Phase identifiziert der Rahmen Risiken in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit, Fairness, geistiges Eigentum und Sicherheit sowie Vorschläge zur Minderung dieser Risiken.
Institutionelle Koordination
Das Weißbuch fordert eine verstärkte institutionelle Koordination durch Mechanismen wie eine KI-Governance-Gruppe, ein Technologie- und Politik-Expertengremium sowie ein KI-Sicherheitsinstitut. Zudem wird eine nationale KI-Vorfall-Datenbank vorgeschlagen, um Schäden zu verfolgen und zu analysieren, und es werden freiwillige Branchenverpflichtungen unterstützt durch Anreize angeregt.
Schlussfolgerung
Dieser techno-rechtliche Ansatz wird als pro-innovatives Modell positioniert, das darauf abzielt, wirtschaftliches Wachstum, verfassungsmäßige Rechte und globale Führungsstärke in der vertrauenswürdigen KI-Governance in Einklang zu bringen.