Risiken der grenzüberschreitenden Compliance bei der KI-Beschaffung

Die Meta-Manus-Überprüfung: Was Unternehmenskäufer von KI über grenzüberschreitende Compliance-Risiken wissen müssen

Die Übernahme des KI-Agenten-Startups Manus durch Meta für 2 Milliarden US-Dollar ist zu einer Lektion für CTOs in Bezug auf grenzüberschreitende Compliance-Risiken geworden. Trotz der Verlagerung von Manus von Peking nach Singapur im Jahr 2025 hat das chinesische Ministerium für Handel am 9. Januar angekündigt, zu prüfen, ob der Deal gegen Exportkontrollen, Regeln zum Technologietransfer und Vorschriften für Überseeinvestitionen verstößt.

Die Realität für Unternehmenskäufer

Die Untersuchung offenbart eine unbequeme Realität für Käufer von Unternehmens-KI: Der Unternehmenssitz eines Anbieters sagt nichts über dessen regulatorische Exposition aus. Der entwickelte KI-Agent könnte durchaus den Exportkontrollen unterliegen, unabhängig von der Unternehmensregistrierung.

Manus schien alle Kriterien für regulatorische Unabhängigkeit zu erfüllen. Das Unternehmen verlegte sein 105-köpfiges Team im Sommer 2025 nach Singapur, entließ 80 Mitarbeiter in Festlandchina und sicherte 75 Millionen US-Dollar an US-Finanzierungen. Dennoch unterstrich ein Sprecher des Ministeriums, dass die Unternehmensstruktur allein nicht die Compliance bestimmt.

Regulatorische Rahmenbedingungen

Chinas aktualisierte Exportkontrollregeln von 2020 erweiterten den Geltungsbereich auf bestimmte Algorithmen, was als rechtliche Grundlage für Interventionen bei Geschäften mit strategischer Technologie interpretiert wird. Käufer müssen drei wichtige Bereiche verstehen:

  • Exportkontrollen: Fortgeschrittene KI-Agenten und verwandtes geistiges Eigentum gelten als strategische Vermögenswerte, die Lizenzanforderungen unterliegen.
  • Datensicherheitsregeln: Grenzüberschreitende Datenübertragungen erfordern regulatorische Genehmigungen, insbesondere für Datensätze, die zum Trainieren oder Verfeinern von KI-Modellen verwendet werden.
  • Überseeinvestitionsvorschriften: Wenn chinesische Staatsangehörige Technologievermögen ins Ausland übertragen, wird geprüft, ob die Übertragung eine staatliche Genehmigung erfordert.

Implikationen für die Due Diligence von KI-Anbietern

Der Fall Manus zeigt Lücken in der Bewertung der regulatorischen Risiken von KI-Anbietern durch Unternehmenskäufer auf. Standardbeschaffungsprozesse konzentrieren sich auf Datenresidenz und vertragliche Haftung, jedoch evaluieren nur wenige, ob die Technologieentwicklungsgeschichte des Anbieters eine laufende Compliance-Exposition in mehreren Jurisdiktionen schafft.

Unternehmenskäufer sollten nun folgende Fragen an KI-Dienstanbieter stellen:

  • Technologieherkunft: Wo wurde das Kernmodell oder der Agent entwickelt? Welche Exportkontrollregime könnten Anspruch auf Autorität erheben?
  • Transfer-Compliance: Welche regulatorischen Genehmigungen wurden bei der Verlagerung eingeholt? Kann der Anbieter die Einhaltung von Exportlizenzen für Technologietransfers nachweisen?
  • Betriebliche Kontinuität: Wie würde eine regulatorische Untersuchung die Dienstleistungserbringung beeinflussen? Welche Verpflichtungen zur Kundenbenachrichtigung bestehen während der Prüfungszeiträume?

Fazit

Diese Untersuchung hat bedeutende Auswirkungen über den spezifischen Deal hinaus. Sollte Peking feststellen, dass es die Jurisdiktion über KI-Technologie chinesischen Ursprungs unabhängig von der Unternehmensstruktur behaupten kann, könnte dies den regulatorischen Einfluss auf die Lieferketten von Unternehmens-KI verstärken. Käufer, die KI-Agenten für Marktforschung oder Datenanalysen nutzen, müssen sich nun mit Fragen zur Anbieter-Stabilität während geopolitischer Konflikte auseinandersetzen.

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