Die Welt besorgt sich zunehmend um totale KI
Die globale Eile, künstliche Intelligenz (KI) zu umarmen, geht nicht mehr nur um coole Apps und clevere Chatbots. Es geht auch um Wasserverbrauch, Stromnetze, Chipmangel und letztlich um die Gesundheit unseres Planeten. Aus diesem Grund bewegen sich China und Indonesien schnell, um strenge Grenzen für einige der süchtig machendsten und energiehungrigsten Formen der KI zu setzen.
Regulierungsansätze in China und Indonesien
Ende 2025 veröffentlichte Chinas Cyber-Regulierungsbehörde Entwurfsregeln für KI-Systeme, die menschliche Persönlichkeiten nachahmen und emotionale Bindungen zu Nutzern aufbauen. Der Vorschlag würde Anbieter dieser menschenähnlichen „Begleitdienste“ zwingen, vor übermäßigem Gebrauch zu warnen, Anzeichen von Abhängigkeit zu erkennen und einzugreifen, wenn Nutzer extreme Emotionen zeigen.
Indonesien verfolgt einen anderen, aber verwandten Weg. Die Regierung finalisiert eine Präsidialverordnung, die einen nationalen KI-Fahrplan und KI-Ethische Regeln verankern wird. Beamte beschreiben es als einen Rahmen, den Ministerien für ihre eigenen Sektoren anpassen können, von Gesundheit bis Finanzen. Ein Leitprinzip ist die Nachhaltigkeit, wobei betont wird, dass „KI unter Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf Menschen, die Umwelt und alle Lebewesen entwickelt werden muss.“
Umweltauswirkungen der KI
Warum sollten emotionale Chatbots und Fahrpläne überhaupt mit der Umwelt verknüpft werden? Weil der aktuelle KI-Boom von einem weitreichenden Netzwerk von Rechenzentren angetrieben wird, die enorme Mengen an Strom und Wasser verbrauchen. Schätzungen zufolge stoßen Rechenzentren bereits rund 180 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus, und die Stromnachfrage könnte sich bis 2030 mehr als verdoppeln, wenn die aktuellen Trends anhalten. KI-Workloads machen heute nur einen Teil davon aus, wachsen jedoch schnell.
Jüngste Forschungen deuten darauf hin, dass KI-Systeme bald einen CO2-Fußabdruck haben könnten, der mit dem von New York City vergleichbar ist, und so viel Wasser verbrauchen könnten wie das gesamte in einem Jahr konsumierte Flaschenwasser weltweit. Eine weitere Analyse, die von den Vereinten Nationen unterstützt wird, warnt, dass die globale KI-Nachfrage bis 2027 4,2 bis 6,6 Milliarden Kubikmeter Wasser verbrauchen könnte, was ungefähr den jährlichen Wasserentnahmen Dänemarks entspricht.
Um dies in alltägliche Begriffe zu fassen: Ein einzelnes mittelgroßes Rechenzentrum kann in einem Jahr so viel Wasser „trinken“ wie etwa tausend Haushalte. Größere Campus können kleinen Städten Konkurrenz machen. Je mehr wir uns auf KI für Suche, Arbeit und Unterhaltung verlassen, desto mehr müssen diese Serverfarmen gekühlt werden, oft mit Frischwasser, das ansonsten der Landwirtschaft oder Haushalten in heißen Sommern und belasteten Flüssen zugutekommen könnte.
Chipmangel und Verbraucherpreise
Der Druck hört nicht am Wasserhahn oder am Kraftwerk auf. Der KI-Boom trägt auch zur globalen Knappheit an Speicherchips bei, da Fabriken versuchen, hochbandbreitige Komponenten für KI-Server zu liefern und Kapazitäten von Handys und Laptops abziehen. Analysten und Chiphersteller warnen, dass diese KI-gesteuerte Knappheit die Preise für Elektronikartikel in die Höhe treiben könnte und bis weit ins Jahr 2027 anhalten könnte.
Für viele Menschen werden die Umweltkosten der KI zunächst als höherer Preis für ihr nächstes Gerät und später als mehr Elektroschrott sichtbar, wenn ältere Hardware früher als geplant entsorgt wird.
Schlussfolgerung
Vor diesem Hintergrund ist die Botschaft, dass Menschen von Technologie nicht „versklavt“ werden dürfen, nicht nur ein ethisches Anliegen. Der indonesische Fahrplan zielt darauf ab, KI in prioritäre Sektoren wie Gesundheitswesen, Bildung, intelligente Städte und Ernährungssicherheit zu lenken, während er Verantwortlichkeit, Transparenz und Respekt vor dem Urheberrecht erfordert. Wenn er erfolgreich ist, könnten KI-Werkzeuge Landwirten helfen, sich an sich ändernde Niederschläge anzupassen oder Planern öffentlicher Verkehrsmittel helfen, Emissionen zu senken, anstatt einfach eine weitere Runde gedankenloser Bildschirmzeit zu füttern.
Die Entwurfsregeln Chinas befassen sich mit einem anderen Risiko. Emotionale Begleit-Apps können unendlich geduldig und verfügbar erscheinen, insbesondere nachts, wenn echte Freunde schlafen. Regulierungsbehörden befürchten, dass Nutzer von diesen Systemen abhängig werden könnten, was die psychische Gesundheit schädigen oder zu schlechten Entscheidungen führen könnte. Der Vorschlag würde Anbieter dazu verpflichten, die Emotionen der Nutzer zu überwachen, riskantes Verhalten zu kennzeichnen und manipulative Designs zu vermeiden, die Menschen um jeden Preis fesseln.
Insgesamt zeigen diese Politiken ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass KI nicht eine unsichtbare Wolke ist. Sie ist eine sehr physische Industrie, die auf Stromnetze, Wasserressourcen, seltene Mineralien und zunehmend die Aufmerksamkeit der Menschen angewiesen ist. Experten argumentieren, dass starke Richtlinien, bessere Transparenz und klare Umweltziele notwendig sein werden, wenn KI zur Lösung von Klimaproblemen beitragen soll, anstatt leise zum Problem beizutragen.
Am Ende ist die Frage einfach: Wollen wir KI, die still Wasserreservoirs entleert und die Chippreise in die Höhe treibt, oder KI, die Gesellschaften hilft, Energie zu sparen und Ökosysteme zu schützen, während die Menschen fest die Kontrolle behalten? Länder wie China und Indonesien beginnen damit, ihre Antwort in Gesetze zu fassen.