Regulierung von KI am Arbeitsplatz: Herausforderungen und Chancen in Australien

Navigieren durch die sich entwickelnde Landschaft der KI-Regulierung in australischen Arbeitsplätzen

Mit der rasanten Transformation der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz (KI) und automatisierte Entscheidungsfindung (ADM) sehen sich australische Arbeitgeber einem komplexen und sich ständig verändernden regulatorischen Umfeld gegenüber.

Perspektiven zur KI

Auf der Seite der Arbeitgeber wird argumentiert, dass KI Chancen für erhöhte Produktivität, Effizienz und Innovation schafft. Auf der anderen Seite warnen Gewerkschaften vor Risiken, die von potenzieller Diskriminierung bei der Einstellung bis hin zu Bedenken über Überwachung am Arbeitsplatz und Arbeitsplatzverlust reichen.

Die Diskussion über KI war ein zentrales Thema bei den Produktivitätsrunden im August 2025, wo Gewerkschaftsvertreter ein starkes regulatorisches Rahmenwerk und eine größere Mitbestimmung der Arbeitnehmer bei der Einführung von KI forderten. Sollten die Vorschläge der Gewerkschaften angenommen werden, könnten sie die Möglichkeiten der Arbeitgeber einschränken, Produktivitätsmaßnahmen umzusetzen.

Der bestehende regulatorische Rahmen

Trotz gegenteiliger Behauptungen der Gewerkschaften bieten die bestehenden Arbeitsgesetze in Australien bereits eine Grundlage für den Schutz im Zusammenhang mit der Nutzung von KI und ADM. Gesetze zur unrechtmäßigen Entlassung, Antidiskriminierung, nachteiligen Maßnahmen und Arbeitsschutzgesetze spielen alle eine Rolle beim Schutz der Arbeitnehmer.

Ein Beispiel ist, dass selbst wenn ein Algorithmus die Entscheidung zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ohne menschliche Aufsicht trifft, der Arbeitgeber weiterhin nach den Gesetzen zur unrechtmäßigen Entlassung haftbar bleibt.

Die Gesetzgebung zur Diskriminierung stellt eine komplexere Herausforderung dar. Obwohl keine Absicht für eine Feststellung von Diskriminierung erforderlich ist, bezieht sich das Gesetz typischerweise auf Handlungen, die von einer Person durchgeführt werden. Dies wirft Fragen zur Haftung auf, wenn eine Entscheidung ausschließlich durch einen Algorithmus getroffen wird.

Überwachung und Gesundheitsschutz

Die Überwachung am Arbeitsplatz wird durch ein Flickwerk aus staatlichen und territorialen Gesetzen sowie durch Arbeitsschutzverpflichtungen geregelt. Diese Gesetze bieten einen gewissen Schutz gegen unangemessene Überwachung und Datensammlung.

Ein weiterer Fokus liegt auf den Konsultationsanforderungen. Die meisten Arbeitnehmer sind durch moderne Tarifverträge oder Unternehmensvereinbarungen abgedeckt, die eine Konsultation bei wesentlichen Änderungen vorschreiben, z. B. bei der Einführung neuer Technologien.

Ausblick

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass spezifische Regelungen zur KI am Arbeitsplatz nicht nur möglich, sondern bereits in Arbeit sind. Die Einführung eines gesetzlichen Codes zur Deaktivierung digitaler Arbeitsplattformen für Gig-Economy-Plattformen und vorgeschlagene Änderungen des Gesetzes zur Arbeitsunfallversicherung deuten auf eine verstärkte Aufsicht über automatisierte Systeme hin.

Die Arbeitgeber sollten proaktive Schritte unternehmen, um sowohl die rechtliche Compliance als auch die Beziehungen zur Belegschaft zu verwalten. In der Praxis sollten Organisationen:

  • Menschliche Aufsicht sicherstellen: Halten Sie menschliches Engagement bei wesentlichen Beschäftigungsentscheidungen, die mit KI oder ADM getroffen werden.
  • KI-Risikoanalysen durchführen: Bewerten Sie potenzielle Vorurteile, Datenschutzrisiken und Diskriminierungsrisiken vor der Implementierung.
  • Mit Mitarbeitern konsultieren: Engagieren Sie sich in zeitgerechter und sinnvoller Konsultation mit Mitarbeitern und deren Vertretern bei Einführung neuer Technologien.
  • Klare Richtlinien entwickeln: Etablieren und kommunizieren Sie klare Richtlinien zur Nutzung von KI, Überwachung am Arbeitsplatz und Datenhandling.
  • In die Entwicklung von Fähigkeiten investieren: Bieten Sie Schulungs- und Nachqualifizierungsangebote an, um den Mitarbeitern zu helfen, KI sicher und effektiv zu nutzen.

Arbeitgeber, die jetzt handeln, werden besser gerüstet sein, um künftigen Reformen zu begegnen und das notwendige Vertrauen für eine erfolgreiche Einführung von KI aufrechtzuerhalten.

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