Rechtsstreit über KI-gestützte Einstellungswerkzeuge und FCRA-Konformität

Revolutionäre Klage prüft, ob KI-Einstellungswerkzeuge FCRA-Compliance auslösen

Laut der Beschwerde generiert ein Unternehmen Berichte über Bewerber mithilfe von „KI-gestützten Werkzeugen, die Informationen über potenzielle Mitarbeiter sammeln und bewerten“ und beurteilt deren „Eignung“ für einen Job basierend auf Faktoren wie „Berufserfahrung, prognostizierte zukünftige Karriereentwicklung, Kulturkompatibilität und andere persönliche Merkmale“. Diese Berichte werden angeblich an Arbeitgeber verkauft, um Entscheidungen über die Einstellung zu treffen.

Um diese Berichte zu erstellen, wird behauptet, dass Informationen in ein großes Sprachmodell (LLM) des Unternehmens eingespeist werden, das über 1,5 Milliarden Datenpunkte aus Jobtiteln, Fähigkeiten und den Profilen von mehr als 1 Milliarde Personen in allen Berufen, Branchen und Tätigkeiten enthält.

Die Beschwerde behauptet, dass die Evaluierungstools des Unternehmens Bewerber anhand der während des Bewerbungsprozesses gesammelten Daten, interner Daten des Arbeitgebers, externer Daten und des proprietären LLMs bewerten und einstufen.

FCRA-Schutzmaßnahmen

Das FCRA und entsprechende staatliche Gesetze regeln, wie Arbeitgeber „Verbraucherberichte“ (oder Hintergrundprüfungen) für „Beschäftigungszwecke“ beschaffen und verwenden, einschließlich Einstellung, Beförderung oder Beibehaltung. Das FCRA verlangt von Arbeitgebern, eigenständige schriftliche Offenlegungen an Mitarbeiter und Bewerber bereitzustellen und eine schriftliche Genehmigung einzuholen, bevor sie einen Bericht anfordern. Um „negative Maßnahmen“ zu ergreifen, wie z. B. die Ablehnung eines Bewerbers basierend auf Informationen in einem Verbraucherbericht, imposiert das FCRA zusätzliche Anforderungen an Vorankündigungen und Benachrichtigungen.

Das FCRA regelt zudem „Verbraucherberichterstattungsagenturen“, die als Einrichtungen definiert sind, die Informationen über Verbraucher zusammentragen oder bewerten, um Verbraucherberichte über die „Charaktereigenschaften, den allgemeinen Ruf, persönliche Merkmale oder Lebensweisen“ der Verbraucher zu erstellen – weit gefasste Begriffe, die viele Attribute von Bewerbern oder Mitarbeitern umfassen.

Implikationen für Arbeitgeber

Obwohl KI-Werkzeuge bereits rechtlichen Herausforderungen und Vorschriften gegenüberstehen, die behaupten, sie könnten zu unrechtmäßiger Diskriminierung bei Einstellungen führen, wirft die neue Klage Fragen darüber auf, ob diese Werkzeuge möglicherweise das FCRA und andere Vorschriften zur Hintergrundprüfung betreffen.

Nächste Schritte

Die Klage könnte die erste einer neuen Art von Sammelklage sein, die sich gegen Beschäftigungswerkzeuge richtet, die KI oder automatisierte Entscheidungsprozesse verwenden, um spezifische Daten von Bewerbern oder Mitarbeitern abzurufen oder zu nutzen. Da sich der Fall jedoch noch in den frühen Phasen befindet, bleibt unklar, ob die Ansprüche in der Litigation Bestand haben werden.

Arbeitgeber sollten diesen Fall und ähnliche Fälle genau beobachten, während sie ihre Verwendung von KI-gestützten Werkzeugen für Rekrutierung und Einstellung überprüfen. Wenn solche Werkzeuge eingesetzt werden, sollten Arbeitgeber auch bewerten, wie diese Werkzeuge funktionieren, einschließlich der spezifischen Daten, die zur Bewertung von Bewerbern und Mitarbeitern gesammelt und verwendet werden.

Die entsprechenden Fachgruppen werden die Entwicklungen weiterhin überwachen und Updates zu den Themen Hintergrundprüfungen, Klassensachen, Cybersicherheit, Datenschutz und Arbeitsrecht bereitstellen, sobald weitere Informationen verfügbar sind.

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