Über den IT-Gesetz hinaus: Warum der Global India AI Summit 2026 ein rechtlicher Meilenstein ist
Indien veranstaltet den Global India-AI Impact Summit 2026, ein Schlüsselereignis in seinem Bestreben, eine globale Führungsrolle im Bereich künstliche Intelligenz zu übernehmen. Der Gipfel wird vom Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie geleitet und fördert die India AI Mission, die im März 2024 mit einem Budget von Rs 10.372 Crore ins Leben gerufen wurde. Das Ziel dieser Mission ist der Aufbau eines selbsttragenden KI-Ökosystems, das allen Bürgern zugutekommt, nicht nur großen Technologieunternehmen.
Veranstaltungsdetails
Der Gipfel findet vom 16. bis 20. Februar 2026 in New Delhi statt und konzentriert sich auf die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für KI, IT, Cybersicherheit und digitales Recht. Mit dem Ministerium, das die Technologiegesetze Indiens entwirft, wird diese Veranstaltung als primäres Forum für die Diskussion über den regulatorischen Ansatz des Landes zur KI positioniert.
Wichtige Themen und Gesetze
Ein Highlight wird das Digital Personal Data Protection (DPDP) Act 2023 sein. Im Rahmen des Gipfels wird unter dem Thema „Demokratisierung von KI-Ressourcen“ erörtert, wie KI-Modelle mit unseren Daten umgehen, um sicherzustellen, dass Innovationen die Privatsphäre respektieren und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Unter dem Thema „Sichere und vertrauenswürdige KI“ wird auch auf die IT-Regeln und die Haftung von Intermediären eingegangen, wobei die rechtliche Pflicht der Plattformen im Vordergrund steht, Deepfakes und KI-generierte Fehlinformationen umgehend zu entfernen.
Rechtliche Entwicklungen in Indien
Die rechtlichen Rahmenbedingungen Indiens haben sich seit dem Jahr 2000 erheblich gewandelt, als das Information Technology (IT) Act 2000 eingeführt wurde. Dieses Gesetz hatte das Hauptziel, elektronischen Signaturen und digitalen Verträgen rechtliche Anerkennung zu verleihen, um das Wachstum des E-Commerce zu fördern. Es war ein „pro-business“ Gesetz, das Indien von physischen Papierwegen abbrachte, jedoch nur wenige Regeln zum Datenschutz oder zu komplexen Cyberkriminalitäten enthielt.
Mit dem Aufkommen von sozialen Medien und Mobiltelefonen erkannte die Regierung, dass das ursprüngliche Gesetz nicht ausreichend war. Die Änderungen von 2008 fokussierten auf Cybersicherheit und definierten neue Verbrechen wie Identitätsdiebstahl und Cyber-Terrorismus. Wichtiger war die Einführung von Abschnitt 69, der der Regierung die Befugnis gab, digitale Inhalte aus Gründen der nationalen Sicherheit zu überwachen oder zu blockieren.
Es ist mittlerweile allgemein anerkannt, dass sich der indische Rechtsrahmen in einer Übergangsphase befindet, die von einem kriminalitätsfokussierten Gesetz zu einem rechtebasierten, compliance-gesteuerten Regime übergeht. Dieser neue Fokus auf Rechte wurde 2017 offiziell im Urteil des Obersten Gerichtshofs im Fall Putta Swamy verankert, das das Recht auf Privatsphäre als fundamentales Recht erklärte.
Herausforderungen und künftige Entwicklungen
Die rechtliche Landschaft wandelt sich erneut, um den Herausforderungen der künstlichen Intelligenz gerecht zu werden. Die Regierung bewegt sich in Richtung eines Digital India Act (DIA), der voraussichtlich das veraltete IT-Gesetz von 2000 vollständig ersetzen wird. Dieses neue Regelwerk, das im Mittelpunkt des Gipfels steht, geht über einfache Regeln hinaus und konzentriert sich auf Auswirkungen, indem es moderne Bedrohungen wie Deepfakes und algorithmische Verzerrungen anspricht.
Der Gipfel ist eine Plattform, auf der dieser Übergang von einer handelnsfokussierten Vergangenheit zu einer rechtebasierten Zukunft operationalisiert wird. Es wird eine außergewöhnliche Gruppe von Juristen und Politikarchitekten anziehen, die nicht nur die Technologie diskutieren, sondern aktiv die Regeln entwerfen, wie KI in unserer Gesellschaft leben wird.
Indien demonstriert der Welt, wie ein „Global South“-Führer die mächtigste Technologie der Welt verwalten kann und dabei sicherstellt, dass während die Maschinen intelligenter werden, die rechtlichen Schutzmaßnahmen für den Einzelnen noch schärfer bleiben.