Südkorea führt wegweisende Gesetze zur Regulierung von KI ein
Südkorea hat am Donnerstag ein umfassendes Gesetzespaket zur Regulierung von künstlicher Intelligenz (KI) eingeführt. Dieses Gesetz soll das Vertrauen und die Sicherheit im Sektor stärken, während Startups befürchten, dass die Einhaltung der Vorschriften sie behindern könnte.
Ziele und Hintergrund
Das Land strebt an, zu einer der drei führenden KI-Mächte der Welt zu werden. Das neue KI-Grundgesetz soll Südkorea in diesem Bereich als Vorreiter positionieren. Die Gesetze treten schneller in Kraft als das KI-Gesetz der EU, das schrittweise bis 2027 umgesetzt wird.
Regulierungsansätze
Weltweit gibt es unterschiedliche Ansätze zur Regulierung von KI. Während die USA einen eher laxen Ansatz verfolgen, um Innovationen nicht zu behindern, hat China einige Vorschriften eingeführt und plant die Schaffung eines Gremiums zur Koordinierung globaler Regelungen.
Nach den neuen südkoreanischen Gesetzen müssen Unternehmen sicherstellen, dass KI-Systeme mit hoher Wirkung – zu denen Bereiche wie nukleare Sicherheit, Trinkwasserproduktion, Transport, Gesundheitswesen und Finanzwesen gehören – unter menschlicher Aufsicht stehen.
Besondere Anforderungen
Weitere Vorschriften verlangen von Unternehmen, dass sie Nutzern im Voraus mitteilen, wenn Produkte oder Dienstleistungen hochwirksame oder generative KI verwenden. Zudem müssen sie klare Kennzeichnungen anbringen, wenn KI-generierte Ergebnisse schwer von der Realität zu unterscheiden sind.
Das Ministerium für Wissenschaft und ICT erklärte, dass der rechtliche Rahmen darauf abzielt, die Akzeptanz von KI zu fördern und gleichzeitig eine Grundlage für Sicherheit und Vertrauen zu schaffen.
Übergangsfrist und Strafen
Nach umfangreicher Konsultation erhalten Unternehmen eine Übergangsfrist von mindestens einem Jahr, bevor Verwaltungsstrafen für Verstöße verhängt werden. Die Strafen können erheblich sein: Beispielsweise droht bei unterlassener Kennzeichnung generativer KI eine Geldstrafe von bis zu 30 Millionen Won.
Im Vergleich dazu sind die potenziellen Strafen in der EU deutlich höher. Dort können Geldstrafen bis zu 1 % des globalen Umsatzes für kleinere Verstöße und bis zu 7 % bei Verstößen gegen Verbote für Hochrisiko-KI betragen.
Bedenken der Startup-Community
Vertreter der Startup-Community in Südkorea äußerten Frustration über die unklaren Details des Gesetzes. Ein Sprecher betonte, dass es ein gewisses Unbehagen gebe und fragte, warum Südkorea der Erste sein müsse, der solche Vorschriften einführt. Es besteht die Sorge, dass vage Formulierungen Unternehmen dazu verleiten könnten, eher sichere, aber weniger innovative Ansätze zu wählen, um regulatorische Risiken zu vermeiden.
Unterstützung für Unternehmen
Der Präsident äußerte Verständnis für die Bedenken und forderte die politischen Entscheidungsträger auf, die Anliegen der Industrie zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass Venture-Unternehmen und Startups ausreichend Unterstützung erhalten. Das Ministerium plant eine Leitlinienplattform sowie ein Unterstützungszentrum für Unternehmen während der Übergangsfrist.
Zusätzlich wird weiterhin geprüft, wie die Belastungen für die Industrie minimiert werden können. Ein Sprecher erklärte, dass die Behörden in Erwägung ziehen, die Übergangsfrist zu verlängern, falls die Bedingungen in der heimischen und internationalen Industrie dies rechtfertigen.