Regierung verschärft digitale Regeln für KI und verlangt Kennzeichnung synthetischer Inhalte
Die indische Regierung hat das digitale Governance-Rahmenwerk erheblich verschärft, indem sie synthetisch generierte Informationen (SGI) – einschließlich KI-generierter Audio-, Video- und visueller Inhalte – durch Änderungen der Regeln für Informationstechnologie (Intermediary Guidelines and Digital Media Ethics Code) vom 10. Februar 2026 in den Geltungsbereich der bestehenden Vorschriften aufgenommen hat.
Klare Definition synthetischer Inhalte
Erstmals definieren die Regeln, was unter „synthetisch generierten Informationen“ zu verstehen ist. Diese umfassen Audio-, visuelle oder audiovisuelle Inhalte, die künstlich oder algorithmisch erstellt, modifiziert oder verändert werden, sodass sie real oder authentisch erscheinen und Personen oder Ereignisse so darstellen, dass sie von echten Personen oder realen Ereignissen nicht zu unterscheiden sind. Ausnahmen gelten jedoch für routinemäßige oder redliche Bearbeitungen, die das ursprüngliche Wesen nicht wesentlich verzerren.
Verpflichtende Kennzeichnung und Metadaten
Eine der wichtigsten Anforderungen ist die verpflichtende Kennzeichnung synthetisch generierter Inhalte. Intermediäre, die die Erstellung oder Verbreitung von SGI ermöglichen, müssen sicherstellen, dass solche Inhalte klar und unmissverständlich gekennzeichnet sind. Zudem sind Plattformen verpflichtet, persistente Metadaten oder andere technische Herkunftsmechanismen einzubetten, um die Nachverfolgbarkeit von SGI zu gewährleisten.
Erhöhte Verpflichtungen für große Social-Media-Plattformen
Für bedeutende soziale Intermediäre gelten strengere Anforderungen. Bevor Inhalte hochgeladen oder veröffentlicht werden, müssen solche Plattformen Benutzererklärungen einholen, die angeben, ob der Inhalt synthetisch generiert ist. Bei der Identifizierung von SGI müssen diese Inhalte zusammen mit einem entsprechenden Hinweis auf ihre synthetische Natur angezeigt werden.
Schnellere Löschfristen und strengere Zeitrahmen
Die Änderungen komprimieren mehrere Fristen für die Einhaltung, was auf eine härtere Haltung gegenüber schädlichen Online-Inhalten hinweist. Die Frist für Intermediäre, auf rechtmäßige Anfragen oder Beschwerden zu reagieren, wurde in bestimmten Fällen von 36 Stunden auf 3 Stunden verkürzt.
Synthetische Inhalte in Verbindung mit illegalen Handlungen
Die Regeln klären, dass Informationen, die zur Begehung illegaler Handlungen verwendet werden, auch synthetisch generierte Informationen umfassen. Plattformen sind verpflichtet, die Nutzung ihrer Dienste zur Erstellung oder Verbreitung solcher Inhalte zu verhindern.
Klarstellung des Safe-Harbour-Schutzes
Die Regierung hat zudem klargestellt, dass die Entfernung oder Deaktivierung des Zugangs zu SGI, einschließlich durch automatisierte Werkzeuge, nicht als Verletzung der Safe-Harbour-Bedingungen gilt, sofern diese Maßnahmen im Einklang mit den Regeln erfolgen.
Politisches Signal zur KI-Governance
Die Änderungen stellen einen der detailliertesten regulatorischen Eingriffe Indiens im schnell wachsenden Bereich der KI und synthetischen Medien dar. Durch die Kombination von Offenlegungsanforderungen, Nachverfolgbarkeitsvorgaben und schärferen Durchsetzungsfristen zielt die Regierung darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Schadensprävention zu schaffen.