Qatar führt neue Regeln zur Nutzung von KI in Gerichten ein
Rechtsanwälte in Katar wurden gewarnt, ihre Quellen zu überprüfen, wenn künstliche Intelligenz (KI) bei der Vorbereitung von Fällen verwendet wird, nachdem ein Anwalt wegen der Zitierung von durch KI erfundenen Referenzen in Missachtung des Gerichts gehalten wurde.
Neue Verfahrensanweisung
Das Qatar International Court and Dispute Resolution Centre (QICDRC) hat eine neue Verfahrensanweisung herausgegeben, die ab Beginn dieses Jahres für alle Prozessparteien und Vertreter vor den Gerichten im Land gelten wird.
Dies geschah nach dem Vorfall mit einem anonymen Anwalt mit Sitz in Dubai, der mehrere Fälle zitiert hatte, die nicht existierten, während er eine Klage im Arbeitsrecht einreichte. Diese Fälle wurden als von KI-Tools erfunden identifiziert, die zur Vorbereitung der Materialien für den Fall verwendet wurden. Dies war der erste Fall dieser Art, der vor Gericht kam.
Der Anwalt wurde wegen Missachtung des Gerichts und Verstoßes gegen einen Artikel des Qatar Financial Centre für die Zitierung gefälschter Fälle verurteilt. Seine Identität wurde anonym gehalten, um eine „disproportional harte Strafe“ für seinen Fehler zu vermeiden. Das Gericht warnte jedoch, dass ähnliche Vorfälle in Zukunft nicht anonymisiert werden würden.
Erwartungen an die Rechtsvertreter
Das QICDRC hat nun die Erwartungen an die rechtlichen Vertreter klargestellt, alle mit KI-Tools erzeugten Inhalte zu verifizieren. Der Einsatz von KI zur Vorbereitung von Materialien wird aufgrund seines Potenzials zur Kostensenkung und Förderung einer höheren Effektivität anerkannt und begrüßt, jedoch haben die vor Gericht erscheinenden Personen die Pflicht, die Genauigkeit ihrer Präsentationen sicherzustellen.
Die Verordnung besagt, dass eine präventive Erklärung über die Nutzung von KI für Fälle nicht erforderlich ist, es sei denn, das Gericht fordert dies ausdrücklich an. Es kann jedoch notwendig sein, dies anderen Parteien zur Fairness und im guten Glauben offenzulegen.
Dokumente, die KI-generierte Inhalte verwenden, müssen identifizierbar sein, und die Vertreter müssen in der Lage sein, zu erklären, wie die Ausgaben verifiziert wurden; möglicherweise ist eine eidesstattliche Erklärung erforderlich. Jegliche Video- oder Audio-Beweise, die KI verwenden, müssen dem Gericht als solche erklärt werden, andernfalls könnten sie ausgeschlossen werden.
Es wird außerdem gewarnt, dass Vertreter nicht ausschließlich auf KI zur Vorbereitung von Materialien vertrauen dürfen und dass vertrauliche oder privilegierte Informationen nicht in ein KI-Tool eingegeben werden dürfen, es sei denn, deren Datenschutz und Sicherheit können garantiert werden.