Die neue Exportpolitik für KI-Chips nach China: Strategisch inkohärent und nicht durchsetzbar
Am 13. Januar veröffentlichte das Handelsministerium eine neue Regelung, die den Verkauf fortschrittlicher KI-Chips nach China erlaubt. Diese Regelung lockert die vorher bestehenden Exportbeschränkungen für Nvidia H200-Chips sowie AMD MI325X und ähnliche Chips, die zuvor für den Export nach China verboten waren.
Die Regelung erkennt an, dass der Export fortschrittlicher KI-Chips nach China ernsthafte nationale Sicherheitsrisiken birgt, schafft jedoch gleichzeitig einen Weg, um deren Verkauf zu erlauben. Das Ergebnis ist ein strategisch inkohärenter Rahmen. Wenn die Regelung strikt umgesetzt wird, würde sie wahrscheinlich die meisten oder alle Exporte nach China blockieren, während eine lockere Umsetzung die Bedenken, die ursprünglich zu Exportkontrollen führten, nicht adressieren würde.
Schlüsselelemente der Regelung
- Überarbeitete Schwellenwerte: Die Regelung erlaubt den Export von KI-Chips, die 13-mal leistungsfähiger sind als zuvor erlaubt. Dies umfasst Chips mit einer Gesamtverarbeitungsleistung (TOP) von weniger als 21.000 oder einer Gesamt-DRAM-Bandbreite von weniger als 6.500 GB/s.
- Chip-Volumenbeschränkung: Die Anzahl der nach China exportierten Chips darf 50 % der an US-Kunden gelieferten Chips nicht überschreiten.
- Keine Exporte für Datenzentren außerhalb Chinas: Die Regelung behält eine „Vermutung der Ablehnung“ für Exporte von KI-Chips zu in China betriebenen Datenzentren im Ausland bei.
- US-Versorgungszertifizierung: Der Exporteur muss bestätigen, dass die Exporte nach China keine „Verzögerungen“ bei der Erfüllung bestehender oder neuer Aufträge von US-Kunden verursachen und dass die globale Fertigungskapazität, die ansonsten für US-Kunden verwendet würde, nicht für Produkte für China umgeleitet wird.
- Endnutzungszertifizierung: Der Exporteur muss bestätigen, dass die Chips nicht für militärische, nachrichtendienstliche oder Massenvernichtungswaffen verwendet werden und dass die Endnutzer in China robuste KYC-Praktiken umsetzen.
Bewertung der Auswirkungen der Regelung
Die Regelung setzt zwar einige Beschränkungen für die Anzahl der KI-Chips, die China erhalten kann, jedoch bleibt die Obergrenze nach wie vor hoch. Analysten schätzen, dass Nvidia etwa 2 Millionen H200-Chips in die USA verkauft hat, was bedeutet, dass die Regelung den Verkauf von H200-Chips nach China auf etwa 1 Million beschränkt, was immer noch ausreicht, um das größte KI-Datenzentrum der Welt zu schaffen.
Die Tatsache, dass die Regelung den chinesischen Unternehmen die Nutzung von US-Chips in Datenzentren außerhalb Chinas untersagt, ist eine zweischneidige Angelegenheit. Einerseits wird sichergestellt, dass diese Chips nicht in Konkurrenz zu den US-Cloud-Anbietern genutzt werden, andererseits bedeutet es, dass alle US-Chips innerhalb Chinas für KI-Training und andere sensible Anwendungen verwendet werden.
Zertifizierungen werden Herausforderungen darstellen: Einige der in dieser Regelung geforderten Zertifizierungen könnten schwer oder unmöglich glaubwürdig zu machen sein. Beispielsweise verlangt die Regelung, dass Exporteure bescheinigen, dass Aufträge für chinesische Kunden die Versorgung mit KI-Chips für US-Kunden nicht negativ beeinflussen werden.
Gefahren und Schlussfolgerung
Die Regelung setzt einen gefährlichen Präzedenzfall. Obwohl die Regelung nicht explizit einen gleitenden Maßstab schafft, könnte die Logik, dass ältere Chips in den USA in einem bestimmten Verhältnis exportiert werden sollten, äußerst gefährlich sein, wenn sie auf fortschrittlichere Chips angewendet wird.
Schlussendlich zeigt die Regelung, dass es keine Form einer Exportpolitik für KI-Chips nach China gibt, die gleichzeitig permissiv, umsetzbar, durchsetzbar und schützend für die nationale Sicherheit der USA ist. Während die in der Regelung enthaltenen Beschränkungen vorzuziehen sind, bestehen weiterhin erhebliche Probleme, die ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen und gleichzeitig sehr große Mengen von KI-Chip-Exporten nach China genehmigen.