MEPs unterstützen Vereinfachung des AI-Gesetzes und fordern Verbot von Nudifier-Apps sowie klare Fristen für Hochrisikoregeln
Am 18. März 2026 haben die Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEPs) Vorschläge zur Vereinfachung der Regeln für künstliche Intelligenz (KI) angenommen und fordern ein Verbot von sogenannten Nudifier-Systemen sowie klare Anwendungsdaten für die Anforderungen an Hochrisikoklassifizierungen. In einer gemeinsamen Position haben die Ausschüsse für Binnenmarkt und Bürgerliche Freiheiten ihren Vorschlag mit 101 Stimmen dafür, 9 dagegen und 8 Enthaltungen angenommen.
Aktivierung bestimmter Regeln für hochriskante KI-Systeme
Die MEPs unterstützen die Verschiebung der Aktivierung bestimmter Regeln für hochriskante KI-Systeme, da wichtige Standards möglicherweise nicht bis zur aktuellen Frist am 2. August 2026 abgeschlossen werden. In ihren Änderungen führen die MEPs feste Anwendungsdaten ein, um Vorhersehbarkeit und rechtliche Sicherheit zu gewährleisten.
Für spezifisch aufgelistete Hochrisiko-KI-Systeme, einschließlich solcher, die Biometrics betreffen und in kritischer Infrastruktur, Bildung, Beschäftigung, essenziellen Dienstleistungen, Strafverfolgung, Justiz oder Grenzmanagement verwendet werden, schlagen die MEPs den 2. Dezember 2027 vor.
Für KI-Systeme, die durch EU-sektorale Gesetzgebung über Sicherheit und Marktüberwachung abgedeckt sind, schlagen die MEPs den 2. August 2028 vor.
Verbot von Nudifier-Apps
In ihrer Position wollen die MEPs ein neues Verbot für sogenannte Nudifier-Systeme einführen, die KI verwenden, um Bilder zu erstellen oder zu manipulieren, die sexuell explizit sind oder intime Darstellungen von identifizierbaren realen Personen enthalten, ohne deren Zustimmung.
Flexibilität und Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen
Die MEPs sind dafür, dass Dienstanbieter personenbezogene Daten verarbeiten dürfen, um Vorurteile in KI-Systemen zu erkennen und zu korrigieren, jedoch mit Schutzmaßnahmen, die sicherstellen, dass dies nur dann geschieht, wenn es unbedingt notwendig ist.
Um EU-Unternehmen zu helfen, zu wachsen, wenn sie den Status eines kleinen und mittleren Unternehmens (KMU) überschreiten, unterstützen die MEPs die vorgeschlagene Erweiterung dieser Maßnahmen auf kleine mittelständische Unternehmen (SMCs).
Um eine Überschneidung der spezifischen EU-Produktsicherheitsregeln und des AI-Gesetzes zu vermeiden, argumentieren die MEPs, dass die Verpflichtungen des AI-Gesetzes für Produkte, die bereits unter sektoralem Recht geregelt sind, weniger streng sein können.
Fazit
Die Vorschläge der MEPs zielen darauf ab, die Regeln für KI zu vereinfachen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sowohl Unternehmen als auch Verbraucher vor potenziellen Risiken geschützt sind. Die nächsten Schritte umfassen die Genehmigung des Mandats des Parlaments in der Plenarsitzung, bevor die Verhandlungen mit dem Rat beginnen können.