Menschen und Fähigkeiten als Kern der AI-Diffusion: Einblicke aus dem AIP2-Labor
Am 29. Januar 2026 versammelte sich das dritte AI Policy to Practice (AIP2) Labor in Brüssel, um Vertreter aus Regierung, Industrie und Zivilgesellschaft zusammenzubringen. Ziel war es, die Dimensionen von Menschen und Fähigkeiten in der AI-Diffusion zu erkunden, die entscheidend dafür sind, dass Volkswirtschaften AI-Technologien nicht nur übernehmen, sondern diese auch wirklich aufnehmen.
Themen der Diskussion
Die Diskussion konzentrierte sich auf vier zentrale Themen: Finanzierung, die Umsetzung von Prinzipien in die Praxis, AI-Diffusion für alle einschließlich KMUs und die Bedeutung dieser Themen für den AI Impact Summit, der in Indien stattfinden wird. Die Teilnehmer untersuchten die globale Entwicklung der AI-Governance mit einem Fokus auf die EU und den AI Act der EU. Zudem wurden Ideen ausgetauscht, wie AI-Governance in Organisationen operationalisiert werden kann, und die Herausforderungen in Bezug auf Investitionen, Arbeitskräfte und Regulierung bewertet, die die AI-Nutzung in verschiedenen Regionen prägen.
Finanzierung der „Human Layer“
Eine zentrale Frage während des Labors war, wer für die Weiterbildung der Arbeitskräfte bezahlen sollte, während sich die Arbeitsmärkte durch AI verändern. Die Teilnehmer debattierten die Verantwortung zwischen Regierungen und dem privaten Sektor. Es wurde festgestellt, dass abgestimmte Anreize entscheidend sind, um lebenslanges Lernen zu ermöglichen. Ein wichtiger Faktor zur Stimulation von Investitionen ist es, eine tatsächliche Kapitalrendite zu demonstrieren. Obwohl die individuelle Nutzung von AI in der EU zugenommen hat, war es vielen nicht klar, dass Unternehmen insgesamt noch nicht die Vorteile oder Effizienzen spüren, die der Einsatz von AI bringen sollte.
Die Rücknahme von Artikel 4 (AI-Kompetenz) im EU AI Act führte zu Diskussionen über die Schließung der Lücke zwischen Prinzipien und Umsetzung. Die Teilnehmer betonten, dass, obwohl AI zunehmend für Aufgaben verwendet wird, die nur ein geringes menschliches Urteilsvermögen erfordern, solide Grundlagen in der AI-Kompetenz entscheidend sind, um Vertrauen aufzubauen. Es wurde angemerkt, dass Menschen dazu neigen, Werkzeuge zu meiden, denen sie nicht vertrauen.
KMUs und Organisationen außerhalb des Technologiesektors sind zögerlich, in AI-Kompetenz und Transformation der Arbeitskräfte zu investieren, da viele unsicher sind, ob sich die Investition rentiert und sie mit der Komplexität von Compliance- und Governance-Strukturen kämpfen.
Operationalisierung der Governance
Die Gruppe untersuchte, wie Organisationen von aspirationalen „AI-Prinzipien“ zu operationalen Governance-Rahmenbedingungen übergehen können, insbesondere da sich die regulatorischen Erwartungen weiterentwickeln. Die Teilnehmer hoben das weltweite Interesse an Europas regulatorischem Weg hervor, insbesondere aus Japan, Brasilien, Afrika und den Vereinigten Staaten. Während der „Brüsseler Effekt“ stark bleibt, riskieren Verzögerungen bei der Entwicklung von Standards, den Einfluss der EU auf die Gestaltung globaler AI-Normen zu verwässern.
Harmonisierung versus Fragmentierung
Die Gruppe reflektierte über die Auswirkungen der sich entwickelnden regulatorischen Landschaften auf Europa, die Vereinigten Staaten und den Globalen Süden, insbesondere im Hinblick auf den Indien-Gipfel. Während einheitliche Rahmenbedingungen wie der EU AI Act Klarheit bieten, divergieren die globalen regulatorischen Ansätze zunehmend, was Bedenken hinsichtlich der Interoperabilität, Compliance-Kosten und Barrieren für grenzüberschreitende Innovation aufwirft. Die Teilnehmer diskutierten, wie offene Innovationskorridore aufrechterhalten und europäische Werte gewahrt werden können, während gleichzeitig die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gesichert bleibt.
Fazit
Abschließend bestätigten die Teilnehmer, dass die Herausforderung nicht nur darin besteht, die AI-Adoption zu beschleunigen, sondern auch eine breit angelegte AI-Diffusion zu ermöglichen. Es ist entscheidend, dass Menschen und Arbeiter die richtigen Fähigkeiten haben, um die Vorteile, die die sich entwickelnde Technologie für alle Teile der Gesellschaft bringen kann, durch inklusive Governance, Vertrauensbildung und nachhaltige Kooperation zu nutzen.