Marylands AI Toy Safety Act: Staatliche Regulierung schließt die Lücke der Bundesvorschriften für KI in Kinderprodukten
Am 12. Februar 2026 schlug eine parteiübergreifende Gruppe von Gesetzgebern in Maryland den Maryland Artificial Intelligence Toy Safety Act vor. Dieser Gesetzesentwurf würde einen umfassenden regulatorischen Rahmen für KI-gestützte Spielzeuge schaffen, die im Bundesstaat verkauft werden. Es umfasst alle Geräte, die maschinelles Lernen, konversationelle KI, Verhaltensmodellierung oder ähnliche computergestützte Prozesse nutzen und für Kinder vermarktet oder hauptsächlich von ihnen verwendet werden.
Gesetzliche Anforderungen und Sicherheitsbewertung
Der Entwurf hat einen absichtlich breiten Anwendungsbereich und führt vor dem Markt Compliance-Verpflichtungen ein, die Hersteller dazu verpflichten, Sicherheitsbewertungen für Kinder durchzuführen, bevor sie neue KI-Spielzeuge auf den Markt bringen. Hersteller von bereits erhältlichen Spielzeugen haben bis zum 1. Januar 2027 Zeit, ihre ersten Bewertungen abzuschließen. Verstöße gegen das Gesetz werden als unlautere, missbräuchliche oder täuschende Handelspraktiken klassifiziert, was zivilrechtliche Strafen von bis zu 50.000 Dollar pro Verstoß nach sich ziehen kann.
Datenschutzanforderungen
Das Gesetz würde auch erhebliche Anforderungen an den Datenschutz auferlegen. Hersteller dürfen nur die minimal notwendigen Daten von Kindern sammeln, die für die Funktionalität des Spielzeugs erforderlich sind, und alle Daten müssen verschlüsselt werden. Der Verkauf oder die Übertragung von Kinderdaten an Dritte ist untersagt, ebenso wie die Verwendung dieser Daten zur Schulung nicht verwandter KI-Modelle oder zur gezielten Werbung an Kinder. Im Falle eines Datenvorfalls sind die Hersteller verpflichtet, betroffene Eltern innerhalb von 48 Stunden zu benachrichtigen.
Inhaltliche Anforderungen an Spielzeuge
Spielzeuge, die KI enthalten, müssen zugängliche Mechanismen zur Einholung und Widerrufung der Elternzustimmung bereitstellen. Eltern sollten die Datensammlung deaktivieren können, ohne dass die Kernfunktionen des Spielzeugs beeinträchtigt werden. Zudem dürfen die Spielzeuge keine Inhalte generieren, die sexuell, gewalttätig oder emotional manipulativ sind, und sie müssen über Moderationstools und altersgerechte Gesprächsfilter verfügen.
Durchsetzung und Aufsicht
Das Gesetz sieht die Einrichtung eines speziellen Überwachungsmechanismus vor, indem ein „Artificial Intelligence Toy Safety Review Panel“ innerhalb der Verbraucherschutzabteilung geschaffen wird. Dieses Gremium wird die Einhaltung der Hersteller überprüfen, unabhängige Audits von KI-Spielzeugen durchführen und Sicherheitsstandards der Branche bewerten. Ab dem 1. Dezember 2027 muss das Gremium jährlich dem Gesetzgeber Bericht erstatten.
Schlussfolgerung
Obwohl die Zukunft dieser Gesetzgebung ungewiss ist, zeigt sie den zunehmenden Druck der Gesetzgeber, die Regulierung von KI in Spielzeugen und anderen Produkten für Kinder zu adressieren. Während auf Bundesebene keine Schritte unternommen werden, um die Integration von KI-Technologien in Spielzeuge zu regulieren, müssen Verkäufer und Hersteller dieser Produkte sich der Möglichkeit staatlicher Regulierung bewusst sein und Entwicklungen in diesem Bereich weiterverfolgen.