Was Nigeria von Ghana und Südafrika lernen kann, während es seine KI-Strategie entwirft
Im Jahr 2024 verabschiedete die Afrikanische Union ihre kontinentale KI-Strategie, ein politischer Rahmen, der den Ton angibt, wie afrikanische Länder künstliche Intelligenz angehen. Die Strategie basiert auf fünf Kernpfeilern: Anwendung von KI in Schlüsselbereichen wie Landwirtschaft, Gesundheitswesen und Bildung; Aufbau von Governance-Systemen, die auf Ethik und Menschenrechten basieren; Entwicklung von Infrastruktur, Talenten, Datensystemen und Forschungskapazitäten; Anwerbung öffentlicher und privater Investitionen; und Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit.
Da künstliche Intelligenz zunehmend Teil des Alltags wird, bemühen sich afrikanische Länder, nationale Strategien zu entwerfen und zu implementieren, um KI zu steuern und zu verwalten. Über 15 afrikanische Länder haben offizielle nationale KI-Strategien oder -Politiken veröffentlicht.
Ghana und seine KI-Strategie
Ghana gehört zu den afrikanischen Ländern, die früh gehandelt haben, und veröffentlichte eine nationale KI-Strategie, die den Zeitraum 2023–2033 abdeckt. Doch fast zwei Jahre nach der Einführung hat Ghana mit der Umsetzung und Governance zu kämpfen. Die KI-Strategie Ghanas wurde durch Stakeholder-Konsultationen mit Unterstützung internationaler Partner entwickelt. Sie umfasst acht Elemente: Erweiterung der KI-Ausbildung und -Schulung, Förderung der Jugend für KI-Jobs, Vertiefung der digitalen Infrastruktur und Inklusion, Erleichterung des Zugangs zu Daten und Governance, Koordination eines nationalen KI-Ökosystems, Beschleunigung der KI-Anwendung in Schlüsselbereichen, Investition in angewandte KI-Forschung und Förderung der KI-Anwendung im öffentlichen Sektor.
Die Regierung hat auch priorisierte Sektoren identifiziert, in denen KI wirtschaftliche und soziale Vorteile bringen könnte, darunter Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Verkehr, Finanzdienstleistungen, Energie und Umweltmanagement. Das langfristige Ziel ist es, Ghana als regionales Zentrum für KI-Entwicklung und -Einsatz zu positionieren, während sichergestellt wird, dass Systeme verantwortungsbewusst und ethisch genutzt werden.
Herausforderungen in Ghana
Einige Elemente der KI-Strategie Ghanas sind bereits in Gang gesetzt worden. Beispielsweise wurde die Strategie 2025 offiziell bei einem öffentlichen Event vorgestellt. Doch die Fortschritte sind ungleichmäßig, und es fehlen operative Rahmenbedingungen zur Überwachung von KI-Systemen, die bereits in verschiedenen Sektoren eingesetzt werden. Ghana hat auch mit Problemen der Energiezuverlässigkeit und einer begrenzten lokalen Rechenkapazität zu kämpfen.
Die KI-Strategie Südafrikas
Südafrika hat bereits 2019 den Grundstein für seine KI-Strategie gelegt. Der Präsident setzte eine Kommission ein, die Stakeholder aus Regierung, Wissenschaft und Privatwirtschaft zusammenbrachte, um die digitale Politik, einschließlich KI, zu gestalten. Die Empfehlungen dieser Kommission haben die Richtung Südafrikas für KI geprägt. Derzeit wird die nationale KI-Politik finalisiert, die in bestehende Institutionen integriert wird.
Lehren für Nigeria
Die meisten nationalen Strategien konzentrieren sich auf ähnliche Säulen: Kompetenzentwicklung, Infrastruktur, Governance, ethische KI und die Anwendung im öffentlichen Sektor. Nigeria muss die Strategien seiner afrikanischen Nachbarn analysieren und von deren Schwächen lernen. Um erfolgreich zu sein, sind funktionierende Governance-Strukturen erforderlich, bevor KI-Systeme weit verbreitet eingesetzt werden. Nigeria sollte auch in die Entwicklung von Infrastruktur und Forschung investieren, um mit dem globalen Wettbewerb Schritt zu halten.
Ein entscheidender Punkt ist die Notwendigkeit, dass KI-Strategien in Institutionen mit echter Autorität und Ressourcen übersetzt werden. Andernfalls riskieren sie, gut geschriebene politische Dokumente zu bleiben, die nie vollständig umgesetzt werden.