Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf den Frieden

Die künstliche Intelligenz, die wir wollen

Die jüngsten Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz (KI) revolutionieren nahezu jeden Aspekt unseres Lebens. KI kann auch dazu beitragen, globale Probleme wie Friedenssicherung, Konfliktprävention und humanitäre Reaktionen zu verbessern, birgt jedoch bei Missbrauch potenzielle Bedrohungen für den internationalen Frieden und die Sicherheit.

Im Rahmen der 80. Sitzung der UN-Generalversammlung diskutierten die Mitgliedstaaten über die Governance von KI sowie deren Implikationen für den internationalen Frieden und die Sicherheit.

Debatten im Sicherheitsrat

Am 24. September fand eine hochrangige offene Debatte über KI im Sicherheitsrat statt, die sich auf die Auswirkungen von KI auf den internationalen Frieden und die Sicherheit konzentrierte. Ziel der Sitzung war es, Diskussionen über die Minderung von Risiken und die Maximierung von Vorteilen von KI zu fördern. Die Teilnehmer teilten bewährte Praktiken und Ansätze für die verantwortungsvolle Entwicklung, den Einsatz und die Nutzung von KI, einschließlich militärischer Anwendungen.

Globale Dialoge zur KI-Governance

Die Debatte des Sicherheitsrats wurde am 25. September durch ein hochrangiges Treffen der Generalversammlung zur KI-Governance gefolgt, das den Globalen Dialog über die KI-Governance einleitete. Dieses Treffen, co-faziliert von Kosta Rica und Spanien, brachte Wissenschaftler, Mitglieder der Technologie-Community, den Privatsektor und die Zivilgesellschaft zusammen. Erstmals hatten alle 193 UN-Mitgliedstaaten die Möglichkeit, an einem inklusiven globalen Dialog über KI teilzunehmen und die globale Kooperation in der KI-Governance zu gestalten.

KI-bezogene Herausforderungen

In den letzten Jahren war die UN-Generalversammlung besonders aktiv, um KI-bezogene Probleme anzugehen. Auf dem Gipfel der Zukunft am 22. September 2024 verabschiedeten die Mitgliedstaaten den Pakt für die Zukunft, der den Global Digital Compact (GDC) und die Erklärung für zukünftige Generationen umfasst. Der GDC verpflichtet zur Schaffung eines multidisziplinären Unabhängigen Internationalen Wissenschaftsgremiums für KI (IISP-AI) und eines Globalen Dialogs zur KI-Governance.

Einfluss der KI auf Frieden und Sicherheit

Der Generalsekretär der UN, António Guterres, erklärte in seiner Eröffnungsansprache im Sicherheitsrat, dass „die Frage nicht ist, ob KI den internationalen Frieden und die Sicherheit beeinflussen wird, sondern wie wir diesen Einfluss gestalten werden.“ Er skizzierte vier Prioritäten: die Sicherstellung menschlicher Kontrolle über den Einsatz von Gewalt, kohärente globale Regulierungsrahmen, den Schutz der Informationsintegrität in Konfliktsituationen und die Schließung der KI-Kapazitätslücke.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis betonte, dass die Entscheidungen, die wir in Bezug auf künstliche Intelligenz treffen, das Machtgleichgewicht neu definieren werden und ob Technologie eine Kraft für den menschlichen Fortschritt oder eine Gefahr für die Menschheit wird.

Der stellvertretende Ministerpräsident des Vereinigten Königreichs, David Lammy, wies darauf hin, dass „wir die tiefste technologische Grenze der Menschheit überschreiten“ und dass es nur einen Weg nach vorne gibt: durch Resilienz.

Die Vertreter der Dänemark wiesen darauf hin, dass KI neue Chancen für nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte, Frieden und Sicherheit bringen kann, aber auch erhebliche Risiken birgt.

Zukünftige Gestaltung der KI-Governance

Während der Einweihung des Globalen Dialogs zur KI-Governance hob António Guterres hervor, dass der Verlauf der künstlichen Intelligenz von unserer Bereitschaft abhängt, zuzuhören, uns anzupassen und zusammenzuarbeiten.

Die Präsidentin der Generalversammlung, Annalena Baerbock, nannte drei Herausforderungen: die Konzentration der KI-Vorteile, die Notwendigkeit einer schnellen und fairen Governance und die Nachhaltigkeit, da KI enorme Energiemengen verbraucht.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez Pérez-Castejón forderte, dass „der Aufstieg der künstlichen Intelligenz nicht aufzuhalten ist, aber auch nicht unregierbar sein darf.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Governance von KI eine zentrale Herausforderung für die internationale Gemeinschaft darstellt, die verantwortungsbewusste Nutzung dieser Technologie entscheidend ist, um Frieden, Entwicklung und Menschenrechte zu fördern.

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