5 in ’25: Künstliche Intelligenz
2025 markierte einen entscheidenden Wandel in der Annahme und Implementierung von Technologien der künstlichen Intelligenz (KI) durch Fachleute im Bereich des geistigen Eigentums (IP), angetrieben durch neue regulatorische Richtlinien, wegweisende Entscheidungen und die Einführung transformierender KI-Tools. Im Folgenden werden mehrere herausragende Entwicklungen hervorgehoben.
1. Menschliche Urheberschaft erforderlich für den Urheberrechtsschutz
Das US Copyright Office (USCO) bestätigte seine Position, dass vollständig von KI generierte Inhalte nicht automatisch urheberrechtlich geschützt sind. Im Januar 2025 veröffentlichte das USCO Teil II seines Berichts über KI. Der Bericht bestätigte, dass menschliche Urheberschaft für das Urheberrecht entscheidend ist und stellte klar, dass KI-Ausgaben geschützt sein können, wenn es ein gewisses Maß an menschlichem Beitrag gibt (z. B. beim Arrangieren oder Modifizieren von KI-Kunstwerken), jedoch allein das Anregen, selbst wenn es elaboriert und einzigartig ist, nicht ausreicht, um Urheberschaft zu gewähren.
Der D.C. Circuit bestätigte dies in Thaler v. Perlmutter. Dort prüfte das Gericht das „Creativity Machine“-System von Dr. Stephen Thaler, das autonom Kunstwerke generiert. Thaler wollte ein Kunstwerk, das von der Creativity Machine erstellt wurde, urheberrechtlich schützen lassen und identifizierte die Maschine als alleinigen Urheber. Der Antrag wurde vom USCO abgelehnt, und das Bezirksgericht bestätigte die Ablehnung. Der D.C. Circuit überprüfte den Fall und bestätigte, dass eine KI-Maschine nicht der alleinige Urheber eines Kunstwerks sein kann. Dr. Thaler reichte einen Antrag auf eine Überprüfung beim Obersten Gerichtshof der USA ein, der zum Zeitpunkt dieser Schrift noch aussteht.
2. USPTO setzt Präzedenzfall bezüglich der Anwendung von Abschnitt 101 auf KI in Ex Parte Desjardins
Das Appeals Review Panel (ARP) des US Patent and Trademark Office (USPTO) entschied in Ex parte Desjardins über die Zulässigkeit bestimmter KI-Technologien gemäß Abschnitt 101. Viele interpretieren das Ergebnis so, dass das USPTO einen nachsichtigen Ansatz bei der Patenteignung für KI-Technologien verfolgen könnte.
Der Antragsteller wollte ein Verfahren zum Trainieren von Maschinenlernen-Modellen patentieren, das darauf abzielt, neue Aufgaben zu erlernen, ohne „vergessen“ zu müssen. Der Patent Trial and Appeal Board (PTAB) wies den Anspruch nach Abschnitt 101 zurück, da die Ansprüche auf eine abstrakte Idee ohne praktische Anwendung gerichtet seien. Das ARP war jedoch anderer Meinung und hob die Ablehnung auf, da die Ansprüche eine technische Verbesserung der Funktionsweise eines Maschinenlernmodells darstellten und somit als praktische Anwendung einer abstrakten Idee gelten.
3. Training von generativer KI mit urheberrechtlich geschützten Werken
Im Mai 2025 veröffentlichte das USCO eine Vorabversion von Teil III seines Berichts über KI, die vorläufige Leitlinien zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Materialien zum Trainieren generativer KI-Modelle gibt. Das USCO bietet eine differenzierte Analyse der Fair-Use-Faktoren für das Training von Modellen.
Der Bericht empfiehlt die Entwicklung bestehender Datenlizenzierungsrahmen zur Schulung von KI-Modellen und erkennt die logistischen und organisatorischen Herausforderungen an, die mit der Lizenzierung verbunden sind.
4. USPTO Automatisiertes Suchprogramm
Im Oktober 2025 startete das USPTO sein KI-Pilotprogramm, das eine KI-gestützte Voruntersuchung vor der substantiellen Prüfung ermöglicht. Das Tool wurde mit öffentlich verfügbaren Patentdaten trainiert und bietet Antragstellern eine Liste potenzieller Probleme in absteigender Reihenfolge der Relevanz.
5. Agentic KI und IP
Das vergangene Jahr sah das Aufkommen von agentischer KI, die im Gegensatz zu generativer KI eigenständig Entscheidungen trifft. Diese Technologie wird in neuen IP-Überwachungs- und Durchsetzungstools verwendet, um potenzielle Verstöße in Echtzeit zu überwachen.
Die Einführung agentischer KI bringt jedoch auch Risiken mit sich. Anwälte sollten sicherstellen, dass generierte Materialien oder vorgeschlagene Maßnahmen ausreichend überprüft werden, um mögliche Haftungen zu vermeiden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz im Jahr 2025 weitreichende Auswirkungen auf die Praxis des geistigen Eigentums haben werden, wobei sowohl Chancen als auch Herausforderungen bestehen.