Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen: Herausforderungen und Chancen

HIPAA, Gesundheitsdaten und Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) verändert das Gesundheitswesen schnell und bietet neue Möglichkeiten zur Datenanalyse, Unterstützung klinischer Entscheidungen, Optimierung von Abläufen und Verbesserung der Patientenergebnisse. Von prädiktiven Analysen bis hin zu ambienten Dokumentationstools werden KI-Systeme zunehmend in den Arbeitsabläufen des Gesundheitswesens integriert.

Doch während sich diese Technologien weiterentwickeln, bleiben die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen für ihre Nutzung in langjährigen Datenschutz- und Berufsnormen verankert. Neben HIPAA, das die bundesstaatlichen Regeln für die Verwendung oder Offenlegung von geschützten Gesundheitsinformationen (PHI) definiert, müssen Gesundheitsorganisationen auch sich entwickelnde staatliche KI-Gesetze, ethische Verpflichtungen in beruflichen Verhaltenscodices und eigene Unternehmensrichtlinien navigieren, die den verantwortungsvollen Einsatz von Technologie regeln.

Wie KI im Gesundheitswesen eingesetzt wird

KI-Tools finden sich in nahezu jedem Bereich des Gesundheitswesens, jedoch funktionieren nicht alle KI-Anwendungen gleich. Diese Unterscheidungen helfen Gesundheitsorganisationen, Risiken zu bewerten, zu bestimmen, wann PHI verwendet oder offengelegt werden kann, und die Mitarbeitenden im angemessenen Einsatz von KI-Tools zu schulen.

Allgemein kann KI im Gesundheitswesen in vier Kategorien unterteilt werden:

  1. Autonome KI

    Diese Kategorie umfasst Systeme, die bestimmte Aufgaben ohne kontinuierliche menschliche Beteiligung ausführen. Beispiele sind:

    • Autonome Diagnosetools, die diabetische Retinopathie erkennen, ohne dass ein Kliniker das Bild interpretieren muss.
    • Bildanalyse-Systeme, die unabhängig Anomalien bei Radiologiebildern identifizieren.
    • Überwachungstools, die eine Verschlechterung des Patienten erkennen und Warnungen auslösen.
  2. Augmentierte Intelligenz

    Augmentierte Intelligenz soll menschliches Urteilsvermögen verbessern, nicht ersetzen. Beispiele sind:

    • Klinische Entscheidungshilfen, die potenzielle Diagnosen vorschlagen oder Wechselwirkungen von Medikamenten kennzeichnen.
    • Risikostratifizierungsmodelle, die Patienten mit hohem Risiko für Wiedereinweisungen identifizieren.
    • Analysen zur Bevölkerungsmedizin, die Kliniker bei der Priorisierung von Interventionen unterstützen.
  3. Automatisierungssoftware mit KI-Funktionen

    Diese Systeme optimieren administrative und operationale Aufgaben. Beispiele sind:

    • Tools für den Einnahmenzyklus, die Daten aus klinischen Dokumenten extrahieren und Kodierungskategorien vorhersagen.
    • Systeme zur vorherigen Genehmigung, die erforderliche Dokumentationen sammeln.
    • Werkzeuge für betriebliche Abläufe, die No-Shows vorhersagen oder Terminplanungen optimieren.
  4. Generative KI

    Generative KI-Tools erstellen neue Inhalte basierend auf Mustern aus großen Datensätzen. Beispiele sind:

    • Ambient-Dokumentationstools, die klinische Notizen basierend auf aufgezeichneten Patienteninteraktionen entwerfen.
    • Tools zur Erstellung von Patientenanweisungen oder Zusammenfassungen für die Koordination der Versorgung.
    • Chatbots, die Patientenfragen beantworten oder bei der Navigation durch Dienstleistungen helfen.

Die Rolle von HIPAA bei der Regulierung der KI-Nutzung

HIPAA enthält keine spezifischen Bestimmungen für KI, da die Sicherheitsvorschriften von HIPAA technologie-neutral sind. Die bestehenden Datenschutz-, Sicherheits- und Meldevorschriften regeln, wie PHI verwendet oder offengelegt werden darf. PHI kann ohne Genehmigung des Patienten mit einem KI-System für Behandlung, Zahlung und Gesundheitsoperationen geteilt werden.

Risiken bei der Nutzung von KI im Gesundheitswesen und wie man sie vermeidet

KI bringt neue Risikokategorien mit sich, die über traditionelle Datenschutz- und Sicherheitsbedenken hinausgehen. Zu den häufigsten Risiken gehört die unbeabsichtigte Offenlegung von PHI, wenn Mitarbeiter identifizierbare Informationen in öffentliche oder nicht HIPAA-konforme KI-Tools eingeben. Um diese Risiken zu managen, sollten Organisationen Mechanismen implementieren, die es Mitarbeitenden ermöglichen, Anomalien zu melden und unerwartete Verhaltensweisen zu dokumentieren.

Schulung der Mitarbeitenden zur Nutzung von KI im Einklang mit HIPAA

Da KI-Tools Teil des Arbeitsalltags werden, müssen Mitarbeitende verstehen, wie sie diese unter Berücksichtigung des Patientenschutzes und der HIPAA-Vorgaben nutzen können. Die Schulung sollte klare Schritte beinhalten, um sicherzustellen, dass PHI angemessen behandelt wird.

Die Schulung sollte auch die spezifischen Anforderungen der Bundesländer berücksichtigen, da einige Staaten strengere Einwilligungsregeln haben, insbesondere für sensible Informationen.

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