Künstliche Intelligenz im Fokus: Chinas Weg zu einer intelligenten Zukunft

Notizen aus der Asien-Pazifik-Region: Chinas 'Zwei Sitzungen' blickt auf die KI-Zukunft des Landes

Mit einer warmen Brise ist der Frühling in China angekommen und die Landschaft der Daten und künstlichen Intelligenz heizt sich auf.

Der März ist ein entscheidender Monat in China, da zu dieser Zeit normalerweise die 'Zwei Sitzungen' des Nationalen Volkskongresses in Peking stattfinden. Hier versammeln sich führende Politiker und Akteure aus verschiedenen Bereichen, um die Entwicklungspläne und Prioritäten Chinas für die kommenden zwölf Monate zu diskutieren und festzulegen.

Entwicklung der KI

Im Bericht zur Regierungsarbeit, der von Chinas Premierminister Li Qiang während der zwei Sitzungen vorgestellt wurde, wird Künstliche Intelligenz (KI) als treibende Kraft für neue qualitativ hochwertige Produktionskräfte positioniert. Dies markiert einen Übergang der digitalen Wirtschaft Chinas von einer datengetriebenen hin zu einer intelligenzgetriebenen Wirtschaft. Die Regierung wird die Entwicklung und den Einsatz neuer Generationen intelligenter Geräte und agentenbasierter KI aktiv fördern und gleichzeitig die Schaffung von Open-Source-KI-Infrastrukturen unterstützen. Um Innovation und Risiko in Einklang zu bringen, wird die Regierung weiterhin die KI-Governance verstärken.

Gesetzgebung und Regulierung

Während der Zwei Sitzungen kündigte Chinas Oberster Gerichtshof einen beschleunigten Gesetzgebungsprozess für KI-Gesetze und -Regulierungen an. Die Gerichte werden sich bemühen, mehr KI-bezogene Fälle zu bearbeiten, die feine Grenze zwischen Innovation und Verletzung zu klären und gerichtliche Richtlinien zu entwerfen, um Unternehmen bei schwierigen Fragen wie der Originalität von KI-generierten Inhalten und der Legalität von Trainingsdaten zu unterstützen.

OpenClaw und Sicherheitsrisiken

Im März 2026 wurde das Open-Source-KI-Agentenprojekt OpenClaw, wegen seines Symbols als 'Lobster' bezeichnet, in China viral und entwickelte sich zu einem bedeutenden Technologiefenomen. Angetrieben durch autonome Entscheidungsfindung, Multitool-Zusammenarbeit und komplexe Aufgabenautomatisierung, breitete es sich unter Entwicklern und sogar unter normalen Internetnutzern aus.

Gleichzeitig traten aufgrund der Architektur von OpenClaw erhebliche Sicherheits- und Datenschutzrisiken auf, darunter Plug-in-Schwachstellen, Eingabeaufforderungsinjektionen, Datenlecks und unbefugter Zugriff. Die Aufsichtsbehörden in China gaben schnell Risikowarnungen heraus, die Unternehmen dazu aufforderten, den Zugang zu sensiblen Daten zu beschränken, den Zugriff zu kontrollieren, Protokolle zu überprüfen, Daten zu anonymisieren und ungeschützte Nutzungen in kritischen Branchen zu verbieten.

Regulierung in Hongkong

Ein ähnlicher Regulierungsansatz wurde in Hongkong verfolgt. Das Büro des Datenschutzbeauftragten für persönliche Daten gab am 16. März eine Warnung heraus, die Unternehmen und die Öffentlichkeit daran erinnerte, die Risiken der persönlichen Datenprivatsphäre und Sicherheit zu beachten, um Datenschutzverletzungen, böswillige Systemübernahmen und Cyberbedrohungen zu vermeiden, bevor sie OpenClaw und andere agentenbasierte KI einsetzen oder nutzen.

Um das Risiko zu minimieren, bot das PCPD praktische Vorschläge an, wie zum Beispiel die Gewährung von minimalen Zugriffsrechten für agentenbasierte KI, die Verwendung der neuesten offiziellen Version, die Annahme angemessener Daten- und Cybersicherheitsmaßnahmen, die vorsichtige Installation und Verwendung von Plug-ins sowie die Durchführung kontinuierlicher Risikoanalysen.

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