Neue Richtlinien zur Nutzung von KI für Cybersicherheit
Unabhängig davon, ob Ihre Organisation bereits künstliche Intelligenz (KI) einsetzt oder dies in Zukunft plant, ist der im Dezember 2025 veröffentlichte Entwurf des Cybersecurity Framework Profile für Künstliche Intelligenz (Cyber AI Profile) ein wertvolles Werkzeug für eine Vielzahl von Organisationen. Das Cyber AI Profile soll Organisationen dabei helfen, die mit KI-Systemen verbundenen Cybersicherheitsrisiken zu managen, die sowohl für interne Prozesse als auch für die aktive Cybersicherheitsüberwachung verwendet werden.
Hintergrund und Zweck
Die jüngsten Fortschritte in der KI haben sowohl bedeutende Chancen als auch neue Herausforderungen für die Cybersicherheit von Organisationen mit sich gebracht. Das Cyber AI Profile soll Organisationen unterstützen, die Auswirkungen von KI-Entwicklungen zu managen, indem es ihnen hilft, Komponenten von KI-Systemen wie Modelle, Algorithmen und Daten abzusichern; die neuen Möglichkeiten der KI zur Verbesserung der Cybersicherheitsmaßnahmen zu nutzen; und sich auf Veränderungen im Bedrohungsumfeld vorzubereiten, die durch den gegnerischen Einsatz von KI entstehen.
Das Cyber AI Profile ist nicht als Ersatz für bestehende Rahmenwerke gedacht, sondern als Ergänzung, die die einzigartigen Risiken und Chancen, die KI mit sich bringt, adressiert. Es richtet sich an Organisationen in jeder Phase der KI-Adoption, einschließlich solcher, die KI-Systeme entwickeln, implementieren oder gegen diese verteidigen.
Integration des Cyber AI Profile mit dem NIST Cybersecurity Framework 2.0
Das Cyber AI Profile ist um drei Hauptfokusbereiche organisiert:
- Sicherung von KI-Systemkomponenten (Sichern)
Dieser Bereich behandelt die Cybersicherheitsherausforderungen, die mit der Integration von KI in organisatorische Ökosysteme verbunden sind, einschließlich der Sicherung von Modellen, Daten, Algorithmen und Lieferketten.
- Durchführung von KI-gestützter Cyberabwehr (Abwehren)
Hier werden Möglichkeiten identifiziert, KI zu nutzen, um Cybersicherheitsprozesse zu verbessern, wie z. B. Bedrohungserkennung, automatisierte Reaktionen und Risikomanagement.
- Abwehr von KI-gestützten Cyberangriffen (Abwehren)
Dieser Bereich konzentriert sich auf den Aufbau von Resilienz gegen neue Bedrohungsvektoren, die durch den gegnerischen Einsatz von KI eingeführt werden, einschließlich KI-gesteuertem Phishing, Malware und autonomen Angriffsagenten.
Der Großteil der Entwurfshinweise bietet nützliche Beispiele und zusätzliche Referenzen zur Implementierung des Cyber AI Profile innerhalb des bestehenden NIST Cybersecurity Framework 2.0. Durch die Veranschaulichung, wie die Schwerpunktbereiche des Cyber AI Profile (Sichern, Abwehren, Abwehren) in die größeren Prinzipien des CSF (Govern, Identify, Protect, Detect, Respond, Recover) integriert werden, könnte diese vorgeschlagene Anleitung ein wertvolles Werkzeug für Organisationen sein, die derzeit das CSF 2.0 nutzen und planen, KI-Tools in ihrer Organisation einzuführen oder zu erweitern.
Öffentliches Feedback und nächste Schritte
Es wird aktiv nach öffentlichem Feedback zum vorläufigen Entwurf gesucht, mit spezifischen Anfragen nach Input zur Dokumentenstruktur, den Beschreibungen der Fokusbereiche, dem Inhalt des Profils und den Glossarbegriffen. Interessierte Parteien können ein Kommentarfeld ausfüllen und an die zuständige Stelle senden. Der Termin zur Einreichung von Kommentaren ist der 30. Januar 2026. Es wird auch ein Workshop geplant, um die Entwurfshinweise zu diskutieren.
Fazit
Das Cyber AI Profile stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung eines einheitlichen, risikobasierten Ansatzes zur Verwaltung der Cybersicherheitsimplikationen von KI dar. Durch die Ausrichtung auf KI-spezifische Überlegungen im Einklang mit dem etablierten NIST Cybersecurity Framework 2.0 bietet das Cyber AI Profile eine praktische Ressource für Organisationen, die KI-Systeme sichern, KI für die Cyberabwehr nutzen und Resilienz gegen KI-gestützte Bedrohungen aufbauen möchten.