Korea gründet KI-Privatsphäre-Rat zur Neudefinition von Datenethik

Korea startet AI Privacy Council zur Neudefinition der Datenethik im Zeitalter der agentischen KI

Die nächste Phase der KI-Governance in Korea beginnt nicht mit einem neuen Gesetz, sondern mit einem neuen Ansatz. Das Land hat Regulierungsbehörden, Richter, Forscher und Technologieführer in einem neu gegründeten AI Privacy Council zusammengebracht, um zu entscheiden, wie sich die Datenethik entwickeln wird, wenn künstliche Intelligenz autonom handelt.

Koreas gemeinsames Rahmenwerk für AI-Datenschutz und -Governance

Die Kommission für den Schutz personenbezogener Daten hat am 2. Februar 2026 das AI Privacy Public-Private Policy Council einberufen. Diese Initiative basiert auf der Erkenntnis der Regierung, dass Datenschutzrahmen, die in der Zeit vor ChatGPT entworfen wurden, nicht mehr ausreichen. Der Rat zielt darauf ab, ein Governance-Modell zu etablieren, das widerspiegelt, wie KI-Agenten und physische KI-Systeme Daten autonom sammeln, ableiten und darauf reagieren, und damit ethische und regulatorische Herausforderungen jenseits traditioneller einwilligungsbasierter Strukturen aufwirft.

Der Rat setzt sich aus 37 Vertretern aus Regierung, Wissenschaft, Industrie, Recht und Zivilgesellschaft zusammen. Die Vorsitzende der Kommission für den Schutz personenbezogener Daten dient als Co-Vorsitzende, während der leitende Richter des Busan Rehabilitation Court die Seite des Privatsektors leitet.

Drei Schlüsseldivisionen

Der Rat arbeitet durch drei Schlüsseldivisionen:

  • Datenverarbeitungsstandards – Festlegung, wie KI-Systeme Informationen verarbeiten und klassifizieren;
  • Risikomanagement – Behandlung algorithmischer und operationeller Verwundbarkeiten;
  • Rechte der betroffenen Personen – Stärkung der Mechanismen für Bürgerkontrolle und -beschwerde.

Die Ergebnisse der Diskussionen des Rates fließen direkt in die nationale Politik ein und werden mit dem National AI Strategy Committee und dem AI Safety Research Institute koordiniert.

Ein Strategiewechsel in der Governance

Die Gründung des Rates spiegelt einen strategischen Wandel in der KI-Governance Koreas wider – von reaktiver zu proaktiver Mitgestaltung. Dies folgt auf eine Reihe von strukturellen Reformen im vergangenen Jahr, einschließlich der Durchsetzung des AI Basic Act, der das weltweit erste umfassende Gesetz zur KI-Governance einführte.

Im Gegensatz zu früheren Bemühungen, die sich auf Compliance konzentrierten, stellt diese Initiative einen Versuch dar, den Sozialvertrag für Daten in einer Zeit zu überarbeiten, in der KI-Systeme autonom und unsichtbar in Verbraucherumgebungen agieren.

Spannungen zwischen Innovation und Aufsicht

Obwohl der Rat Gestalt annimmt, sieht sich seine Mission bereits Spannungen zwischen Innovationsgeschwindigkeit und ethischer Kontrolle gegenüber. Startups, die agentische KI-Systeme entwickeln, argumentieren, dass übermäßige Aufsicht die Wettbewerbsfähigkeit im Inland bremsen könnte, während globale Konkurrenten vorankommen.

Gleichzeitig warnen zivilgesellschaftliche Gruppen vor dem entgegengesetzten Risiko: dass Selbstregulierung und „Sandbox-Stil“-Flexibilität die undurchsichtige Datennutzung normalisieren könnten, was zu einer stillen Erosion der Privatsphäre führt.

Die Herausforderung Koreas ist daher institutioneller Natur und nicht ideologischer. Die Architektur der KI-Governance muss über Datenschutz als statischen Schutz hinausgehen und Datenschutz als dynamisches Design integrieren.

Schutzmaßnahmen ohne Fortschritt zu stoppen

Die dreigeteilte Struktur des Rates könnte zum Testfeld für Datenschutzsicherheitsrahmen im KI-Zeitalter werden. Wenn sie effektiv umgesetzt wird, könnte sie datengetriebenen Unternehmen ermöglichen, unter klaren ethischen Grenzen zu innovieren, während sie den Regulierungsbehörden Echtzeit-Überwachungskapazitäten bieten.

Allerdings fehlt dem System noch eine definierte Verantwortlichkeit. Der AI Basic Act verlangt Transparenz und Wasserzeichen, aber wie diese Prinzipien auf autonome oder eingebettete Systeme ausgeweitet werden, bleibt ungewiss. Ohne legislative Synchronisation riskiert Korea, sich überschneidende Regime zu schaffen, die Verpflichtungen verwirren, anstatt sie zu klären.

Globale Relevanz: Ein Experiment in demokratiefreundlicher KI-Governance

Für internationale Beobachter stellt der Rat ein einzigartiges Governance-Experiment dar: eine offene Demokratie, die versucht, die ethischen Grundlagen der KI zu regulieren, ohne den industriellen Fortschritt zu stoppen. Während der EU AI Act einen regelbasierten Ansatz verfolgt und China auf staatliche Kontrolle setzt, verbindet Koreas Modell rechtliche Autorität mit kollaborativer Politikgestaltung.

Wenn es erfolgreich ist, könnte es zu einem Vorbild für kooperative KI-ethische Governance werden, insbesondere für Länder, die technologische Ambitionen mit demokratischer Verantwortung in Einklang bringen wollen.

Schlussfolgerung

Koreas Entscheidung, den Dialog zwischen Regulierungsbehörden und Technologen zu institutionalisieren, ist keine bürokratische Geste – es ist die Anerkennung, dass die KI-Governance sich ebenso schnell entwickeln muss wie die KI selbst. Das kommende Jahr wird testen, ob die Zusammenarbeit mit der Automatisierung Schritt halten kann. Was als politische Tafel beginnt, könnte bald die Grenze der demokratischen digitalen Ethik werden.

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