KI und Compliance: Herausforderungen für Unternehmen

Unternehmen stehen bereits vor Compliance-Problemen mit bestehenden Gesetzen im Bereich Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) könnte bis 2028 bis zu 15% der täglichen Geschäftsentscheidungen ausmachen. Der Erfolg von Unternehmen wird Innovationen erfordern, doch viele Unternehmen, die diese Werkzeuge einsetzen, agieren ohne klares Verständnis der Compliance.

Während sich die politischen Entscheidungsträger darauf konzentrieren, neue KI-spezifische Vorschriften zu verhindern, sollten Unternehmen nicht abgelenkt werden von der Tatsache, dass die Implementierung von KI möglicherweise bestehende Gesetze verletzt.

Die Realität der KI-Compliance

Die Realität ist, dass das „Wilde Westen“ der KI nicht von einem Mangel an Vorschriften geprägt ist, sondern von dem Wettlauf, leistungsstarke Werkzeuge ohne ein Verständnis dafür einzusetzen, wie Gesetze auf automatisierte Entscheidungsfindung zutreffen.

Die AI Action Plan der Trump-Administration weist darauf hin, dass stark regulierte Sektoren wie das Gesundheitswesen aufgrund einer „komplexen regulatorischen Landschaft und einem Mangel an klaren Governance- und Risikominderungsstandards“ nur langsam KI übernehmen. Dennoch werden Mitarbeiter zunehmend KI-Tools verwenden, um ihre Arbeit effizienter zu gestalten, ob genehmigt oder nicht.

Die Compliance-Herausforderung

In der Technologiebranche haben wir beobachtet, wie Unternehmen, die KI implementieren, unerwartete Compliance-Herausforderungen meistern müssen.

KI bietet enorme Chancen, von verbesserter Effizienz bis hin zu verbessertem Entscheidungsmanagement. Sie hat sich bereits als effektiv in der Optimierung von Lieferketten, Kundenservice-Interaktionen, der Aufdeckung wichtiger Muster in jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung, Betrugsbekämpfung und der Vorhersage von Verbrauchertrends erwiesen.

Doch KI-Tools bringen einzigartige Compliance-Risiken mit sich: Ihre Geschwindigkeit und Skalierung machen eine kontinuierliche Überwachung schwierig, ihre „Black-Box“-Natur verschleiert, wo Aufsicht erforderlich ist. Zudem kann es schwierig sein, zu verhindern, dass sie sensible Daten freigeben, mit denen sie trainiert wurden. Oft haben KI-Systeme Schwierigkeiten, rechtliche Anforderungen korrekt anzuwenden, selbst wenn sie mit relevanten Gesetzen trainiert wurden.

Neue Risiken

Besonders regulierte Branchen verdeutlichen die realen Herausforderungen bei der Einführung von KI-Tools.

Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen entwickeln KI-Unternehmen innovative Werkzeuge, um Kliniker bei verschiedenen Prozessen zu unterstützen, von der Beurteilung von Scans bis zur Kommunikation mit Patienten über KI-gestützte Übersetzungen. Die meisten Unternehmen, die mit Patientendaten arbeiten, müssen die Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) einhalten. Das bedeutet, dass ihre KI-Tools auch den strengen Regeln von HIPAA entsprechen müssen.

Verteidigungstechnologien

Für Verteidigungsauftragnehmer kann die Verwendung von KI in Betrieb oder Forschung und Entwicklung Compliance-Risiken im Zusammenhang mit dem Defense Federal Acquisition Regulation Supplement hinsichtlich Datenschutz und Lieferkettenanforderungen mit sich bringen.

Finanzdienstleistungen

In den Finanzdienstleistungen haben sich KI-Tools als besonders effektiv zur Betrugsbekämpfung und Einhaltung der Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung erwiesen. Die Verwendung von KI zur Kreditvergabe und Bonitätsprüfung birgt jedoch spezifische Risiken im Hinblick auf Verbraucherschutz- und Gleichbehandlungsgesetze.

Die Compliance-Herausforderungen erstrecken sich über diese stark regulierten Branchen hinaus. Es bleibt wichtig, dass alle Unternehmen ihre KI-Tools verstehen und wie sie eingesetzt werden. Für internes Marketing erfordert die Erstellung von Werbeinhalten mit großen Sprachmodellen Aufmerksamkeit und traditionelle Genehmigungsverfahren, um Risiken des geistigen Eigentums zu vermeiden.

Fünf Fragen zur proaktiven Compliance

Jetzt ist die Zeit für Unternehmen, proaktiv mit diesen Risiken umzugehen. Hier sind wichtige Fragen, die jedes Unternehmen in Betracht ziehen sollte:

  1. Wo genau verwendet Ihr Unternehmen KI? Denken Sie nicht nur an die offensichtlichen Anwendungen – KI ist wahrscheinlich in mehr Geschäftsbereichen eingebettet, als Sie denken.
  2. Welche Gesetze gelten für Ihre KI-Tools und wer überwacht sie? Überprüfen Sie jede automatisierte Funktion, um die geltenden rechtlichen, Compliance-, Richtlinien- oder Sicherheitsanforderungen zu identifizieren.
  3. Können Sie nachweisen, dass Ihre KI gesetzeskonform ist? Sie benötigen dokumentierte Prozesse, die zeigen, wie Ihre Tools bestehenden rechtlichen Anforderungen entsprechen.
  4. Wie managen Sie das Compliance-Risiko bei Ihren KI-Anbietern? Achten Sie auf wichtige Bestimmungen, einschließlich Aufsichtsrechte und Verpflichtungen zur Benachrichtigung im Falle von Vorfällen.
  5. Was ist Ihr Notfallplan? Wenn – nicht ob – Sie ein KI-Tool aus Compliance-Gründen offline nehmen müssen, überleben dann Ihre Geschäftstätigkeiten?

Diese Fragen sind keine akademischen Übungen – sie bilden die Grundlage für verantwortungsvolle KI-Einführung. Die Unternehmen, die überleben und gedeihen, sind diejenigen, die die Kunst der Innovation innerhalb bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen meistern.

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