Militärische KI-Adoption übertrifft globale Zusammenarbeit
Militärs weltweit übernehmen schnell künstliche Intelligenz (KI), während die internationale Zusammenarbeit ins Stocken gerät. Angesichts der geringeren Beteiligung der Vereinigten Staaten und Chinas bei einem kürzlichen KI-Militärgipfel stehen Mittelmächte vor der Wahl: das Gespräch führen oder in eine Zukunft ohne Leitplanken schreiten.
Der REAIM-Gipfel
Dies wurde letzte Woche in Spanien deutlich, als staatliche Delegationen sowie Vertreter aus der KI-Industrie, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zum dritten multistakeholder Gipfel über verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz im Militärbereich (REAIM) zusammenkamen, der die Zukunft der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich lenken soll. Die beiden vorherigen Gipfel haben „Ergebnisdokumente“ hervorgebracht, die größtenteils von den anwesenden Delegationen unterstützt wurden. In diesem Jahr haben jedoch nur fünfunddreißig Nationen – weder die Vereinigten Staaten noch China – das Ergebnisdokument „Handlungswege“ unterstützt.
Obwohl nicht durchsetzbar, heben die REAIM-Ergebnisdokumente hervor, was Länder als kritische Anliegen im kommenden Jahr ansehen. Die reduzierte Unterstützung für das diesjährige Dokument ist eine weitere Illustration der geopolitischen Spaltung, die derzeit im Gange ist, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Die Frage, die sich nun für REAIM stellt, ist, ob Mittelmächte KI-Regeln und Vertrauensbildungsmaßnahmen vorantreiben werden, wenn die Großmächte immer gleichgültiger werden.
Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit
Die wachsende Kluft zwischen dem internationalen Dialog über militärische KI, der oft Risiken und potenzielle Einschränkungen bei ihrer Nutzung betont, und den beschleunigten Bemühungen der Militärs weltweit, KI zu integrieren, sollte allen Nationen Sorgen bereiten. Viele traditionelle multilaterale Wege zur Diskussion über die globale Governance von militärischen KI-Anwendungen setzen sich in dem langsamen Tempo der internationalen Bürokratie fort, das seit den 2010er Jahren besteht. Dennoch entwickeln und experimentieren Staaten bereits mit KI-Fähigkeiten. Laufende Konflikte wie Israel-Gaza und Russland-Ukraine nutzen bereits neue KI-Tools und -Techniken.
Die Bemühungen der UN, verbindliche Vorschriften für militärische KI zu schaffen, insbesondere für autonome Waffensysteme, laufen Gefahr, zunehmend von den realen Gegebenheiten vor Ort disconnected zu werden.
Risiken und zukünftige Entwicklungen
Militärs wollen derzeit herausfinden, wie sie KI sicher und effektiv einsetzen können, wie sie es in der Vergangenheit mit anderen Technologien getan haben. Wenn diese Divergenz unkontrolliert bleibt, bestehen zwei Risiken. Langfristig könnten politische Bemühungen von den technischen Realitäten der Systeme, die sie regeln wollen, getrennt werden. Kurzfristig setzen Staaten diese Technologien mit einem Flickenteppich von wirren Politiken ein und haben keine Möglichkeit, wertvolle Einblicke in Best Practices von anderen zu gewinnen.
Da die Vereinigten Staaten sich aus der Führungsrolle in diesen Bereichen zurückziehen, müssen Mittelmächte nun überlegen, ob und wie sie Vertrauensbildungsmaßnahmen zur militärischen KI und zur Zusammenarbeit steuern können. Dies könnte jedoch auch als Gelegenheit betrachtet werden, da der REAIM-Prozess von Anfang an von Mittelmächten geleitet wurde.
Ein Weg nach vorne
Mittelmächte, die sich auf die KI-Adoption konzentrieren, könnten den REAIM-Prozess vorantreiben, da sie ihn ursprünglich ins Leben gerufen haben. Sie können die Dynamik des Gipfels nutzen, um internationale Kooperation und Kapazitätsaufbau zur militärischen KI für nicht-großmächtige Akteure zu fördern. Während die Vereinigten Staaten und China immer eingeladen sein werden, sollten die Mittelmächte sich nicht um den Umfang ihrer Teilnahme sorgen. Dies könnte zwar einen breiten internationalen Konsens weniger wahrscheinlich machen, aber der REAIM könnte Mittelmächten und dem globalen Süden entscheidende Kapazitätsbildung und Regeln bieten, insbesondere wenn der Prozess einige der zuvor durch die von den USA geführte Politische Erklärung zum verantwortungsvollen militärischen Einsatz von KI und Autonomie geleistete Kapazitätsbildungsarbeit übernimmt.
Eine Alternative wäre, solche Bemühungen wie REAIM zurückzufahren und zu warten, bis sich die Lage in Washington beruhigt. Dies wäre ein Fehler. Der REAIM-Prozess war eine wichtige Brücke zwischen UN-Anstrengungen, die oft auf Regulierung und Einschränkungen fokussiert sind, und der Realität beschleunigter militärischer Investitionen und der Einführung von KI in verschiedenen Anwendungsbereichen. Die sich verändernde internationale Landschaft macht die Brückenfunktion herausfordernder, bleibt jedoch unerlässlich. Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, könnten sich auf Vertrauensbildungsmaßnahmen und andere Möglichkeiten auswirken, um das militärische Risiko des KI-Einsatzes zu verringern, ohne Staaten bei der Nutzung dieser wichtigen Technologie einzuschränken. Wenn Mittelmächte den schwierigeren Weg wählen, könnten sie die Ergebnisse definieren.