KI im Gesetzgebungsprozess: Chancen und Risiken

Regierungen nutzen KI zur Erstellung von Gesetzesentwürfen: Was könnte dabei schiefgehen?

Als britische Beamte im letzten Jahr Beweise für eine unabhängige Überarbeitung des Wassersektors überprüften, stießen sie auf ein bekanntes Problem im öffentlichen Dienst: Zehntausende von Einsendungen, die schnell geprüft werden mussten, bevor das Reformfenster schloss. Minister wandten sich an ein internes KI-Tool, das mehr als 50.000 Antworten in etwa zwei Stunden nach Themen sortierte. Die Kosten betrugen 240 Pfund, gefolgt von 22 Stunden Expertenprüfungen – eine Arbeitslast, die, hochgerechnet auf die gesamte Regierung, 75.000 Tage manueller Analyse pro Jahr einsparen könnte.

Ein Regierungssprecher erklärte, dass „KI das Potenzial hat, die Arbeitsweise der Regierung zu transformieren – Zeit bei Routineaufgaben zu sparen und Beamte zu entlasten, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: bessere öffentliche Dienstleistungen für die Bürger zu bieten.“ Es wird sichergestellt, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt wird, mit Richtlinien und Prüfungen.

Herausforderungen der öffentlichen Teilnahme

Der Einsatz von KI zur Analyse von Konsultationsmaterialien ist nicht ohne Risiken. Es besteht die Gefahr, dass der Prozess selbst manipuliert wird. Eine Möglichkeit, die öffentliche Teilnahme zu verhindern, besteht darin, sicherzustellen, dass jeder Bürger eine Aussage trifft. Ohne solche Schutzmaßnahmen kann die öffentliche Zustimmung schnell delegitimiert werden.

Weltweit setzen Regierungen KI im legislativen Prozess ein. Der italienische Senat verwendet KI, um eine Überlastung durch Änderungsanträge zu bewältigen, indem ähnliche Vorschläge gruppiert und Überschneidungen erkannt werden. Die Europäische Kommission hat eine Ausschreibung veröffentlicht, um mehrsprachige Chatbots bereitzustellen, die Nutzern helfen, rechtliche Verpflichtungen und Verfahren zu navigieren.

Einsatz von KI in der Gesetzgebung

In Neuseeland testete das Büro des Parlamentarischen Rates ein Konzept, das KI zur Erstellung von ersten Entwürfen von erläuternden Notizen nutzt. In Estland wurde vorgeschlagen, KI zur Überprüfung von Gesetzentwürfen zu verwenden, nachdem ein KI-Tool Fehler in einem Gesetzentwurf entdeckte, das der Regierung monatlich 2 Millionen Euro an Steuereinnahmen kostete.

Der estnische Premierminister hat den Einsatz von KI-Tools im legislativen Prozess gefördert, um mögliche Fehler zu vermeiden. Er sieht KI als ein mächtiges und vielversprechendes Werkzeug, sofern auch kritisches Denken beibehalten wird.

Legitimität und Risiken

Die Verwendung von KI zur Analyse öffentlicher Konsultationsantworten könnte jedoch nach hinten losgehen. Es besteht das Risiko eines legislativen DDoS, bei dem ausländische Staaten Ergebnisse durch massenhafte Einsendungen beeinflussen. Dies könnte die Legitimität der Gesetzgebung untergraben, da in mehreren Ländern Regierungen mehr misstraut als vertraut wird.

Die Transparenz des KI-gestützten Entscheidungsprozesses ist von entscheidender Bedeutung. Während KI-Tools wie das britische Consult dabei helfen, öffentliche Eingaben zu sortieren, wird die Methode selbst Teil des Entscheidungssystems, was die Notwendigkeit von menschlicher Validierung hervorhebt.

Schlussfolgerung

Obwohl der Einsatz von KI in der Gesetzgebung potenziell Vorteile bietet, birgt er auch erhebliche Risiken. Die Integration von KI sollte nicht als einfache technische Lösung betrachtet werden, sondern als strukturelle Veränderung, die das Vertrauen der Bürger in die Regierung beeinflussen kann. Der Erfolg hängt davon ab, wie verantwortungsvoll und transparent diese Technologien eingesetzt werden.

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