Die Ergebnisse sind da: KI an der Frontlinie der Regulierung von Alkoholwerbung
Die UK Advertising Standards Authority (ASA) hat die Ergebnisse ihres neuesten Versuchs veröffentlicht, der künstliche Intelligenz (KI) zur Bewertung der Einhaltung von Vorschriften bei alkoholbezogenen Anzeigen einsetzt. Der Versuch markiert den bisher größten Einsatz von KI-unterstützter Überwachung durch die ASA und unterstreicht ihr Engagement für Innovation, wobei KI als „ein zentraler Bestandteil des regulatorischen Werkzeugs der Organisation“ beschrieben wird.
Durch den Einsatz großer Sprachmodelle („der KI-Agent“) zur Analyse von Inhalten gemäß einem vollständigen Abschnitt des CAP-Codes konnte die ASA potenzielle Verstöße identifizieren, bevor öffentliche Beschwerden eingegangen waren. Ein solches Ergebnis ermöglicht es der ASA, agil zu bleiben und als Regulierungsbehörde in einem Bereich, in dem KI-generierte Inhalte die aktuelle Realität darstellen, Schritt zu halten. Dieser Ansatz ist nicht nur informativ, sondern informiert direkt über Durchsetzungsmaßnahmen.
Der ASA-Versuch: Wichtige Erkenntnisse
Der KI-Agent analysierte den Text und die Bilder von fast 6.000 online geschalteten Anzeigen gegen Abschnitt 18 des CAP-Codes in Minuten. Um dem KI-Agenten solche Bewertungen zu ermöglichen, erhielt er vorher kontextuelle Anleitungen, einschließlich illustrativer Beispiele aus früheren ASA-Entscheidungen zur Alkoholwerbung. Alkoholische und alkoholfreie Produkte (unter 0,5%) wurden getrennt bewertet, da unterschiedliche Unterabschnitte des CAP-Codes gelten. Alle potenziell nicht konformen Inhalte, die vom KI-Agenten identifiziert wurden, wurden zur Überprüfung durch Experten der ASA markiert. Diese hybride Methode kombiniert die Geschwindigkeit und den Umfang der KI mit dem nuancierten kontextuellen Urteil der menschlichen Beurteilung.
Zu den wichtigen Erkenntnissen gehören:
- Die allgemeine Compliance der Alkoholwerbung war hoch. 96 % der überprüften Anzeigen wurden als wahrscheinlich konform mit dem CAP-Code eingestuft.
- Alkoholfreie Alternativen waren weniger konform. 48 % der überprüften Anzeigen wiesen potenzielle Compliance-Probleme auf.
- Falsche Positive sind vorhanden. 40 % der Anzeigen, die vom KI-Agenten als bedenklich eingestuft wurden, wiesen nach der Überprüfung durch Experten mögliche Verstöße auf.
- Falsche Negative sind ebenfalls vorhanden (Rückrufrate). Der KI-Agent konnte 65 % der Inhalte mit potenziellen Problemen markieren.
Bemerkenswerterweise identifizierte der KI-Agent nicht konforme Anzeigen, die keine öffentlichen Beschwerden ausgelöst hatten, was die breite Reichweite hervorhebt. Unklare oder fehlende ABV-Informationen waren das vorherrschende Problem bei den alkoholfreien Anzeigen. Regel 18.19 des Codes verlangt, dass Marketingkommunikationen für Alkoholalternativen eine prominente Angabe ihrer ABV-Werte enthalten.
Ausblick
Der Einsatz von KI-unterstützter Regulierung durch die ASA scheint hier zu bleiben. Der Versuch zeigt, dass KI in Kombination mit menschlichen Experten eingesetzt werden kann, um die Einhaltung von branchenspezifischer Werbung im großen Maßstab zu bewerten. Dennoch bleibt es ein komplexes Gleichgewicht: Fortschritte in der KI zu nutzen, während kontinuierlich getestet und validiert wird, um Ungenauigkeiten zu identifizieren und zu beheben.
Anbieter im Bereich der Alkoholwerbung sollten die folgenden Punkte erwarten:
- Erhöhung der branchenspezifischen Leitlinien. Da die ASA in der Lage ist, Themen und problematische Bereiche effizient zu identifizieren, sind weitere gezielte Leitlinien wahrscheinlich.
- Wechsel von reaktiver beschwerdebetriebener Regulierung zu kontinuierlicher Compliance. Marken sollten davon ausgehen, dass ihre Werbeaktivitäten kontinuierlich überwacht werden.
- Kürzere Publikations-zu-Durchsetzungszyklen. Da der Einfluss der ASA wächst und Compliance-Probleme vor einer Beschwerde markiert werden, wird es für Werbetreibende zunehmend wichtig sein, sich mit dem relevanten CAP-Code vertraut zu machen.