KI für Sicherheit: Rechtliche Risiken und Chancen

Die Nutzung von KI zur Verbesserung der Sicherheit: Die rechtlichen Risiken neben den Vorteilen managen

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zu einem leistungsstarken Instrument in Programmen zur Arbeitssicherheit, führt jedoch auch zu komplexen rechtlichen und governance-technischen Fragen. Dieser Artikel untersucht, wie Arbeitgeber KI in die Sicherheitsentscheidungsfindung integrieren können, während menschliches Urteilsvermögen gewahrt, regulatorische Verpflichtungen erfüllt und Risiken im Bereich Durchsetzung und Rechtsstreitigkeiten gemanagt werden.

Integration von KI in Sicherheitsprogramme

Sowohl in der allgemeinen Industrie als auch im Bauwesen setzen Unternehmen zunehmend KI ein, um die Sicherheitsleistung zu verbessern. Von der Analyse von Beinahe-Unfällen und Gefahren am Arbeitsplatz bis hin zur Erstellung standortspezifischer Sicherheitsbriefings und der Vorhersage erhöhter Risikobedingungen versprechen KI-Tools, Unternehmen dabei zu helfen, Gefahren früher zu erkennen und Ressourcen effektiver zuzuweisen.

Rechtliche Risiken bei der Nutzung von KI

Die Nutzung von KI bringt neue und oft unterschätzte rechtliche Risiken mit sich. Da Sicherheit an der Schnittstelle von regulatorischer Compliance, Haftungsfragen, Workforce-Management und Technologie-Governance liegt, kann die Verwendung von KI in der Sicherheit die traditionellen Risikoprofile komplizieren, wenn ein Unternehmen ihren Einsatz nicht sorgfältig steuert.

Die Frage ist nicht mehr, ob KI die Sicherheitsbemühungen unterstützen kann, sondern wie sie verantwortungsvoll und rechtlich abgesichert eingesetzt werden kann.

KI ist kein Sicherheitsmanager

Ein grundlegendes rechtliches Prinzip ist, dass Arbeitgeber die Verantwortung tragen, Mitarbeiter vor anerkannten Gefahren zu schützen. Diese Pflicht kann nicht an Technologieanbieter delegiert oder durch automatisierte Tools ersetzt werden. KI-Systeme, die zunehmend in Sicherheitsprogrammen eingesetzt werden, sollten als Entscheidungshilfen und nicht als Entscheidungsträger verstanden werden.

Risiken entstehen, wenn Organisationen die Ausgaben von KI als Anweisungen behandeln, anstatt sie zu analysieren. Sicherheitsentscheidungen müssen dokumentiert werden als menschliche Entscheidungen, die durch Daten und KI informiert, jedoch nicht von ihr kontrolliert werden.

Wesentliche rechtliche Risiken in KI-unterstützten Sicherheitsprogrammen

Unternehmen haben die Pflicht, angemessene Sorgfalt gegenüber Mitarbeitern, Subunternehmern und Besuchern zu wahren. Die Nichterfüllung dieser Pflicht kann zu Haftungsansprüchen führen. KI-gestützte Sicherheitswerkzeuge bieten eine beispiellose Sichtbarkeit auf Arbeitsplatzgefahren, aber mehr Daten garantieren nicht automatisch sicherere Ergebnisse.

Unternehmen sollten rechtliche Unterstützung in Anspruch nehmen, um AI-Sicherheits-Governance-Frameworks zu entwerfen und umzusetzen, die klare Linien der Autorität und Entscheidungsfindung definieren.

Regulatorische und Compliance-Risiken

Die Verpflichtungen im Rahmen des OSH Act sind nicht delegierbar und bleiben beim Arbeitgeber, unabhängig von den eingesetzten Tools. Während KI Unternehmen helfen kann, die Sicherheit zu verbessern, garantieren automatisierte Ausgaben und Dokumente nicht die regulatorische Angemessenheit.

Rechtsstreit- und Entdeckungsrisiken

Die Integration von KI in Sicherheitspraktiken erhöht das Volumen und die Komplexität der potenziell entdeckbaren Materialien in Rechtsstreitigkeiten. Unternehmen müssen klare Protokolle für die Datenaufbewahrung und -löschung entwickeln, um rechtliche Risiken zu minimieren.

Risiken im Bereich Workforce, Privatsphäre und Arbeit

Viele KI-gestützte Sicherheitsanwendungen nutzen Beschäftigtendaten, deren Erfassung und Verwendung erhebliche rechtliche Bedenken aufwerfen können. Unternehmen sollten die datenschutzrechtlichen Anforderungen und die datengestützte Nutzung von Workforce-Daten frühzeitig in den Entwurf und die Bereitstellung von KI-Sicherheitstools einbeziehen.

Praktische Erkenntnisse für Unternehmen

KI kann die Arbeitssicherheit erheblich verbessern, ohne die rechtlichen Verpflichtungen der Arbeitgeber zu verringern. Governance, Dokumentation und Konsistenz sind entscheidend für den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Tools.

Fazit

KI bietet leistungsstarke Werkzeuge zur Verbesserung der Sicherheit, aber ihr Einsatz erfordert sorgfältige Governance und Aufsicht. Unternehmen, die KI durchdacht einsetzen, können die Sicherheitsresultate verbessern, ohne rechtliche Risiken zu erhöhen.

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