Vereinigtes Königreich und Mexiko ebnen den Weg für KI- und Datensouveränität
Mexiko steht an einem entscheidenden Punkt hinsichtlich seiner digitalen Infrastruktur und dem Management von Unternehmensdaten. Um diesem Thema zu begegnen, veranstaltete die britische Botschaft im Rahmen der KI-Mission in Mexiko-Stadt eine strategische Runde, um kollaborative Rahmenbedingungen für die KI-Entwicklung zwischen britischen Technologieunternehmen und dem mexikanischen Geschäftsumfeld zu etablieren. Die Initiative konzentriert sich auf die Einführung internationaler Standards, technische Bildung und die Stärkung der Datensouveränität im privaten Sektor.
Es besteht ein sichtbarer Mangel an Reife im mexikanischen Markt, wo große Unternehmen durch betriebliche Effizienz vorankommen, während kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) aufgrund fehlenden technischen Wissens zögern. Wenn wir Datenschutz, hochwertige Daten und Cybersicherheit nicht unter internationalen Rahmenbedingungen integrieren, können wir die technologische Entwicklung nicht in die gewünschten wirtschaftlichen Ziele lenken.
Mexiko verwaltet einen bedeutenden Teil seiner Unternehmens- und Souveränitätsdaten durch externe Infrastrukturen. Teilnehmer der Runde, darunter Vertreter von verschiedenen Industrie- und Handelskammern, stellten fest, dass 90 % der Daten mexikanischer Unternehmen außerhalb des Landes gespeichert sind. Dies schafft Herausforderungen für die digitale Souveränität, die nationale Sicherheit und die geo-strategische Positionierung. Das Vereinigte Königreich, das seit 2017 eine führende Position in KI-Strategien einnimmt, könnte für Mexiko ein wichtiges Referenzmodell für die Implementierung bewährter Praktiken in Bezug auf Datenethik und algorithmische Transparenz sein.
Analyse internationaler Standards und Normierung
Ein Hauptziel der Botschaft des Vereinigten Königreichs ist die Harmonisierung technischer Standards zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. In der Runde wurde die Notwendigkeit diskutiert, internationale Standards, insbesondere ISO/IEC 42001 und ISO/IEC 42005, in mexikanische nationale Standards (NMX) zu übersetzen. Diese Standards bieten ein Managementsystem für KI, das Sicherheit, Transparenz und Verantwortung adressiert.
Der Übergang zu NMX ist nicht nur ein bürokratischer Schritt, sondern ein strategischer Anreiz für lokale Lieferketten. Viele lokale Anbieter haben Schwierigkeiten, sich in die globalen Wertschöpfungsketten zu integrieren, weil ihnen diese Zertifizierungen fehlen. Durch die Etablierung einer lokalen Version dieser Standards kann die Industrie ein „Sandbox“-Umfeld schaffen, in dem KMU KI-Implementierungen unter kontrollierten Risiken testen können, bevor sie eine vollständige internationale Zertifizierung anstreben.
Die vier Säulen der KI-Kompetenz
Ein spezialisierter Rahmen wurde vorgestellt, um die Kluft zwischen technischen Teams und Entscheidungsträgern zu überbrücken. Die Forschung hat ergeben, dass der Erfolg von KI am Arbeitsplatz von vier unterschiedlichen Kompetenzstufen abhängt:
- KI-Literacy: Kritisches Verständnis darüber, was KI tut, einschließlich der Fähigkeit, Vorurteile zu erkennen und automatisierte Entscheidungen in Frage zu stellen.
- KI-Fähigkeiten: Technische Fähigkeit, mathematische Modelle und Datenwissenschaftssysteme zu entwickeln, zu trainieren und einzusetzen.
- KI-Fluency: Fähigkeit, in Bezug auf KI und Daten zu denken und die Einschränkungen und Annahmen eines Modells effektiv zu kommunizieren.
- KI-Urteilsvermögen: Strategische Verantwortung, einschließlich Risikoanalyse, ethische Anforderungen und Compliance auf Führungsebene.
Die Bildung sollte sich nicht nur darauf konzentrieren, mehr Datenwissenschaftler auszubilden. Stattdessen benötigen Organisationen „Datenübersetzer“, die zwischen technischen Experten und Geschäftsführern vermitteln.
Digitale Souveränität und die Rolle der Infrastruktur
Die Runde betonte, dass digitale Souveränität eine Frage der wirtschaftlichen Sicherheit ist. Einige Vertreter von mexikanischen Rechenzentren hoben hervor, dass Kapital und Talent bereits im Land vorhanden sind, um die Dezentralisierung von Informationen zu unterstützen. Durch die Verlagerung der Datenverarbeitung näher an die Quelle können Unternehmen Latenzzeiten reduzieren und die Kontrolle über sensible Informationen erhöhen.
Allerdings könnten Probleme auftreten, wenn KI nicht transparent eingesetzt wird. Es gibt Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Algorithmen zur Überwachung, die intransparent sind und die durchschnittlichen Bürger sowie kleine Geschäftsinhaber benachteiligen können.
Die Kluft zwischen akademischen Ergebnissen und industriellen Bedürfnissen bleibt ein erhebliches Hindernis für die technologische Entwicklung Mexikos. Es gibt jedoch Bestrebungen, diese Kluft zu schließen, indem die Lehrpläne der Universitäten an die realen Anforderungen der Technologieunternehmen angepasst werden.
Strategische Verpflichtungen und nächste Schritte
Im Laufe der Veranstaltung verpflichtete sich die britische Botschaft, den Zugang zu Forschungs- und Reifegradbewertungswerkzeugen zu erleichtern. Dies wird es mexikanischen Unternehmen ermöglichen, Selbstbewertungen ihrer Datenbereitschaft und ethischen Rahmenbedingungen durchzuführen.
Die Botschaft und die Handelskammern planen auch die Einrichtung eines Repositories von „gelernten Lektionen“, um zu verhindern, dass Unternehmen in der KI-Implementierung häufige Fehler wiederholen. Ziel ist es, die Eintrittsbarrieren für die 4,5 Millionen KMU, die das Rückgrat der mexikanischen Wirtschaft bilden, zu senken.
Die fortlaufende Arbeit der britischen KI-Mission in Mexiko-Stadt konzentriert sich darauf, bilaterales Vertrauen aufzubauen. Die Integration britischer Expertise in Datenethik mit der industriellen Kapazität Mexikos bietet einen Fahrplan für eine resilientere und souveräne digitale Zukunft.