KI-Compliance im Arbeitsumfeld: Risiken und Lösungen

Über die Aufforderung hinaus – Dekodierung der AI-Compliance am Arbeitsplatz

In den letzten Jahren hat die Nutzung von generativer künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz stark zugenommen. KI kann auf vielfältige Weise eingesetzt werden, darunter die Automatisierung routinemäßiger Aufgaben, das Screening von Datensätzen, die Erstellung von Schulungsinhalten und die Prüfung von Bewerbungen, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Einsatz von KI birgt jedoch Risiken, und Arbeitgeber sollten proaktive Maßnahmen ergreifen, um diese Risiken in ihrer Organisation zu minimieren.

Regulierung von KI am Arbeitsplatz

Kanada befindet sich in den frühen Phasen der Regulierung des KI-Einsatzes. Zuvor führte die kanadische Regierung den Gesetzentwurf C-27 ein, der Gesetze mit dem Titel „Gesetz über künstliche Intelligenz und Daten“ beinhaltete. Der Gesetzentwurf C-27 wurde entworfen, um sicherzustellen, dass die Entwicklung von KI-Systemen sicher und verantwortungsbewusst erfolgt, hauptsächlich durch einen risikobasierten Ansatz zur Bekämpfung potenzieller Schäden, die mit dem Einsatz von KI verbunden sind. Dieser Gesetzentwurf wurde jedoch nicht vorangebracht und ist gescheitert.

Die Mehrheit der Provinzen und Territorien in Kanada hat keine Gesetze, die den Einsatz von KI regeln – mit einigen Ausnahmen.

In Ontario wurden am 1. Januar 2026 Änderungen am Beschäftigungsstandardsgesetz vorgenommen, die neue Regeln für öffentlich ausgeschriebene Stellen einführten. Arbeitgeber in Ontario mit mehr als 25 Mitarbeitern sind nun verpflichtet, in der Stellenausschreibung anzugeben, ob sie KI während des Einstellungsprozesses zur Auswahl, Beurteilung oder Auswahl von Bewerbern einsetzen.

In Quebec schreibt ein Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten im Privatsektor vor, dass, wenn eine Person ausschließlich auf eine automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten angewiesen ist, um eine Entscheidung zu treffen, sie die betroffene Person spätestens zum Zeitpunkt der Mitteilung der Entscheidung informieren muss. Sie muss auch die Person informieren, deren Daten verarbeitet werden, wenn diese Person dies anfordert.

Am 3. Dezember 2025 gab Accessibility Standards Canada die Veröffentlichung des ersten nationalen Standards für zugängliche KI mit dem Titel CAN-ASC-6.2 – Zugängliche und gerechte KI-Systeme bekannt. Der Standard konzentriert sich darauf, sicherzustellen, dass der Einsatz von KI gerecht und zugänglich für Menschen mit Behinderungen ist. Der Standard ist derzeit freiwillig für Arbeitgeber umzusetzen und bleibt dies, es sei denn, er wird durch Vorschriften vorgeschrieben.

Was Arbeitgeber wissen müssen

Obwohl es scheint, dass die Gesetzgebung zur Regulierung von KI-Technologie ein neues Rechtsgebiet mit wenig Regulierung ist, gibt es bestehende rechtliche Rahmenbedingungen, auf die Arbeitgeber achten müssen, einschließlich der Menschenrechts- und Datenschutzpflichten.

Menschenrechtsüberlegungen

Viele Formen von KI nutzen Ausgaben, die auf vorhandenen Daten in ihren Systemen basieren. Daher können einige Programme Ausgaben produzieren, die ungenau oder diskriminierend sind. Dies kann zu Haftung führen, und Arbeitsplätze können dafür verantwortlich gemacht werden. Ein Beispiel hierfür wäre im Kontext der Einstellung. Ein Screening-Programm könnte unbeabsichtigt und unangemessen eine Gruppe von Bewerbern aufgrund eines geschützten Grundes im Rahmen der Menschenrechtsgesetzgebung ausschließen. Dies wäre als diskriminierende Praxis anzusehen.

Datenschutzüberlegungen

Es gibt auch Fragen des geistigen Eigentums und des Datenschutzes hinsichtlich des KI-Einsatzes am Arbeitsplatz. Beim Eingeben von Informationen in KI-Programme sollten Arbeitgeber vorsichtig sein, um möglicherweise ihr geistiges Eigentum zu verlieren, da die Bedingungen des Programms versuchen können, Rechte an den Eigentümer der KI zu übertragen. Dies ist ein fortlaufendes rechtliches Problem.

Arbeitgeber sollten auch vorsichtig sein, wenn sie persönliche oder sensible Informationen von Mitarbeitern in ein KI-System eingeben, da Informationen, die in ein KI-System eingegeben werden, möglicherweise nicht privat bleiben. Dies birgt Risiken von Datenschutzverletzungen und Sicherheitsrisiken.

Wie Arbeitgeber Risiken mindern können

Arbeitgeber müssen Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter sich der Risiken eines unsachgemäßen Einsatzes von KI bewusst sind und versuchen, einen solchen unsachgemäßen Einsatz am Arbeitsplatz zu mindern.

Eine KI-Nutzungsrichtlinie ist eine proaktive Maßnahme, um Risiken zu minimieren und den Mitarbeitern die Erwartungen der Organisation hinsichtlich des Einsatzes von KI zu kommunizieren. Wichtige Bestimmungen, die in eine KI-Politik aufgenommen werden sollten, umfassen:

  • Die Anforderung, dass Mitarbeiter die Nutzung von KI am Arbeitsplatz offenlegen und zuvor genehmigen lassen müssen.
  • Eine klare Darstellung dessen, was die Organisation als akzeptable Nutzung von KI betrachtet.
  • Konsequenzen für unsachgemäßen Einsatz von KI.

Für weitere Informationen über KI und die Minderung von Risiken in Ihrer Organisation stehen Experten mit umfangreicher Erfahrung in diesem Bereich zur Verfügung. Sie können Unterstützung bei der Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen und bei der Einrichtung von KI-Richtlinien für Ihre Organisation anbieten.

Hinweis: Dieser Artikel hat allgemeinen Charakter und ist nicht abschließend für alle möglichen rechtlichen Rechte oder Abhilfen. Darüber hinaus können sich Gesetze im Laufe der Zeit ändern und sollten nur im Kontext bestimmter Umstände interpretiert werden, sodass diese Materialien nicht als rechtliche Beratung oder Meinung herangezogen werden sollen. Leser sollten einen Rechtsfachmann für spezifische Ratschläge in einer bestimmten Situation konsultieren.

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