Kalifornien drängt auf KI-Regeln trotz Drohungen und Druck aus der Tech-Branche
Kalifornien steht an vorderster Front im bevorstehenden Kampf um die Regulierung von künstlicher Intelligenz, während die größten KI-Unternehmen der Welt in der Nähe angesiedelt sind.
Die Gesetzgeber des Staates lassen sich nicht beirren, selbst nachdem der Präsident gedroht hat, Staaten zu bestrafen, die eigene KI-Regeln einführen.
Gesundheitliche Bedenken
Demokratische Gesetzgeber argumentieren, dass unregulierte KI bereits die psychische Gesundheit, insbesondere bei Kindern, schädigt, und dass das Abwarten eigene Risiken birgt.
Eine im Dezember erlassene Exekutivanordnung des Präsidenten, die darauf abzielt, Bundesmittel von Staaten zurückzuhalten, die KI regulieren, hat diese Sichtweise nicht verändert.
Lobbyismus und Gesetzgebung
Unternehmen haben ihre Lobbyarbeit verstärkt, doch die Gesetzgeber geben an, dass der Druck zwar laut, aber nicht entscheidend ist. Eine Abgeordnete plant, ein Gesetz wieder einzuführen, das Minderjährigen die Nutzung von sogenannten Begleit-Chatbots verbietet.
Kalifornien ist nicht allein in diesem Bestreben. Gesetzgeber in sowohl roten als auch blauen Staaten beginnen, gegen die Haltung des Präsidenten vorzugehen, während Berichte über ungesunde Bindungen an Chatbots zunehmen.
Einfluss und wirtschaftliche Realität
Der Einfluss Kaliforniens bleibt jedoch bedeutend. Kürzlich wurde ein Gesetz unterzeichnet, das KI-Entwickler dazu verpflichtet, Sicherheitsprotokolle offenzulegen. Diese Regelung wird bereits von Gesetzgebern in anderen Bundesstaaten verwendet.
Die Regulierungskampagne kollidiert mit der wirtschaftlichen Realität. KI ist zu einer der stärksten Einnahmequellen des Staates in einem etwa 320 Milliarden Dollar umfassenden Budget geworden. Die Unternehmen im Silicon Valley haben zusammen einen Marktwert von über 15 Billionen Dollar.
Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer, die mit dem KI-getriebenen Wachstum von Unternehmen verbunden sind, liefern schätzungsweise 10 Milliarden Dollar pro Jahr in die Staatskasse.
Politische Spannungen
Die Gesetzgeber kehren am 5. Januar nach Sacramento zurück und bestehen darauf, dass Sicherheitsregeln die Innovation nicht ersticken werden. Ein Gesetzesentwurf sieht vor, sexuell explizite Inhalte für Minderjährige zu blockieren.
Die Diskussion über die Regulierung von Chatbots für Kinder bleibt ein zentrales Thema, während die Branche weiterhin in die Politik investiert. Verschiedene Initiativen zur Beschränkung des Zugangs von Minderjährigen zu KI-Tools werden ebenfalls diskutiert.
Fazit
Ob die Industrie oder der Staat letztendlich zuerst nachgibt, bleibt abzuwarten. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, wie Kalifornien und andere Staaten die Regulierung von KI gestalten.