Kalifornien führt erstes Gesetz zur KI-Sicherheit ein

Kalifornien verabschiedet erstes Gesetz zur KI-Sicherheit

Kalifornien hat mit der Genehmigung des ersten KI-Sicherheitsgesetzes in den USA einen nationalen Präzedenzfall geschaffen. Dieses Gesetz, das von Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnet wurde, verpflichtet große KI-Entwickler dazu, ihre Sicherheitspraktiken öffentlich zu machen und schafft ein Meldesystem für Bedrohungen, was den Bundesstaat zu einem Vorreiter in der KI-Regulierung macht.

Kalifornien setzt einen nationalen Standard für die KI-Überwachung

Das Gesetz SB 53 zwingt große KI-Unternehmen wie OpenAI und Meta, ihre Sicherheits- und Schutzpraktiken öffentlich offenzulegen. Es bietet auch Schutz für Whistleblower unter den KI-Mitarbeitern und schafft CalCompute, eine staatlich betriebene Cloud-Computing-Plattform. Diese Maßnahme reagiert auf wachsende öffentliche Bedenken hinsichtlich der Gefahren leistungsstarker KI, während gleichzeitig Innovationen gefördert werden.

Gouverneur Newsom betonte, dass Kalifornien Communities sicher halten kann, während es technologische Entwicklungen vorantreibt. Laut dem 57-jährigen Politiker ist Kalifornien nicht nur ein neuer Vorreiter in der KI-Innovation, sondern auch ein nationaler Führer in dieser Entwicklung.

Unterschiede zu internationalen Standards

Im Gegensatz zum AI Act der Europäischen Union, der Sicherheitsoffenlegungen von Regierungen verlangt, fordert das kalifornische Gesetz Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. Das Gesetz verlangt außerdem von Unternehmen, sicherheitsrelevante Ereignisse wie Cyberangriffe und manipulative KI-Verhaltensweisen zu melden, was diese Initiative zur ersten ihrer Art weltweit macht.

Reaktionen der Industrie auf die Genehmigung von SB 53

Im Gegensatz zu dem umfassenderen KI-Gesetz von letzterem Jahr, das auf starken Widerstand stieß, erhielt SB 53 vorsichtige Unterstützung von mehreren Technologieunternehmen. Laut The Verge unterstützte Anthropic das Gesetz offen, und OpenAI sowie Meta unternahmen keine Schritte, um es zu stoppen. Meta bezeichnete es als „positiven Schritt“, während OpenAI seine Unterstützung für zukünftige bundesstaatliche Kooperationen zur KI-Sicherheit äußerte.

Jedoch gab es auch kritische Stimmen. Die Chamber of Progress, eine Lobbyorganisation der Technologiebranche, äußerte, dass das Gesetz Innovationen behindern könnte. Andreessen Horowitz, ein Risikokapitalunternehmen, befürchtete, dass die Regulierung der KI-Entwicklung es für Start-ups schwierig machen könnte, während etablierte Unternehmen begünstigt würden.

Folgen für die Zukunft der KI-Regulierung

Die Verabschiedung von SB 53 könnte ähnliche Bestrebungen in anderen Bundesstaaten inspirieren und potenziell ein Patchwork von KI-Gesetzen in den USA formen. Während die Gesetzgeber in New York vergleichbare Gesetze vorgeschlagen haben, diskutiert der Kongress, ob nationale Standards die staatlichen Regeln überlagern sollten.

Senator Ted Cruz hat sich gegen staatlich geführte Regeln ausgesprochen und warnt vor dem Risiko von „50 widersprüchlichen Standards“ im ganzen Land. Seine Bemerkungen spiegeln eine allgemeinere Spannung wider: Wie kann man die Wettbewerbsfähigkeit Amerikas im Bereich KI mit der Notwendigkeit einer vernünftigen Regulierung in Einklang bringen?

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