Indien gestaltet den Zugang zu KI neu

Indien legt den Fahrplan zur Demokratisierung des Zugangs zu KI fest

Die Regierung Indiens hat kürzlich ein Weißbuch zur KI-Infrastruktur veröffentlicht, das die Grundlage für einen breiteren Zugang für alle Bürger legen soll, insbesondere für jene, die überwiegend regionale Sprachen verwenden und aus Nicht-Metropolregionen stammen. Das Papier mit dem Titel Demokratisierung des Zugangs zu KI-Infrastruktur zeigt Wege auf, die eine gerechte Beteiligung an Indiens digitaler Transformation und wirtschaftlichem Wachstum ermöglichen.

Weiterer und gerechterer Zugang

Das Weißbuch betont, dass der Zugang zu KI-Infrastruktur, einschließlich Rechenleistung, Datenrepositories und Modellsystemen, zum entscheidenden Faktor für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Governance in der digitalen Wirtschaft geworden ist. Derzeit ist der Zugang auf einige globale Unternehmen und städtische Zentren konzentriert, was die gerechte Teilnahme einschränkt. Für Indien bedeutet die Demokratisierung des Zugangs, diese grundlegenden Elemente als gemeinsame Ressourcen zu behandeln, damit Innovatoren überall an der Gestaltung des KI-Zeitalters teilnehmen können.

Um die KI-Infrastruktur zu demokratisieren, müssen die Bemühungen darauf abzielen, einen breiteren und gerechteren Zugang für alle Interessengruppen zu gewährleisten. Es ist entscheidend, Governance-Rahmenbedingungen zu institutionalisierten, die die Bausteine von KI-Systemen als Digitale öffentliche Güter betrachten, sowie die KI-Infrastruktur aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Aktuelle Herausforderungen

Indien beherbergt fast 20 Prozent der weltweiten Daten, hat jedoch nur 3 Prozent der globalen Rechenzentrums-Kapazität. Die Nachfrage nach Dateninfrastruktur wächst schnell mit dem Wachstum der KI-Workloads, und die derzeit installierte Kapazität von fast 960 MW wird bis 2030 voraussichtlich 9,2 GW erreichen.

Im Rahmen der IndiaAI-Mission wird ein sicherer GPU-Cluster gebaut, der 3.000 Next-Generation GPUs für souveräne und strategische Anwendungen beherbergt. Die India Semiconductor Mission unterstützt die grundlegende Schicht aller Verarbeitungseinheiten, die Halbleiterchips. Die Mission wird mit einer Investition von 76.000 Crore Rs. unterstützt und hat bereits die Genehmigung von 10 fortgeschrittenen Chip-Herstellungsprojekten erleichtert.

Zugangsinitiativen

Im Jahr 2025 wurde IndiaAI Kosh unter der IndiaAI-Mission ins Leben gerufen. Dieses nationale Repository für KI-Datensätze, Modelle und Werkzeuge organisiert Datensätze in 20 Sektoren, die für die Entwicklung Indiens von entscheidender Bedeutung sind. Bis Dezember 2025 wurden 5.722 Datensätze und 251 KI-Modelle von 54 Einrichtungen aus 20 Sektoren eingebunden. Diese Plattform ermöglicht einen genehmigungsbasierten Zugang, der es den Beitragsleistenden erlaubt, die Kontrolle über die Datennutzung zu behalten und gleichzeitig die KI-Entwicklung zu fördern.

Der nationale GPU-Pool, der von der IndiaAI-Mission erweitert wird, ist über eine staatlich unterstützte Cloud-Infrastruktur zugänglich. Das IndiaAI Compute Portal betreibt über 38.000 GPUs und 1.050 TPUs. Dieses Portal ermöglicht es Forschern, Start-ups und Regierungsbehörden, Zugang zu beantragen und erhöht so die Reichweite der KI-Infrastruktur.

Regulierung und Politik

Hinsichtlich des regulatorischen Umfelds und der politischen Rahmenbedingungen für das Wachstum und die Entwicklung von KI wird auf die von MeitY unterstützte MeghRaj (GI Cloud)-Initiative verwiesen, die eine Basis für KI-orientierte öffentliche Speicherung schafft, indem sie Cloud-Speicherdienste für Regierungsstellen bereitstellt. Viele Bundesstaaten haben eigene Rechenzentrumsrichtlinien, während eine nationale Richtlinie in Arbeit ist.

Empfehlungen für den Zugang zu KI

Indiens Priorität, den Zugang zur KI-Infrastruktur zu demokratisieren, erfordert einen skalierbaren und transparenten Rahmen, der strukturelle Barrieren abbaut und gleichzeitig Innovationen ermöglicht. Dies bedeutet die Bereitstellung grundlegender KI-Ressourcen wie Rechenkapazität, hochwertige Datensätze und unterstützende Werkzeuge für eine breitere Nutzerbasis. Dabei ist es wichtig, die Kosten zu senken, administrative Hürden zu verringern und vorhersehbare Zugangswege zu schaffen.

Das Weißbuch plädiert für einen Digital Public Infrastructure (DPI)-Ansatz, um den Zugang zu KI-Infrastruktur zu fördern, indem gemeinsame, standardbasierte Schichten etabliert werden, die den Zugang, die Interoperabilität, die Verantwortung und das Vertrauen verbessern. Zudem wird der private Sektor ermutigt, eine größere Rolle in Indiens digitaler Transformation zu spielen, insbesondere durch den Aufbau von Edge-Infrastrukturen in Nicht-Metropolregionen.

Die Herausforderungen bei der Adaption von KI bleiben jedoch ungleich verteilt, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Bildung, Gesundheitswesen und öffentlichen Dienstleistungen, wo Infrastruktur und Zugangsressourcen oft fehlen.

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