IFFs Ansatz zum India AI Impact Summit 2026: Kritisch Engagieren, Realistisch Bleiben
Die Internet Freedom Foundation (IFF) begrüßt den India AI Impact Summit 2026 (16.-20. Februar) als eine wichtige Plattform für den globalen Dialog über künstliche Intelligenz. Wir glauben, dass die Agenda und die Rahmenbedingungen des Gipfels grundlegend nicht mit der Lebensrealität der KI-Einführung in Indien übereinstimmen, einem Umfeld, das durch zunehmenden digitalen Autoritarismus und die systematische Erosion verfassungsmäßiger Schutzrechte gekennzeichnet ist, die nachweislich verletzliche Bevölkerungsgruppen schädigen.
Die offizielle Rahmengebung konzentriert sich auf „Menschen, Planet und Fortschritt“, wobei der Premierminister den Gipfel eröffnet und Weltführer sowie führende Tech-CEOs erwartet werden. Die optimistische Erzählung des Gipfels über KI für die Entwicklung verdeckt die Realität, wie deren Einführung das Leben der Menschen im Alltag beeinflusst.
Aktuelle Herausforderungen
Das gegenwärtige Umfeld ist von einem scharfen Rückgang des zivilgesellschaftlichen Raums geprägt, in dem kürzliche Regierungsproposals zur Technologie die Expansion der Staatsmacht erleichtert haben, die den staatlichen Verpflichtungen zu grundlegenden Rechten und sozialer Gerechtigkeit entgegensteht. Derzeit gibt es nur wenige Organisationen in Indien, die sich mit digitalen Rechten befassen, und die, die überleben, sind stark unterfinanziert und sehen sich belastenden Vorschriften, wachsenden rechtlichen Risiken und absichtlicher Ausgrenzung von politischen Entscheidungsprozessen gegenüber.
Die Rückkehr zivilgesellschaftlicher Arbeit geht mit dem Wachstum der Kapazitäten des Privat- und öffentlichen Sektors einher, die in den politischen Entscheidungsprozess lobbyieren. Daher stellt sich die Frage, wie die indische Zivilgesellschaft mit dem India AI Impact Summit umgehen sollte, und eine grundlegende Überlegung ist, wie viele unabhängige indische zivilgesellschaftliche Gruppen in Indien existieren, die über die Fähigkeit verfügen, kritisch gegenüber staatlichen Politiken und Praktiken im Bereich KI zu sein.
Die Rolle der Digitalisierung
In der jüngsten Vergangenheit wurde Indiens Digitalisierung oft genutzt, um verfassungsmäßige Sicherheitsvorkehrungen zur Transparenz zu umgehen, was den Gemeinschaften und Einzelpersonen schadet. Beispielsweise haben kürzliche gesetzliche Änderungen das Recht auf Informationen (RTI) geschwächt und die Fähigkeit der Bürger eingeschränkt, Macht zu hinterfragen.
Das Digital Personal Data Protection (DPDP) Gesetz von 2023 führte eine Änderung ein, die den Zugang zu Informationen, die als „persönliche Informationen“ gekennzeichnet sind, blockiert, was es Beamten ermöglicht, kritische Informationen zu verweigern. Darüber hinaus wurde die Digitalisierung der Wohlfahrtsverwaltung genutzt, um die Verantwortlichkeit zu umgehen, wobei die Digitalisierung oft als Gatekeeper fungiert und zum Nachteil der Armen wirkt.
Ein markanter Schritt war die hastige Verabschiedung des Viksit Bharat – Garantie für Rozgar und Ajeevika Mission (Gramin) Gesetzes, das das historische MGNREGA-Programm zur Arbeitsplatzgarantie abschaffte und ein rechtliches Recht auf Arbeit in ein diskretionäres, bürokratisch kontrolliertes Schema umwandelte.
Politiken zur Künstlichen Intelligenz
Indiens Politiken zur KI zeigen auch eine breitere Annahme von Deregulierungsnarrativen, um „Innovation“ zu gewährleisten. Beispielsweise wurde im Union Budget 2026 ein 20-jähriger Steuerurlaub für ausländische Unternehmen eingeführt, die indische Rechenzentren nutzen. Diese Politik wurde jedoch mit wenig Rücksicht auf ihre Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften und natürliche Ressourcen formuliert.
Zusätzlich wurden Maßnahmen wie die verpflichtende Installation einer Regierungssicherheitsanwendung auf Smartphones angeordnet, was zu Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Überwachung führte. Ein weiteres Beispiel ist das Sahyog-Zensurportal, das es Strafverfolgungsbehörden ermöglicht, „rechtswidrige“ Online-Inhalte schnell zu kennzeichnen und zu entfernen.
Engagement der Zivilgesellschaft
Die IFF erkennt an, dass der India AI Impact Summit 2026 eine Plattform für den Dialog bietet und eine Chance für die Sichtbarkeit zivilgesellschaftlicher Stimmen auf internationaler Ebene darstellt. Wir unterstützen unsere Peer-Organisationen und Verbündeten, die sich am Gipfel beteiligen, und bleiben in konstruktiver Zusammenarbeit mit ihnen.
Die IFF hat jedoch entschieden, keine signifikanten organisatorischen Ressourcen für die direkte Teilnahme an den Veranstaltungen des Gipfels bereitzustellen. Dies ist kein Boykott des Forums, sondern eine praktische Fokuswahl. Als kleines Team von nur sieben Vollzeitmitarbeitern müssen wir die drängendsten Advocacy-Initiativen priorisieren, die eng mit unserer Mission und Charta übereinstimmen.
Diese umfassen laufende Bemühungen wie rechtliche Herausforderungen gegen verfassungswidrige Vorschriften und Kampagnen zur Stärkung der Rahmenbedingungen für freie Meinungsäußerung, Datenschutz und Transparenz. Die IFF wird sich kritisch und achtsam mit dem Gipfel auseinandersetzen und die Proceedings und Ergebnisse genau verfolgen, um Analysen und Kritiken zu liefern, die auf verfassungsmäßigen Werten basieren.
Wenn und wo wir teilnehmen, tun wir dies mit einem kritischen Blick, der die Lebensrealitäten der Inder und die Bedeutung unserer grundlegenden Rechte in den Mittelpunkt rückt. Unsere Unterstützung gilt entschieden der breiteren Zivilgesellschaftskoalition, die für eine verantwortungsvolle und gerechte KI-Governance eintritt.