Goldman Sachs führt Anthropics Claude KI zur Automatisierung von Buchhaltungs- und Compliance-Aufgaben ein
Goldman Sachs führt autonome KI-Agenten ein, die auf dem Claude-Modell von Anthropic basieren, um wichtige Back-Office-Aufgaben wie Handelsabstimmung, Buchhaltung, Compliance-Prüfungen und Kunden-Onboarding zu automatisieren. Die Bank hat die Technologie in Zusammenarbeit mit Anthropic-Ingenieuren über einen Zeitraum von sechs Monaten entwickelt.
Entwicklung und Fähigkeiten
Goldman Sachs hat Anthropic-Ingenieure in seine Teams integriert, um Agenten zu entwickeln, die auf Claude Opus 4.6 basieren. Dieses Modell verfügt über ein Kontextfenster von 1 Million Token zur Verarbeitung komplexer Finanzdaten. Die KI übernimmt die Handelsabstimmung, indem sie jährlich Millionen von Transaktionen überprüft, Aufzeichnungen abgleicht und Abweichungen kennzeichnet, um Verzögerungen bei der Abwicklung zu reduzieren. Sie wendet auch regulatorische Regeln für die Kundenidentifikation (KYC) und die Bekämpfung von Geldwäsche (AML) an, indem sie Richtlinien interpretiert und mehrstufige Prozesse ausführt.
Leistungsresultate
Interne Tests haben gezeigt, dass die KI die Zeiten für das Kunden-Onboarding um 30 % verkürzt und die Produktivität der Entwickler um mehr als 20 % gesteigert hat. Über 12.000 Entwickler und Tausende von Back-Office-Mitarbeitern nutzen Claude für Aufgaben, die einen Teil der Vermögenswerte der Bank in Höhe von 2,5 Billionen Dollar verwalten. Die Technologie unterstützt Hochfrequenzhandel und Risikomanagement-Software, ohne das Personal aufzustocken. Die KI wird als „digitaler Mitarbeiter“ für skalierte, prozessintensive Rollen bezeichnet.
Arbeitskräfte und strategischer Kontext
Die Bank beschäftigt Tausende im Bereich Compliance und Buchhaltung, beschreibt jedoch Spekulationen über Arbeitsplatzverluste als verfrüht und konzentriert sich zunächst auf die Auswirkungen auf Drittanbieter. Diese Entwicklung baut auf früheren KI-Experimenten auf und passt zur mehrjährigen Strategie zur Integration von generativer KI.
Effizienzgewinne im Back-Office
Die Einführung zeigt, wie Claude von Codierungswerkzeugen zu regulierten Finanzaufgaben wechselt, die Dokumentenanalyse, bedingte Logik und fehleranfällige Entscheidungen erfordern. Goldmans Wahl von Anthropic hebt Modelle mit integrierten Sicherheitsfunktionen hervor, die für die strengen Vorgaben des Bankwesens geeignet sind. Testresultate zeigen greifbare Effizienzgewinne in Bereichen des Back-Office, die lange resistent gegen Automatisierung waren.
Durch die Fokussierung auf Handelsabstimmung und Onboarding, Prozesse, die Millionen von Transaktionen umfassen, adressiert die KI Engpässe, die die Abwicklungszeiten und die Kundengewinnung beeinträchtigen. Die 30%ige Beschleunigung beim Onboarding und die 20%ige Produktivitätssteigerung bieten konkrete Kennzahlen und deuten auf eine Skalierbarkeit in andere Bereiche hin.
Erweiterung der KI in Bankoperationen
Goldman Sachs plant, Claude-Agenten auf zusätzliche Bereiche wie die Erstellung von Pitch-Books und die Überwachung von Mitarbeitern auszuweiten. Mit der bevorstehenden Einführung könnte die vollständige Implementierung die Verarbeitung von Tagen auf Stunden bei der Verwaltung von 2,5 Billionen Dollar an Vermögenswerten komprimieren.
Die regulatorische Überprüfung wird zunehmen, während die KI KYC- und AML-Regeln interpretiert, aber die sicherheitsorientierte Gestaltung von Anthropic unterstützt die Compliance. Der kurzfristige Fokus bleibt auf Effizienzgewinnen bei Auftragnehmern und nicht auf Entlassungen.
Langfristig könnte dies die Bankoperationen neu definieren und Druck auf Softwareanbieter ausüben sowie eine Umschulung der Arbeitskräfte in Richtung KI-Überwachungsrollen anstoßen.