Globale KI-Governance: Singapur bereitet sich auf disruptive Veränderungen vor

Tharman fordert globale KI-Governance, während sich Singapur auf schnellere Störungen vorbereitet

Der Präsident hat erklärt, dass Singapur die volle Auswirkung der künstlichen Intelligenz (KI) schneller erleben wird als die meisten Länder, aber strukturell auf diese Herausforderung vorbereitet ist.

In einem Interview während des Weltwirtschaftsforums in Davos am 20. Januar 2026 bemerkte der Präsident, dass Offenheit, geringe Größe und die Abhängigkeit von Technologie Singapur immer dazu gebracht haben, globale Störungen schneller zu erleben als andere.

Er erklärte, dass die Exposition gegenüber KI keine Schwäche, sondern eine Stärke sei. „Wir werden die Herausforderung schneller angehen als einige Länder, die nicht über die grundlegende digitale Infrastruktur verfügen“, sagte er.

Chancen und Herausforderungen

Tharman beschrieb KI als netto positiv in Bezug auf die Produktivität, warnte jedoch, dass die Herausforderung darin bestehe, sicherzustellen, dass die Vorteile breit über die Belegschaft verteilt werden. Dies erfordere bewusste Reinvestitionen, insbesondere in der mittleren Schicht der Angestellten, damit diese mit KI arbeiten oder in wachsende Sektoren wie das Gesundheitswesen wechseln können.

„Es geht nicht nur darum, dass diejenigen, die manuelle oder relativ einfache Jobs ausüben, umgeschult werden müssen. Wir sprechen jetzt von einer großen mittleren Schicht der Belegschaft – Angestellten –, die nicht nur umgeschult, sondern vielleicht auch in andere Bereiche weiterqualifiziert werden muss“, fügte er hinzu.

Die langjährige Strategie Singapurs, Herausforderungen vorauszusehen, hat bereits zu seiner Bereitschaft beigetragen. Die SkillsFuture-Initiative, die vor über einem Jahrzehnt ins Leben gerufen wurde, wird als nationale Anstrengung zitiert, um lebenslanges Lernen zu verankern und Mitarbeiter in verschiedenen Lebensphasen umzuschulen.

Globale Governance und Risiken

Tharman warnte jedoch, dass das globale System gefährlich unvorbereitet ist, um die Risiken im Zusammenhang mit der Verbreitung von KI zu bewältigen. Zu diesen Risiken zählen potenzielle KI-gesteuerte nukleare Konflikte, weit verbreitete Desinformation und Cyberangriffe durch nichtstaatliche Akteure.

Er argumentierte, dass diese Bedrohungen nicht von Staaten allein angegangen werden können und dass KI nicht als ein einzelner Wettlauf betrachtet werden sollte. „Es gibt keinen einzigen KI-Wettlauf. Es gibt mehrere KI-Wettläufe“, sagte er.

Er forderte einen Mentalitätswechsel sowohl in Regierungen als auch in privaten Unternehmen, weg von einem Nullsummendenken über KI-Dominanz. Statt parallel und inkompatible KI-Ökosysteme zu schaffen, sollten die USA und China in einigen Bereichen strategische Konkurrenz und in anderen Zusammenarbeit anstreben.

Die Rolle kleinerer Staaten

Kleinere und neutrale Staaten haben ebenfalls eine Rolle zu spielen. Singapur hat 2025 die KI-Sicherheitskonferenz ausgerichtet, die über 100 internationale Wissenschaftler versammelte. Tharman beschrieb solche Bemühungen als Wege für kleinere neutrale Staaten, einen Dialog zu ermöglichen, der für Großmächte schwierig sein könnte.

Er fügte hinzu, dass die globale Governance nicht ausschließlich den mächtigsten Ländern oder dominierenden Firmen überlassen werden sollte. Europa hat als großer Verbraucher und Regulierungsfaktor ebenfalls Einfluss.

Fazit

Tharman kontextualisierte die KI-Debatte innerhalb einer breiteren globalen Neuordnung und warnte, dass die Welt nicht mehr von einer einzigen dominierenden Macht überwacht wird. Er betonte, dass Länder – groß und klein – nicht von dieser Fluidität paralysiert werden sollten, sondern Koalitionen bilden sollten, um gemeinsame Herausforderungen wie den Klimawandel und die globale Gesundheit anzugehen.

Tharmans Äußerungen kommen kurz vor einer wichtigen Aktualisierung der inländischen Politik. Er betonte die Notwendigkeit, die Fähigkeiten der Menschen auszubauen, um sowohl für den Einzelnen als auch für die gesamte Wirtschaft von Nutzen zu sein. Während KI die globale Transformation beschleunigt, positioniert sich Singapur nicht nur, um die Störung zu überstehen, sondern auch, um zu helfen, wie die Welt damit umgeht.

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