Gesetzesentwurf zur Wahrung von Urheberrechten bei KI-Trainingsdaten

CLEAR Act würde Benachrichtigungspflichten für urheberrechtlich geschützte Werke in KI-Trainingsdaten einführen

Am Dienstag berichteten Nachrichtenquellen, dass US-Senatoren ein Gesetz zur Urheberrechtskennzeichnung und ethischen KI-Berichterstattung (CLEAR Act) im Kongress eingebracht haben. Sollte das Gesetz wie entworfen verabschiedet werden, würde es verpflichtende Berichtspflichten für Unternehmen einführen, die künstliche Intelligenz (KI)-Modelle entwickeln, die mit urheberrechtlich geschützten Originalwerken trainiert werden. Darüber hinaus würde es ein zusätzliches Klageverfahren für Urheberrechtsinhaber schaffen, die behaupten, dass Entwickler generativer KI keine entsprechende Benachrichtigung bezüglich ihrer Werke gegeben haben.

Benachrichtigungspflicht für generative KI-Entwickler

Die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke zum Trainieren generativer KI-Modelle hat in der internationalen Kreativgemeinschaft Besorgnis ausgelöst, die mehrere Klagen eingereicht hat, um ihr Recht auf exklusive Vervielfältigung ihrer Werke zu verteidigen. Das CLEAR Act würde eine Benachrichtigungspflicht schaffen, die Unternehmen, die generative KI-Plattformen entwickeln, verpflichtet, eine detaillierte Zusammenfassung aller urheberrechtlich geschützten Werke, die in einem Trainingsdatensatz enthalten sind, beim US Copyright Office einzureichen. Diese Benachrichtigung muss auch die URL des Trainingsdatensatzes angeben, sofern dieser zum Zeitpunkt der Einreichung öffentlich verfügbar ist.

Generative KI-Entwickler hätten 30 Tage vor der kommerziellen Veröffentlichung ihrer KI-Plattformen Zeit, um die Benachrichtigung über urheberrechtlich geschützte Werke beim Copyright Office einzureichen. KI-Plattformen, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes verfügbar sind, haben 30 Tage ab dem Datum, an dem das Register der Urheberrechte die Vorschriften bezüglich der Form, des Inhalts und der Einreichungsverfahren für Benachrichtigungen herausgibt.

Rechtliche Konsequenzen und Strafen

Die Definitionen im CLEAR Act deuten darauf hin, dass die Auswirkungen des Gesetzes weitreichend sein sollen. Unter dem Gesetz wird „künstliche Intelligenz“ als „ein automatisiertes System, das entworfen wurde, um Aufgaben auszuführen, die typischerweise mit menschlicher Intelligenz oder kognitiven Funktionen assoziiert sind“ definiert. Das Gesetz definiert „generatives KI-Modell“ als eine Kombination aus Computer-Code und numerischen Werten, die von KI verwendet werden, um Inhalte wie Text, Bilder, Audio oder Video zu generieren.

Generative KI-Entwickler, die den Benachrichtigungspflichten des CLEAR Act nicht nachkommen, könnten von den Inhabern urheberrechtlich geschützter Werke vor dem US-Bezirksgericht verklagt werden. Bei einer Verurteilung könnten diese Unternehmen mit 5.000 USD pro Verstoß gegen die Benachrichtigungspflicht belastet werden und könnten daran gehindert werden, die betreffenden Trainingsdaten in ihren generativen KI-Modellen zu verwenden, bis der Mangel an der Benachrichtigung behoben ist. Die zivilrechtlichen Strafen dürfen 2,5 Millionen USD nicht überschreiten und sind an das Copyright Office zu zahlen.

Schlussfolgerung

Die Senatoren argumentieren, dass das CLEAR Act notwendig ist, um rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die die menschliche Kreativität schützen. Dieses Gesetz spielt eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der Gesellschaft und der kreativen Wirtschaft. Die Balance zwischen KI-Innovation und Verantwortlichkeit ist entscheidend, um das Vertrauen in neue Technologien zu stärken und die beste amerikanische Kreativität zu fördern.

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