Geopolitische Risiken und KI: Systemische Bedrohungen im Finanzsektor 2026

Geopolitik, Cyberrisiken und KI: Ergebnisse einer Umfrage zu systemischen Risiken

Geopolitische Risiken und Handelskonflikte bleiben die dominierenden Bedrohungen für die globale Finanzwelt, während sich die Branche auf das Jahr 2026 zubewegt. Dies geht aus einer neuen globalen Umfrage hervor, die von einer Marktinfrastrukturgruppe durchgeführt wurde.

Wichtige Erkenntnisse der Umfrage

In der aktuellen Umfrage zum Systemrisiko, die seit 2013 jährlich durchgeführt wird, gaben 78 % der Befragten an, dass geopolitische Risiken und Handelskonflikte zu ihren fünf größten Bedrohungen gehören. Dies ist das vierte Jahr in Folge, dass diese Kategorie an erster Stelle steht, was die Persistenz geopolitischer Konflikte und Handelsstreitigkeiten als Belastung für die Märkte unterstreicht.

Cyberrisiken belegten den zweiten Platz, wobei 63 % der Befragten angaben, dass es sich um eine der fünf größten Sorgen handelt. Die Umfrageteilnehmer hoben die fortwährende Bedrohung durch Cyberangriffe auf Finanzinstitute und Marktinfrastruktur hervor sowie die potenziellen operationalen Störungen und Ansteckungseffekte.

Ängste hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA wurden ebenfalls häufig erwähnt. Eine wirtschaftliche Verlangsamung der USA wurde von 41 % der Befragten als eines der fünf größten Risiken identifiziert, was den dritten Platz in der Rangfolge einnimmt.

Risiken im Zusammenhang mit KI und Fintech

Die Umfrage zeigt ein wachsendes Unbehagen über den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz und Fintech-Lösungen im Finanzsektor. Übermäßige öffentliche und Unternehmensverschuldung sowie Inflation wurden von 34 % der Befragten als Top-5-Risiken genannt. Fintech folgte dicht mit 33 % der Nennungen.

Die Befragten identifizierten Cyber- und Datenschutzanfälligkeiten als das größte Risiko im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. 41 % der Befragten nannten dies als ihre Hauptsorge. Dies zeigt die Angst, dass die Einführung von KI die Angriffsfläche für Cyberbedrohungen vergrößern oder sensible Daten gefährden könnte, wenn sie nicht sorgfältig verwaltet wird.

Fehlinformationen, die durch KI erzeugt werden, einschließlich falscher Ausgaben oder Halluzinationen, waren die nächsthäufigste Sorge, die von 38 % der Befragten geäußert wurde. Viele Unternehmen experimentieren mit generativer KI in den Bereichen Handel, Risikoanalyse und Kundenkommunikation.

Governance und Überwachung

Die Umfrageteilnehmer wiesen auch auf Mängel in der Governance hin. Unzureichende Governance, Kontrollen und Aufsicht wurden von 37 % der Teilnehmer angeprangert, während 34 % auf die Gefahr einer übermäßigen Abhängigkeit von KI-Lösungen in kritischen Prozessen hinwiesen.

Die Rolle der Koordination

Die Umfrage unterstreicht die Notwendigkeit einer engeren Koordination im Sektor hinsichtlich aufkommender Risiken. Die Teilnehmer äußerten auch Bedenken über Konzentrationsrisiken in der Technologieversorgung, insbesondere über die Abhängigkeit von einer kleinen Anzahl von großen Cloud-, Daten- und Technologieanbietern.

Fazit

Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass viele Marktteilnehmer sich noch in einem frühen Stadium der Vorbereitung auf die Risiken der Quantencomputing-Technologie befinden. Die effektivste Möglichkeit, mit Unsicherheiten umzugehen, ist eine branchenweite Kommunikation und Zusammenarbeit. Es bleibt zu hoffen, dass ein offener Dialog und Engagement zur Stärkung der Resilienz und zur Minderung systemischer Risiken beitragen.

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