Was 2025 mit generativer KI nicht passiert ist und was 2026 geschehen könnte
2025 stellte sich als ein Jahr heraus, in dem viele Erwartungen an generative KI nicht erfüllt wurden. Vollständig autonome Agenten, die in der Massenproduktion eingesetzt werden sollten, blieben weitgehend in der Pilotphase stecken. Laut McKinsey schafften es fast zwei Drittel der Unternehmen nicht, über Testprojekte hinauszukommen. Lediglich 39 Prozent berichteten von finanziellen Auswirkungen auf das EBIT, und in den meisten Fällen waren diese bescheiden. Obwohl 82 Prozent der Führungskräfte generative KI wöchentlich nutzten und 72 Prozent den ROI maßen, stellte sich heraus, dass 2025 ein Jahr des verantwortungsvollen Wachstums war, das sich mehr auf die Produktivitätssteigerung konzentrierte als auf die umfassende Implementierung autonomer Agenten.
Ungenauigkeiten und rationale Probleme
Die Herausforderungen in Bezug auf Genauigkeit und logisches Denken blieben bestehen. Selbst in fortschrittlichen Systemen kam es zu Fehlinformationen. Institutionen warnten vor den operationalen Risiken durch falsche Antworten und betonten die Notwendigkeit von Rahmenbedingungen zur Risikoberichterstattung. Der Stanford AI Index 2025 bestätigte, dass trotz Fortschritten Herausforderungen in der Sicherheit und im logischen Denken bestehen blieben, was kritische Anwendungen ohne zusätzliche Kontrollen verlangsamte.
Regulierung und Compliance
Der europäische KI-Gesetzesentwurf trat 2024 in Kraft, aber die Umsetzung verlief schrittweise. Verbote und Schulungen begannen im Februar 2025, die Governance wurde im August eingeführt, und strengere Anforderungen für Hochrisikosysteme treten am 2. August 2026 in Kraft. Die volle Wirkung wird für 2027 erwartet. Daher bereiteten sich viele Unternehmen 2025 vor, jedoch waren sie nicht vollständig konform.
Kosten und Hardware
Die Ausgaben stiegen, wobei ein großer Teil in Hardware floss. Gartner schätzte, dass 644 Milliarden US-Dollar in generative KI investiert wurden, wobei fast 80 Prozent in Geräte und Server flossen. Die Idee von „Software zuerst“ wurde durch die Notwendigkeit von KI-Infrastruktur und -Ausrüstung überschattet, die mehr durch das Angebot als durch die Nachfrage vorangetrieben wurde.
Adoption und Produktivität
Die Akzeptanz wuchs, jedoch ungleichmäßig. Laut der St. Louis Fed erreichte die Gesamtakzeptanz in den USA im August 2025 54,6 Prozent, wobei nur 5,7 Prozent der Arbeitsstunden mit generativer KI erbracht wurden. Die Vorteile waren bescheiden: Der Stanford AI Index reflektierte Einsparungen von weniger als 10 Prozent und Umsatzsteigerungen von weniger als 5 Prozent in den meisten Fällen. Transformation benötigt daher weiterhin Zeit und Reife.
Erwartungen für 2026
Compliance mit dem KI-Gesetz
Ab August 2026 treten alle Anforderungen für Hochrisikosysteme in Kraft: Risikomanagement, Datenverwaltung, Transparenz, menschliche Aufsicht, Robustheit und Cybersicherheit. Die Regeln zur Transparenz generierter Inhalte werden ebenfalls verschärft.
Von Pilotprojekten zu messbarem Wert
Daten aus 2025 deuten darauf hin, dass 2026 ein Schlüsseljahr sein wird: Benchmarks und ROI-Messungen werden konsolidiert. Unternehmen, die Prozesse neu gestalten und klare Wachstums- und Innovationsziele definieren, werden bessere Ergebnisse erzielen.
Agentische Architekturen mit Governance
Es wird erwartet, dass Agenten von Demos zu nützlichen Werkzeugen übergehen, jedoch mit Orchestrierung, Metriken und verantwortungsbewussten KI-Prinzipien. Der Fokus wird auf kontrollierter Autonomie und multimodalen Fähigkeiten liegen.
Infrastruktur: NPUs, GPUs und einheitliche Datenverwaltung
Die Kluft zwischen Erwartungen und Realität wird die Investitionen in skalierbare Speicherlösungen und integrierte Datenarchitekturen antreiben.
Markt und Fähigkeiten
Obwohl die Akzeptanz weit verbreitet sein wird, werden unterschiedliche Ergebnisse dort auftreten, wo KI-Schulungen, Risikopolitiken und spezialisiertes Talent vorhanden sind.
Schlussfolgerungen
Das Jahr 2025 lehrte uns eine wichtige Lektion: Generative KI erfüllte nicht alle Versprechen. Autonome Agenten eroberten die Geschäftswelt nicht, Halluzinationen bleiben eine Herausforderung, und die europäische Regulierung befindet sich noch im Aufbau. Bedeutet das, dass die Technologie gescheitert ist? Keineswegs. Im Gegenteil, sie hat sich als strategisches Werkzeug zur Verbesserung von Produktivität und Effizienz etabliert, wenn auch mit vorsichtigen Schritten.
Das Jahr 2026 wird sich als Jahr der Reife gestalten. Das KI-Gesetz wird einen Wendepunkt darstellen: Es wird Transparenz, Nachverfolgbarkeit und echte Governance erfordern. Unternehmen müssen von verstreuten Pilotprojekten zu skalierbaren Projekten mit messbarem ROI und klaren Zielen übergehen. Wir werden intelligentere Agenten sehen, jedoch unter Kontrolle und mit sicheren Architekturen als Designprinzip.
Die wirkliche Veränderung wird jedoch nicht nur in der Technologie liegen, sondern auch in den Menschen. KI-Kompetenz, die Schaffung spezialisierter Rollen und Risikopolitiken werden entscheidend sein, um generative KI in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.